Am Abend des 12. April machten wir uns auf die lange Reise nach Le Relecq-Kerhuon in die Nähe von Brest. Wir, das sind, wie die vergangenen Jahre auch, die Fußballer der SG Großnaundorf, die Leichtathleten des HSV 1923 Pulsnitz und die Handballer der SG Pulsnitz/Oberlichtenau.
22 Stunden Busfahrt standen zunächst auf dem Programm. Da wir aber gut und schnell vorankamen, hatten wir noch genügend Zeit, bereits auf dem Weg nach Le Relecq- Kerhuon einen Abstecher zum bekannten Le Mont Saint Michel zu unternehmen.
Nach einigen Fotos mit Postkartenmotiv setzten wir die Fahrt Richtung Brest fort.
Gegen 18 Uhr trafen wir dort ein und wurden herzlich von den Franzosen empfangen. Nach einer kleinen Stärkung wurden die Jugendlichen und deren Betreuer in die jeweiligen Gastfamilien aufgeteilt. Zuhause bei der Gastfamilie angekommen, stellten wir uns einander vor und redeten gemütlich bei einem Glas Wein mit unseren Gasteltern.
Am nächsten Morgen bekamen wir wie jeden Morgen ein leckeres Frühstück mit Crêpes und Baguette. Bereits da ist mir aufgefallen, dass Franzosen ungewöhnlich viel Kaffee trinken und es mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. So starteten wir auch mit etwas Verspätung zu den heutigen Ausflugszielen. Als erstes besuchten wir ein Schulmuseum in Tregarvan. Zwischen alten Schulbänken wurde zum Diktat mit Tinte und Feder gebeten. Anschließend besichtigten wir ein Handwerksmuseum in Argol.
Berichtet wurde dort beispielsweise über das Imkern, Körbeflechten und Spinnen. Danach ging es an einen Strand auf der Halbinsel Crozon, wo wir  uns, Dank des schönen sonnigen Wetters, alle einen kleinen Sonnenbrand geholt haben. Wir sammelten zahlreiche Muscheln, gingen durch das Watt und sahen viele Wattwürmer.
 
Am Samstag, den 15.04.2017, fand der Familientag statt. Einige Familien charterten ein Boot und segelten hinaus aufs Meer, andere hingegen gingen shoppen. Die Betreuer allerdings machten alle zusammen einen Ausflug zur Insel „L’île de Batz“. Wir starteten mit einem kleinen Schiff in Roscoff. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir das Ufer der Insel und suchten uns einen schönen, ruhigen Strandabschnitt und aßen dort Baguette mit einer bretonischen Wurstspezialität. Wieder sammelten wir Muscheln, genossen die Ruhe und beobachteten, wie das Wasser allmählich bei Ebbe verschwand.
Neben den schönen Ausflügen wurde aber auch Handball gespielt, so am Sonntag, den 16.04.2017, unserem Turniertag. Unsere Mädchenmannschaft der C-Jugend konnte ihr Können unter Beweis stellen und sicherte sich trotz einer knappen Niederlage in der Vorrunde Platz 1 und holte somit einen tollen Pokal nach Pulsnitz, der nun in der Sporthalle seinen Platz gefunden hat. Aber auch die Jungs der C-Jugend sicherten sich mit dem 2. Platz einen etwas kleineren Pokal.
Ostermontag besuchten wir den Freizeitpark „Les Trois Curés“, viele Fahrgeschäfte wurden ausprobiert, selbst mit einem Cart konnte man sich beweisen. Am Abend fand dann der Abschlussabend mit allen Fußballern, Leichtathleten und Handballern sowie deren Gastfamilien in der Astrolabe Halle statt. Es war ein schöner, geselliger Abend mit viel Tanz und Spaß, aber auch einiger Reden.
Am letzten Tag in Frankreich besichtigten wir eine Insektenhaltung und einer Backwaren- und Keksfabrik „Terre d’Embruns“. Dort gab es eine kleine Kostprobe einer Art Butterkuchen. Nach einem leckeren Essen in der Astrolabe Halle gestärkt, traten wir gegen 16 Uhr die Heimreise an.
Gestartet sind wir bei 16 °C und Sonnenschein, angekommen bei 3 °C und leichtem Schneefall.
 
Für mich war es mein erster Besuch in Frankreich überhaupt. Mit dem einen oder anderem Vorurteil im Gepäck bin ich angereist und wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Herzlichkeit und Gemütlichkeit der Franzosen hat mich positiv beeindruckt. Aber auch die atemberaubende Landschaft und die Architektur, die immer wieder zu neuen Schnappschüssen mit Postkarten Potential einladen, haben mich sehr begeistert. Mich wird Frankreich ganz bestimmt wiedersehen!
Rückblickend kann ich sagen, dass es für mich eine unvergesslich schöne Zeit war, die leider viel zu schnell vorüberging. Ich denke noch immer oft daran und an die Leute dort. Gern wäre ich noch länger geblieben. Ich kann nur jedem raten, an solch einem Austausch teilzunehmen, der die Gelegenheit dazu bekommt.
Nadine Schmidt

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