Mit 27:22 (14:10) verliert das Männerteam des HSV beim NSV in Görlitz nach schwacher Wurfleistung.

Vom Grunde her war mehr drin, aber einige der neuen Gegebenheiten passten nicht so recht ins Pulsnitzer Konzept. Da müssen zum einen der Umbruch gestaltet und eine Vielzahl junger Spieler an den Männerbetrieb herangeführt werden. Zum anderen stehen nur noch wenige Routiniers für diese Aufgabe im Team bereit. Wenn dann noch einige wichtige Spieler vom Torwart bis zu Marco Schulze fehlen, dann ist die Aufgabe umso schwerer zu bewältigen. Ohne zu jammern und zu kritisieren, ist auch das Niveau der Spielleitung neu. Dass dazu Absteiger besonders ‚freundlicher‘ Behandlung aller unterliegen, liegt auf der Hand. Das musste auch Sagar bereits mit einer Pleite beim NSV erleben. Wenn Jungspieler wie Kevin Hoppe – glücklos im Tor – und Ronny Kuban – erfolglos im Angriff – Ausfälle sind, bedarf es viel Aufbautraining und künftig mehr Selbstvertrauen. Um zu gewinnen, müsste also auf Verbandsliganiveau gespielt werden, was im Neuaufbau allerdings illusorisch erscheint. Die Rückschläge wird es weiter geben, aber der eingeschlagene Weg muss diszipliniert fortgesetzt werden. Der HSV hat jetzt die Jugend für sich, diesmal mit vier A-Jugendlichen, während andere Teams da schlechter gestellt sind. So euphorisch so ein Sieg für den einen, so lehrreich ist er für das Pulsnitzer Team. Dass in allen Belangen und vor allem in der Chancenverwertung der Schlüssel liegt, ist auch dem Trainer bewusst.

Die Partie verliert der HSV im Angriff

Michael Schwenke wird die Fehler mit seiner akribischen Art auswerten und setzt immer beim Positiven an: „Es ist für uns natürlich schwer, in der Phase der Umstrukturierung punkten zu müssen. Aber diesen Druck will ich vor allem den jungen Spielern nehmen. Die Trainingsbeteiligung ist optimal auch unter Beteiligung der A- und B-Jugendlichen. Behutsam wollen wir die an die kommenden Aufgaben heranführen. Da sind natürlich robuste und erfahrene Mannschaften schwer zu bespielen und es gilt, sich an Schauspielerei zu gewöhnen. Wenn der Lernfaktor daraus gezogen wird, geht es auch aufwärts. So bin ich auch mit dem Spiel der jungen Spieler sehr zufrieden und auch Felix Drescher hat sich gegenüber dem ersten Spiel stabilisiert.“ Das Manko des Pulsnitzer Auftritts war jedoch einmal mehr die Effektivität des Angriffs. Bekannt aus der Verbandsliga ist, dass Chancen zwar gut erspielt, aber eben zu selten rein gemacht werden. Dementsprechend fiel auch die Trainerkritik aus: „22 Tore sind einfach zu wenige. Da hat vieles nicht gepasst. Aus dem Rückraum kam zu wenig Zählbares, auch wenn wir mit zwei Kreisläufern im 4:2 agierten.“ Vom Spielverlauf her war mehr drin, aber gute Phasen wurden nicht stabil fortgesetzt. Das ärgerte dann auch den Coach merklich: „Wir sind gut ins Spiel gestartet und lagen nach zehn Minuten mit 5:1 vorn. Es wurde schnell gespielt, mit guter Abwehr agiert und noch das Tor getroffen. Später wurde der Keeper berühmt geworfen. Dann haben wir uns zudem einschläfern lassen und prompt vom 6:8 einen 12:8-Rückstand hingenommen. Das war einer der Knackpunkte in der Partie, der zwar bis zum 17:17 ausgeglichen wurde, sich danach aber widerholte.“ Zeitstrafen ab er 48. Minute mit dem eher unglücklichen Aus für Routinier Tobias Liebschner vermasselten den Endkampf, in dem immer noch reelle Siegchancen bestanden. Großes Manko war, dass mit Michael Gräber der mit neun Treffern erfolgreichste Werfer nicht gestellt wurde. Von der Außenposition kam der immer wieder zu leichtesten Toren und ließ Hoppe alt aussehen. Dagegen fehlte den Gästen schon ab Mitte der ersten Hälfte Flitzer Oliver Lüttke nach Rot, sonst auch für mehr Treffer prädestiniert. Nach rüder Gegner-Attacke befreite der sich vom auf ihm liegenden Gegenspieler zu unwirsch. Das alles gilt es abzuhaken, auszuwerten und sich besser darauf einzustellen. Dann wird auch das wichtige Ziel des Umbaus besser gelingen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Liese (7/3), Drescher (3), Lüttke (2), Kuban, Eppendorfer (5/2), Schöne (3), Liebschner (1), Drabant, Richter (1) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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