Pulsnitzer Zweite setzt Ausrufezeichen

HSV II                           25       (9)

Radeberger SV II             24       (13)

 

19:26 Uhr am Sonntagabend. Während der Großteil der Bevölkerung gemütlich ein Schnittchen schmiert und sich mental auf den Kölner Tatort vorbereitet, geht in Kabine 1 des Sportkomplexes an der Hempelstraße in Pulsnitz aber mal so richtig die Luzie ab. Freudetrunkene Jünglinge tanzen, die schweiß- und biergetränkten Köpfe aneinander drückend, leicht arythmisch zu Musik, die irgendwo zwischen Ballermann und Russendisco anzusiedeln ist. Knapp anderthalb Stunden zuvor hatte sich die zweite Männermannschaft des HSV Pulsnitz in ihr letztes Saisonspiel begeben. Gegner war der Tabellenzweite und damit klarer Favorit, Radeberg. Von Beginn an zeigte man eine mehr als konsequente Abwehrleistung. Hart aber fair. Frank Plasberg wäre stolz gewesen. Hin und wieder auch mal jenseits der Grenzen der sportlichen Legalität. Naja. Zu selten gelang es der Zweiten auch im Angriff zum Erfolg zu kommen. 9:13 lag man zum Pausentee zurück. Alles noch drin. Auch nach der Hälfte regierte in der Pulsnitzer Abwehr die harte Hand, die ja bekanntlich noch niemandem geschadet hat. Respekt hatten die Radeberger in der Folgezeit dennoch. In der Offensive gelang es der „Zwo“ immer öfter den starken Kreisläufer Billy Gebler in Szene zu setzen oder direkt über den Rückraum zum Wurf zu kommen. Nebenbei sei erwähnt, dass auch Radeberg zunehmend Gefallen am rigorosen Abwehrverhalten fand, zahlreiche Siebenmeter (allesamt verwandelt durch Marco Liese) waren die Folge. Tor für Tor kämpfte sich die Zweite heran, 30 Sekunden vor Ende erzielte der HSV endlich die Führung. Zu früh? Nein, denn man hatte noch einen Olli Scholze im Tor, der das Duell mit Ball und Schwerkraft gewann. „Halb zog sie ihn, halb sank er hin“, die Hände bekam er trotzdem noch nach oben und lenkte den letzten Ball über den Querbalken. Heimsieg, Jubeltraube und die Radeberger freundlich auf ihre einzig wahre Qualität, dem Erzeugen der güldenen Brauspezialität, hingewiesen. Perfekte Abrundung eines erfolgreichen Sportsonntages! Eine gar lustige Sause feierten die jungen Burschen noch in ihrer Kabine 1, besangen einander, begossen den Sieg oder hauten sich einfach nur gegenseitig die Taschen voll.

 

Siegreich waren: Nitzschner, Perkams, Gebler S., Gebler B., Scholze M., Liese, Albrecht, Großmann, Bienek, Kühne, sowie Weißenfeld und Scholze O. im Tor.

 

Nun gut. Damit ist diese Saison auch schon wieder vorbei. Fazit: Gute Hinrunde, schlechte Rückrunde. Teilweise stand die Zweite kurz vor der Auflösung. Die letzten drei Spiele (Unentschieden in Schleife und Zittau, sowie Sieg gegen Radeberg) zeigten aber eins: die Zweite lebt! Und das auch im nächsten Jahr! Schöne Sommerpause an alle Anhänger der „Zwo“!

 

Charles A.


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