Beim ungefährdeten 46:11 (22:6)-Heimsieg am für die Männer des HSV Pulsnitz erst dritten Spieltag trennen die Teams Klassenunterschiede.

Ohne den Gästen zu nahe zu treten, sie waren am Sonntag in Pulsnitz einfach total überfordert. Zu ihrer Ehrenrettung ist festzustellen, es passte auf ihrer Seite wenig zusammen. Da fehlten der Spielgemeinschaft Cunewalde/Sohland einige der Leistungsträger sowie Trainer Westerbeek. Aber die Interimsmannschaft ergab sich auch zu schnell ihrer Unterlegenheit und leistete wenig Furore als zweite Mannschaft der SG. Letztlich lief im Spiel beinahe alles was ging gegen sie. Da fiel der noch beste Akteur Sebastian Schür zeitig nach einem Zusammenstoß mit Loch in der Lippe und Fahrt ins Krankenhaus aus. Dann leisteten sich zwei weitere Akteure in der 31. Minute direkt Rot und nach drei Zeitstrafen in der 54. Minute Totalausfälle. Anstatt das Tempo zu drosseln bis zur Anzeige von Zeitspiel und länger die Angriffe auszuspielen, versuchte jeder auf eigene Faust so schnell als möglich abzuschließen.

Für die Gastgeber, die an diesem Tage entschlossen und kompakt auftraten, waren die schnellen Sohlander Ballverluste gern angenommene Gastgeschenke. So eröffnete sich für Pulsnitz ein Konterlauf nach dem anderen, wobei mit vergeben Chancen durchaus ein noch höheres Ergebnis möglich war. Abwehr und Keeper standen andauernd sicher und ließen in der ersten Hälfte nur sechs und in der zweiten fünf Gegentreffer zu. Das honorierten auch die zahlreich erschienen Zuschauer mit anhaltendem Klatschen lange vor dem Abpfiff. Trainer Michael Schwenke fasste das Geschehen bekannt treffend und sachlich zusammen: „Von Anfang bis zum Ende haben wir konzentriert unser Spiel durchgezogen und mit wenigen Fehlern belastet. Gegen einen äußerst schwachen Gegner bestand gut ein Klassenunterschied. Die geringe Gegenwehr haben wir konsequent unterbunden und beide Torhüter boten im Gegensatz zur Vorwoche eine gute Leistung. Das gesamte Team gab die richtige Antwort auf das Spiel gegen NSV Görlitz. Obwohl es uns der Gegner recht leicht gemacht hat, muss man auch in der Bezirksliga erst einmal 46 Tore werfen. Die Abwehr begann sehr konzentriert und kaufte Sohland schnell den Schneid ab. Wir mussten mit der Sicherheitsvariante hinten starten und von Beginn an im Angriff ordentlich und sicher spielen. Die Etablierten begannen, da die A-Jugendlichen nach Auswärtsspiel erst später zum Team stießen. Sie gaben der Jugend einen guten Vorsprung mit. Für die jungen Spieler bestand die Aufgabe darin, in der Abwehr dagegen zu halten und vorn schnell zu spielen. Sie müssen sich jetzt stabilisieren und das nötige Selbstvertrauen tanken. Mir war besonders wichtig, dass sich jeder in die Torschützenliste eintrug. Felix Drescher spielte endlich ruhig das erwartet gute technische Spiel herunter. Die jungen Hoppe und Richter überzeugten ebenfalls.“ So hatte der Trainer also endlich einmal wenig zu „meckern“ und war selbst sehr zufrieden.

Die Pfefferkuchenstädter überzeugen auf ganzer Linie

Ja, wenn’s läuft, dann läuft’s. Durch den Gegner wurden alle aufgebaut und konnten beweisen, was in ihnen steckt. Während auf Pulsnitzer Seite keiner mit der Trefferquote besonders herausragte, war die beim Gegner mehr als mager. Lediglich Schür und Chris Baumbach erzielten da mehr als einen Treffer. Das Schützenfest brachte dem HSV mit 35 plus die derzeit beste Tordifferenz in der Liga. Nur KJS-Club Dresden hält da mit 22 annähernd mit. Der zwischenzeitlich dritte Rang ist eine gute Ausgangsposition für die nächsten Wochen. Da steht jetzt erst einmal eine 14-tägige Pause an, ehe es am 15. Oktober gegen eben die KJS weiter geht. Dann ist nicht mit einem solchen Run wie gegen Sohland zu rechnen. Nach anfänglicher Personalnot der Dresdener und damit verbundenen Punktverlusten sind dafür Kämpferqualitäten gefragt. Der inzwischen mit mehreren Ausländern gespickte Club wird die Pause ebenfalls zur Stabilisierung nutzen. Für das nächste Heimspiel ist demnach ein heißer Tanz zu erwarten.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (6/3), Kasper (2), Drescher (7), Lüttke (4), Kuban (2/1), Eppendorfer (7), Schöne (6), Liebschner (2), Richter (2), M. Scholze (3) und D. Schwenke (5).

Eberhard Neumann


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