Mit einem 34:30 (13:16)-Heimsieg verabschieden sich die HSV-Männer mit einer ordentlichen und engagierten Leistung von ihrem Heimpublikum.

Zum letzten Heimspiel gegen Sagar waren noch einmal viele Fans und Zuschauer gekommen. So richtig schienen viele noch nicht realisiert zu haben, was da passierte. In mehrfacher Hinsicht war das ein historischer Tag für den HSV 1923 Pulsnitz. Ehe das Spiel begann, wurde Stefan Gneuß vor sein Team gerufen und aus Mannschaft und Verein verabschiedet. Er kehrt in seine Heimat nach Radeburg zurück. Trainer Michael Schwenke hatte sich das Mikrofon genommen und rief anschließend Jens Mager zu sich. Der Kapitän geht nach 20 Jahren in der ersten Männermannschaft von Bord. Schwenke zählte seine Verdienste um Mannschaft und Verein auf und seine Teamkollegen ehrten ihn mit Foto-Kollage und Geschenken. Der Abgang von Mager ist gleichzeitig ein großer Umbruch für den HSV. So wie es sich für ihn vor zwei Jahrzehnten anfühlte, muss es für die nun in die Verantwortung tretenden Jugend-Spieler sein. Im Spiel selbst standen dann auch sie und Mager selbst im Mittelpunkt. So wie erhofft, zeigte der noch einmal Kostproben seines Könnens und was die jungen von ihm lernen können. So bescheiden wie er die Ehrungen genoss, schmiss er sich noch einmal für Team und Verein ins Zeug. Vor allem im Angriff sorgte er mit neun Treffern wieder einmal für die Höchstzahl bei ganz wenigen Fehlversuchen. Dass ihm um die Nachfolge nicht bange sein muss, bewiesen besonders zwei Jungspunde. Im Tor lief Kevin Hoppe nach Startschwierigkeiten zur Höchstform auf und entschärfte auch viele Hundertprozentige. Neben Hoppe und Mager zeigte dann auch Ronny Kuban sein Potential. Mit seinen sechs Treffern avancierte der zum zweitbesten Werfer seiner Mannschaft. Dabei konnte er noch einmal erleben, wie es aussieht, wenn man als Angriffsspieler eine Top-Leistung bietet. So war Mager kaum zu halten und zerrte permanent an den Ketten. Die konnten ihn auch trotz zeitweiliger Manndeckung nicht bremsen und in seinem Aktionsradius entscheidend einschränken. Aber nicht nur die drei Genannten machten diesmal das plus der Pulsnitzer in einem umkämpften aber immer fairen Kellerduell mit den Sagaranern aus. Die Mannschaft bot insgesamt eine geschlossene Leistung und forderte speziell im zweiten Durchgang das Publikum zu rhythmischem Klatschen und Beifall auf offener Szene. Dass die Gäste nicht als Punktelieferant gekommen waren, bewiesen die auch hinlänglich. Die bekannten und in der Saison immer wieder verlustreichen Schwächen der Gastgeber aufdeckend, beherrschten sie die erste Halbzeit und gingen mit drei Toren plus in die Kabine. Dabei ragten im gesamten Spiel besonders Tommy Erlitz (12 Tore/3 Strafwürfe) und Tobias Ladusch (8/2) heraus. Letzterer wurde aber auch durch Pressdeckung an mehr Erfolgen gehindert. Auf die bessere gegnerische Einstellung bis zum Wechsel aber hatten die Gastgeber immer eine Antwort und die Steigerung im zweiten Durchgang. Die Wachablösung Mager- Kuban konnte ebenso positiv verbucht werden wie 14 Paraden von Hoppe in 45 Minuten bei sieben freien Würfen. Sagar konnte diese Geschlossenheit nicht erzielen und verlor so nach der Pause zeitweilig den Anschluss, kämpfte sich aber immer wieder toll heran. So mussten die Pulsnitzer bis in die Schlussphase ackern, um den Sieg zu sichern. Das große Plus war diesmal die ideenreichere und erfolgreichere Offensive. Dies brachte auch den HSV-Bestwert von 34 eigenen Treffern. Auch Schwenke war der Stolz über das Spiel trotz ein wenig Wehmut anzumerken, als er meinte: „Das war ein würdiges Abschiedsspiel für Jens Mager und Stefan Gneuß. Besonders für Jens freut mich dessen gutes Spiel am Ende von 20 Jahren bei den ersten Männern. Von Beginn an haben wir eine gute Partie gespielt und vor allem Tore von außen verhindert. Wir blieben in der ersten Halbzeit gut in Schlagdistanz. In der zweiten haben wir umgestellt und vor allem das 4:2 im Angriff hat gefruchtet. Rony Kuban hat endlich ein mutiges Spiel gezeigt und viele Tore erzielt. Auch Kevin Hoppe war gut drauf und hielt auch einige Bälle von außen. Ich bin insgesamt sehr zufrieden, auch weil wir verhindern konnten, mit einer Niederlage möglicherweise noch Letzter zu werden.“ Auch das Publikum war zufrieden, feierte mit dem Team noch lange danach und sieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge der Bezirksligasaison entgegen. Umbruch und Neuanfang eine Etage tiefer sollten aber positiv gesehen werden und gelingen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (2), Kasper, Gneuß (2), Mager (9), Lüttke (4), Kuban (6), Eppendorfer (6/4), Schöne, M. Scholze, Liebschner, Schulze (5) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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