In Döbeln verlieren die Pulsnitzer ein zu gewinnendes Spiel mit 32:23 (16:10) viel zu deutlich, um sich noch vorm Abstieg zu retten.
| HSG Neudorf/Döbeln | 32 | (16) |
| HSV 1923 Pulsnitz | 23 | (10) |
Ambitioniert fuhren die HSV-Männer am Sonntag nach Döbeln. Die Chance auf den Nichtabstieg sollte mit einem Sieg gegen in dieser Saison auch noch wenig überzeugende Gastgeber erhalten bleiben. Auch wegen der sich daraus ergebenden Brisanz begannen beide Teams nicht nur vorsichtig, sondern auch recht unsicher. Das wurde durch den frühen Ausfall von Spielmacher Gneuß nach fünf Minuten nicht besser. Nach dem knappen 3:2 in der Anfangphase stabilisierten sich die Gastgeber schneller und setzten die Akzente. Der Pulsnitzer Trainer Andreas Lemke fand das schon spielentscheidend: „Meine Männer präsentierten sich von Beginn an äußerst unkonzentriert. Sie warfen den Döbelner Torhüter da schon berühmt. Die daraus resultierenden Konter nutzten die Gastgeber zu einfachen und schnellen eigenen Toren.“ So schoss sich die HSG zum 10:4, während das Gästeteam nach Lemkes Aussage nur „grottenschlecht agierte“. In der Pause hatte der sine Männer noch einmal aufmuntern wollen und „Feuer gemacht. Dem folgten auch zehn starke Minuten mit einem guten Start in die zweite Hälfte.“ Immerhin verkürzten eine Männer nach dem 19:11 bis auf 21:19 und zeigten, dass sie durchaus mithalten können. Die folgende Phase sah Lemke dann wieder als Einbruch und „Rückfall ins als Strickmuster wie vor der Pause. Irgendwie fehlten Kraft und Konzentration, um die Partie zu drehen. Dabei wurden unnötig drei, vier freie Wurfmöglichkeiten nicht genutzt. In der Folgezeit wurde weiter ohne Druck gespielt und immer wieder die zweite Welle überhastet abgeschlossen.“ Döbeln kam so zum 25:20 und danach war es um die Pulsnitzer geschehen. Zweimalige doppelte Unterzahl und die Ausfälle von Eppendorfer mit Rot und Schulze nach dritter Zeitstrafe führten zum entscheidenden 30:22-Rückstand. Ausschlaggebend für die Niederlage waren für Lemke letztendlich „die fehlende Körpersprache, gewinnen zu wollen. Es fehlte am nötigen Druck nach vorn und das Hineingehen in Bereiche, wo es wehtun kann.“ Während die Abwehr mit Lauter, Liebschner und Schulze ordentlich stand – viele Gegentore resultierten aus Tempogegenstößen – war im Angriff tote Hose zu registrieren. Die Torhüter mühten sich, wurden aber durch die vorn verlorenen Bälle zu oft allein gelassen. Lemke resümierte: „Immer, wenn wir die taktische Linie eingehalten haben, sahen wir gut aus. Da hatten wir auch unsere Siegchancen. Insgesamt hat mir die Einstellung nicht gefallen, wodurch zu wenig Druck auf den Gegner erzeugt wurde.“ Nun wird es für die Pfefferkuchenstädter immer schwerer. Fünf Punkte Rückstand zu Aue und acht zu Riesa sind für die verbleibenden sechs Partien eine wohl schon zu hohe Vorgabe, als das noch eine Rangverbesserung möglich wäre. Schon die nächste Partie in 14 Tagen zu Hause gegen Riesa dürfte bei einer weiteren Pleite das Aus bedeuten. Die Abschiedsspiele beginnen also, für die zu hoffen bleibt, dass sich der HSV wenigstens mit Charakter verabschiedet.
Für Pulsnitz spielten: Teuber, Schuckelt; Häberer (1), Gneuß, Mager (3), Schäfer (3), M. Schwenke (6), Eppendorfer, Schöne, Liebschner, Schulze (5), Lauter (4), Domko (1) und D. Schwenke.
Eberhard Neumann