Mit einer aufs Äußerste desolaten Auswärtspartie verlieren die HSV-Männer in Großenhain mit 32:20 (12:10) klar und verdient.

1.April – eigentlich ein Tag wie jeder andere. Aber diesmal kamen sich die wenigen treuen, nach Großenhain mitgekommenen Fans doch ziemlich veräppelt vor. Einer von denen, den viele auch so nennen, war vor Frust schon lange vor dem Abpfiff verschwunden. Es war zeitweise auch sehr frustrierend, wie sich die Männer von und um Michael Schwenke präsentierten. Dabei war der Auftakt nicht so schlecht. Der Gastgeber trat mit nur einem Wechselspieler an und schien so überrennbar zu sein. Doch am Ende war das Gegenteil der Fall, denn schnell wurde klar, dass hier gegen mehr in einer gut gefüllten Halle zu kämpfen war. Treffende Worte zum Desaster fand Schwenke gleich nach dem Spiel: „Wir spielten heute planlos, verängstigt und einfach schlecht und auch mit wenig Glück. Frühzeitig verloren wir unseren besten Abwehrspieler. Rot war da total übertrieben. Auch unsere Kreisanspiele kamen nie an, weil sie vorher weggepfiffen wurden. Mit der Schiri-Leistung bin ich total unzufrieden. Das alles hat uns völlig runter gezogen. Dabei konnte ich mit unserer ersten Hälfte noch zufrieden sein, denn da war alles offen. Wir hatten uns auf 10:10 heran gekämpft und dann dummerweise vor dem Wechsel noch zwei unnötige Tore hingenommen. In der zweiten Hälfte wollten wir das Spiel durch Tempo entscheiden, was in die Hosen ging. Fast jeder Gegenangriff war ein Tor, während bei uns die Präzision fehlte. So kann man nicht gewinnen. Einzig die jungen Spieler wie Kuban und Kasper brachten eine ordentliche Leistung auf die Platte, auch wenn ihnen manchmal noch etwas der Mut fehlt. Unser Ziel ist es jetzt, die Saison so gut wie möglich runter zu spielen.“ Eigentlich gibt es dem nicht viel hinzuzufügen, weil die Aussagen voll den Kern der Sache, die Eindrücke der Betrachter und die allgemeinen Emotionen treffen. Doch so einfach abzutun ist es eben nicht. Immerhin standen beide Teams vor einem Abstiegsspiel. Da kann jeder erwarten, das mit einer Leidenschaft gekämpft und gespielt wird, die dann auch zu Niederlagen führen kann. Bis zur zwölften Minute war schon der Siegeswille zu erkennen. Das Rot für Tobias Liebschner zog alle mächtig runter und schien das Team zu blockieren. Doch ehrlich gesehen, war schon bis dahin im Angriff so etwas wie tote Hose zu verzeichnen. Bis dahin wurden klarste Chancen weggeworfen. Da wurden drei Fehlabspiele in Kontern produziert, da wurden drei total freie Würfe auf Torwart und Latte gezimmert, da hielt Kevin Hoppe einen Strafwurf – was wollten die Pulsnitzer eigentlich mehr? Anstatt 4:8 stand es so nur 4:2 und die Luft schien ganz raus zu sein. Auch in der Folgezeit gelang wenig, auch wenn das Spiel noch offen gehalten wurde. Über den zweiten Abschnitt lohnt es nicht zu berichten, denn wieder wurden nur zehn Treffer markiert, ein Manko der gesamten Saison. Der Gegner, der dann eigentlich konditionell an die Wand gespielt werden sollte, machte seinerseits immerhin 20. Das Fehlen in einem so wichtigen Spiel von Leuten wie Schulze oder Schäfer war zwar Schwächung genug, aber die Gastgeber machten viel mehr aus noch größerer Personalmisere. So verloren sie durch Verletzung einen Spieler und waren so nur noch zu sechst. Dann erschien plötzlich noch ein weiterer Akteur, was jedoch nie Spiel entscheidend war. So wird der Gang in die Bezirksliga immer wahrscheinlicher.

Im kommenden Spiel gegen Sagar wird eine Reaktion des Teams und ein Auftreten als solches erwartet, auch wenn Platz zehn nun unerreichbar ist.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Weißenfeld; Kasper (1), Gneuß, Mager (5), Lüttke (3), Kuban (3), Eppendorfer (5/2), Schöne, Liebschner, M. Scholze, D. Schwenke (1).

Eberhard Neumann


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