Auch in seinem letzten Spiel in der Verbandsliga kann das HSV-Team eine letzte Niederlage nicht abwenden und geht mit 32:22 (15:13) in Priestewitz klar unter.

So richtig schienen die Pulsnitzer schon in den letzten Spielen nicht mehr an sich glauben zu wollen. Bekannt ist, dass der Wille Berge versetzen kann. Der war den Pfefferkuchenstädtern in der gesamten Serie zwar nicht abzuerkennen, aber so richtig als geschlossenes Team brachten sie das nicht all zu oft rüber. Dazu waren wohl auch diesmal die Berge zu hoch, als das eigene Angebot reichte, sie zu bezwingen. Dass die dabei fehlende Spannkraft vor allem dem Angriffsspiel nicht den Stempel aufdrückte, war letztlich auch in Niederau sichtbar. Da wird eine Halbzeit gut mitgespielt, aber die eben auch nicht beherrscht. Die Abwehr steht und arbeitet gut, aber im Angriff hapert es mächtig. Handball lebt nun einmal von den Toren. Wenn deren Quote Woche für Woche unter 25 stagniert, dann ist trotz guter Abwehr kaum ein Blumentopf zu gewinnen. Die Anspannung in der Defensive kostet zudem die Körner im Vorwärtsgang und damit die Konzentration beim Abschluss. Die Entlastung durch die einfachen Tore kommt dann nicht zustande. Auch in Priestewitz legten die Mager und Co. wieder vor, lagen zu Beginn der Partie in Front. Mitte der ersten Hälfte stand weiter eine 7:5-Führung zu Buche und dann kommt die erste Schwächephase. Die Gastgeber drehen das Spiel und ziehen durch sechs Tore in Folge auf und davon. Hoch anzurechnen, dass da noch nicht der Faden völlig verloren ging, aber das war schon vorentscheidend. Die Not, den Rückstand aufzuholen, kostet Kräfte, die später meist fehlen. So wurde auch bis zum 23:19 weiter gekämpft, aber näher an den Gegner ran ging es eben nicht. Der band mit weiteren fünf Toren in Folge den Sack endgültig zu. Wieder mussten die Männer von Michael Schwenke erkennen, dass es nicht reicht.  Zudem waren die Pulsnitzer zu sehr mit Abschiedsgedanken beschäftigt, was Michael Schwenke in folgende Worte fasste: „Abschied war das prägende Wort beim letzten Saisonspiel der Pulsnitzer Handballer in der Verbandsliga. Zum einen war da der Abschied vom langjährigen Kapitän Jens Mager, der bei seinem letzten Spiel für die erste Männermannschaft nochmal drei Tore beisteuerte. Weiterhin war da der Abschied der Pulsnitzer aus der Verbandsliga, der sie über viele Jahre angehörten. Zu guter letzt kam es zum dritten Abschied des Spiels leider nicht, da Stefan Gneuß verletzungsbedingt fehlte. Abschiedsgeschenke wollten die Pfefferkuchenstädter dennoch nicht an den starken Aufsteiger aus Niederau verteilen. Dies machten sie zu Beginn des Spiels auch gleich deutlich, als man über variables Kombinationsspiel und aggressive Abwehr den Hausherren ebenbürtig war. Als Oliver Scholze im Tor auch heiß lief, konnte man gar 4:6 und 5:7 in Führung gehen. Doch damit war die beste Phase der Gäste auch gespielt und die Pulsnitzer konnten in der Folge allenfalls mitspielen.“ Nach 20 Minuten und Auszeit stabilisierte sich der HSV durch Umstellung im Angriff auf das 4:2-System und angetrieben von John Eppendorfer und dem jungen Kenny Kasper kurzzeitig. Dann ereilte Daniel Schwenke die rot/blaue Karte. Nach einem rüden Foul an Kasper bei dessen 15:13 „von dem sehr weit vor dem Tor agierenden Niederauer Keeper hart getroffen und die Emotionen nochmal hoch kochten“, so Schwenke gab es diese Ausschlussstrafe. Schwenke: „Das, weil er dem verursachenden Keeper etwas zu unflätig die Meinung ob seiner übertriebenen Aktion geigte. Das schien der dezimierten Mannschaft sämtlichen Wind aus den Segeln zu nehmen. Der 20:15-Rückstand und die nötige Auszeit der Gäste in der 39. Minute bewirkten nochmals ein kurzes Aufbäumen bis zum 21:18, bevor jedoch alle Dämme brachen und der HSV den elf Toren der Hausherren nur vier eigene entgegen setzen konnte.“ Vielleicht ist der Abstieg so wirklich die einzige Alternative. Um aber aus dem Tal herauszukommen, bedarf es neuer Impulse und vor allem Teamwork, das Berge versetzt. Die werden nun zwar kleiner, aber es dürfte eine Etage tiefer bissiger zugehen. Im Vergleich zur Vorsaison lässt die Statistik keine Verbesserungen erkennen. Damals wurden noch 15 Punkte geholt, diesmal nur zehn. Die Abwehr stand geleichmäßig gut (622 zu 624), aber im Angriff gelangen diesmal 81 Treffer weniger. Wurden 2016 sieben Siege geholt bei 14 Pleiten so gab es 2017 lediglich fünf Erfolge bei 17 Niederlagen. Rangierten im Vorjahr zwei Werfer unter den Top 15, so ist es diesmal wohl gar keiner. Natürlich müssen Statistiken bewertet werden, aber das hilft nur bei den richtigen Schlussfolgerungen. Bleibt zu hoffen, dass die in der nächsten Saison in der Bezirksliga greifen. Und eines ist dringend nötig, eine solide Ausrichtung und Kontinuität des gesamten Kaders.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (3/1), Kasper (3), Mager (3), Kuban, Eppendorfer (7/1), Liebschner, Schulze (4), Lüttke (2) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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