Trotz einer sehr starken Abwehrleistung verliert der HSV mit 22:20 (13:11) das wichtige Heimspiel gegen die Radebeuler.

Am Ende war die knappe Niederlage mit zwei Toren Differenz schon als unglücklich zu bezeichnen. Der gute Beginn konnte so nicht ins Ziel gerettet werden. Dabei war zum Start alles fast optimal für einen Abstiegsfight geebnet. Die Sporthalle an der Hempelstraße war so gut gefüllt wie lange nicht. Das Publikum stand hinter seinen Männern und feuerte die von Beginn an. Bereits in den Anfangsminuten motivierte das rhythmische Klatschen die Crew von Trainer Michael Schwenke durchweg. Das war auch verdient, denn schnell konnte die 2:1-Anfangsführung der Gäste gedreht werden. Mehrfach wurde in der Folge die eigene Führung bis auf drei Tore ausgebaut, bis zum 10:7 nach 21 Minuten. Dann rächte sich, dass schon eine ganze Reihe von klaren und guten Möglichkeiten liegen blieb. Dazu kam eine Schwächephase zum Ende der ersten Hälfte. In der stellten die Radebeuler das Ergebnis auf den Kopf. Allein in diesen neun Minuten unterliefen den Männern um Jens Mager fünf Fehlwürfe, darunter drei freie Würfe und drei technische Fehler. Anstatt mit gut fünf Toren vorn zu liegen lagen die Gastgeber so mit zwei hinten. Damit wurde keine optimale Voraussetzung für die zweite Hälfte geschaffen, da auch vom Anpfiff weg der nächste hektisch erzeugte Fehler folgte. Die Gäste nutzten das zum ersten Drei-Tore-Plus für sich. Auch der jetzt zwischen die Pfosten beorderte Kevin Hoppe konnte trotz einer Reihe toller Paraden die drohende Niederlage nicht verhindern. Der junge Keeper parierte in 30 Minuten immerhin elf Bälle, darunter zwei Strafwürfe und einen freien Wurf. All das, was er und die Abwehr an Ballgewinnen verzeichneten, wurde im Angriff wieder weggeworfen. Zwar wurde nach mehrmaligem Ausgleich und nach zurück geholter Führung in der 51. Minute zum 19:18 das Spiel offen gehalten, aber in den letzten Minuten lief nicht mehr viel zusammen. Zu hektisch wurde da agiert und zu wenig mit Kopf, Cleverness und Übersicht  versucht, den Gegner in die Knie zu zwingen. Fünf Minuten vor dem Abpfiff markierte Marco Schulze die 20:19-Führung. Danach gelang dem HSV gar nichts mehr. Selbst der an diesem Tag sehr gut aufgelegte Schulze – erzielte drei Tore und holte sechs Strafwürfe oder die Keeper, die Abwehr und ein treffsicherer John Eppendorfer reichten nicht für den möglichen Sieg. Eppendorfer war sehr treffsicher und machte alle Strafwürfe ins Netz, was für die Pulsnitzer auch ein Novum ist. So konstatierte Schwenke zwar eine tolle Leistung, musste aber auch die eigenen Schwächen monieren: „Trotz bärenstarker Abwehrleistung haben wir ein wichtiges Abstiegsderby verloren. Aus den vielen Ballgewinnen wurde zu wenig gemacht. Zu viele Bälle wurden im Umkehrspiel verknallt. Wir hatten das bis zum Erbrechen trainiert und dann treffen wir das Tor wieder nicht. Wenn das so ist, können wir nicht gewinnen und haben letztlich unglücklich verloren. Wir haben nun noch drei wichtige Spiele und werden versuchen, die Wende herbeizuführen, um die Klasse zu halten.“ Ob die mit Training zu spickenden nächsten zwei Wochen dafür reichen, muss in 14 Tagen auf der Platte mit großer Leidenschaft nachgewiesen werden. Durch die Pokalspielpause ist das nächste Wochenende spielfrei, ehe es am 1. April nach Großenhain geht.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (2), Kasper (1), Mager (3), Schäfer (1), Lüttke, Kuban (n.e.), Eppendorfer (10/6), Schöne, Liebschner, Schulze (3), Albrecht (n.e.) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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