Für die Presse gab Michael Schwenke, Trainer der Männer des HSV 1923 Pulsnitz ein Interview zu aktuellen Fragen und möglichen Perspektiven.

Die Pulsnitzer Handballer spielen nach vielen Jahren der Höherklassigkeit wieder in der Bezirksliga. Wie fühlt sich das für Dich an?
In erster Linie fühlt es sich ungewohnt an. Zugleich aber auch spannend, da wir mit dem Abstieg einen Umbruch eingeläutet haben.

Du selbst als Spieler und nun als Trainer hast daran großen Anteil und vieles mitgestaltet. Was bedeutet der Abstieg für Dich persönlich?
Nach jahrelangem Erfolg im Verband oder gar im sächsischen Oberhaus musste ich nach wiederholten Knieverletzungen aufhören. Direkt im Anschluss steigt die Mannschaft im ersten Jahr unter meiner Verantwortung als Trainer ab. Das war schon eine riesengroße Enttäuschung.

Wie willst Du mit dem HSV 1923 Pulsnitz die Kurve kriegen und steht ein Aufstieg gleich wieder zur Debatte?
Ich setze auf den Einbau junger Spieler und die wieder wachsende Sicherheit der Etablierten. Im Training läuft dies schon ganz gut, aber einen Aufstieg schafft man nur mit stabil guten Leistungen. Das dauert seine Zeit, aber wir arbeiten hart daran.

Der Saisoneinstieg war ja vielversprechend, wie soll es nun weiter gehen?
Wir haben aus zwei Auswärtsspielen 2:2 Punkte. Das ist in Ordnung. Jetzt wollen wir die guten Trainingsleistungen über längere Spielphasen abrufen und Selbstvertrauen sowie mannschaftliche Geschlossenheit erlangen.

Wo liegen die größten Baustellen und welche sind die größten Herausforderungen für die Saison?
Baustellen sehe ich eher im Angriffsspiel, dem Zusammenspiel von Alt und Jung und teilweise auch auf der Torhüterposition. Herausfordernd sind die Verjüngung sowie die größtenteils unbekannten Gegner.

Wie schätzt Du die Situation und die Stärke der Bezirksliga ein und was leitest Du daraus für Euch ab?
Die Stärke der Liga ist für uns eher unbekannt. Wir müssen deshalb auf uns schauen, Sicherheit gewinnen und gemeinsam ansehnlichen Handball zeigen. Dann brauchen wir uns bestimmt nicht verstecken.

Im Vergleich zwischen Verbands- und Ostsachsenliga – welche sind die größten Unterschiede und gibt es Gemeinsamkeiten?
Bisher sind die Dauer der Abwehrphasen und das eher einfach vorgetragene Spiel ungewohnt. Das bisher gesehene spielerisch niedrigere Niveau wird im Bezirk durch eine immense Kampfbereitschaft annähernd ausgeglichen. Diesen Kampf müssen wir annehmen und zunehmend spielerische Mittel entgegensetzen.

In etwa zwei Jahren soll ja die Verbandsliga auf eine Staffel verkleinert werden. Ist da für Euch die Höherklassigkeit noch realistisch?
Was der HVS plant, liegt nicht in unserer Zuständigkeit. Wir wollen den Umbruch realisieren und sehen dann was kommt.

Welchen Stellenwert gibst Du dem Nachwuchs und wie könnte der die Pulsnitzer Wege der 2000-er gestalten und beleben?
Ich setze voll auf die Integration des Nachwuchses in ein bestehendes System. Wir trainieren seit dieser Saison eine Einheit pro Woche gemeinsam mit der A-Jugend und sowohl die Erfahrenen als auch die aufstrebenden Talente profitieren zunehmend davon.

Was wünschst Du Dir selbst für die Saison und was erachtest Du als realistisch?
Ich wünsche mir, dass Verletzungen ausbleiben und dass alle Spieler wieder Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen. Realistisch sollten wir den Einbau der jungen Spieler vollziehen können. Dann wird es spannend zu sehen, was dabei heraus kommt.

Gespräch: Eberhard Neumann


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