Eigentlich sollte es für beide Teams nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein spannendes Derby werden. Die Gastgeber brauchten die Punkte gegen den Abstieg, die Gäste wollten für den Anschluss an die Verfolger des Spitzenduetts kämpfen. Dementsprechend emotional wurde die Partie auch geführt. Meist hatten die Pulsnitzer die besseren Karten, aber die Radeberger ließen nie locker. In der 49. Minute sahen sich dann jedoch die Schiris veranlasst, die Partie abzubrechen. Der Spielstand hieß da 24:21 für Pulsnitz. Das geschah nach zuvor insgesamt fünf Roten Karten, davon eine für Radeberg, der Rest für die Pfefferkuchenstädter. Die waren dadurch derart zerbröckelt, dass sie plötzlich nur noch mit Torhüter und einem Feldspieler auf der Platte standen. Was dann tatsächlich der Anlass des Abbruchs war, ließ sich auch über das Spielprotokoll nicht enträtseln, da die Schiris nur den Vermerk machten, dass der Bericht folgt. Auch beide Trainer wirkten nach fast einstündiger Beratung unsicher. Der Radeberger Coach Mirko Schulz meinte nur: „Ich kann nichts sagen, wir müssen erst sehen wie die Verantwortlichen entscheiden werden.“ Ähnlich knapp war auch das Statement vom Pulsnitzer Frank Hein: „Kein Kommentar. Die Wertung erfolgt über die spielleitende Stelle. Wir müssen den Schiedsrichterbericht und die darauf folgende Entscheidung abwarten.“ Auch wenn sogar nach dem Abbruch die Polizei auflief, so hatten zumindest die Radeberger Ordner alles im Griff. Lediglich einige frustriert erschiene Dynamo-Fans waren etwas auffällig. Dass, wie beim Fußball, Krawalle in den Hallen anstehen, ist kaum zu erwarten, da hier für ausreichend Ordnung gesorgt wird. Alarmierend ist allerdings das Zerwürfnis zwischen Fans und Schiris, wie es ein Vorfall kürzlich in der gleichen Liga in Waldheim zeigte. Da versuchte ein aufgebrachter Zuschauer sogar die Schiedsrichterin zu schlagen. Solchem wird der Verband strikt Einhalt gebieten. Der Handball braucht Spannung und Stimmung, aber keine personellen Anfeindungen. Beide Mannschaften stehen nun zumindest auf der Warteliste und harren der Dinge, die da kommen, vielleicht ein Wiederholungsspiel, oder die Entscheidung für den einen oder anderen. Viele Entscheidungsmöglichkeiten bestehen nicht, und wer sich benachteiligt fühlt, dem steht das Einspruchsrecht zu.

 

Eberhard Neumann


2 Kommentare zu “M1: Spielabbruch in Radeberg lässt die Entscheidungen offen”

  1. Decade sagt:

    Man sollte schon bei der Realität bleiben, auch wenn sie hart ist. Der Zuschauer in Waldheim hat es nicht versucht, er hat es getan und die Schiedsrichterin musste zur Behandlung ins Krankenhaus.

  2. Handballspieler sagt:

    Wer hat denn gepfiffen?

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