Mit einem tollen und so nicht zu erwartenden 33:27 (9:14)-Heimsieg gegen KJS-Club Dresden holt der HSV Punkte, die nach 30 Minuten schon abgeschrieben waren.

Im erst zweiten Heimspiel der Saison waren viele Zuschauer in die Halle im Sportforum gekommen, um zu sehen wie sich die Pulsnitzer gegen eine völlig unbekannte Mannschaft schlagen würden. Interessiert war auch eine ganze Reihe von Teams der Ostsachsenliga vertreten, um zu erleben, wie und ob der KJS-Club zu schlagen wäre. Dessen Personalprobleme waren hinlänglich bekannt und selbst beim Warmmachen staunte das Publikum über gerade einmal fünf Leute inklusive Torhüter, die sich vorbereiteten. Im Spiel waren es dann mit einem Keeper immerhin ganze acht. Dass es nicht einfach würde gegen die gestandenen und körperlich sehr präsenten Gäste zu bestehen, war gleich klar. In nervösem hin und her konnte erst einmal keiner besondere Akzente setzen. Trotz anfänglichem Rückstand kamen die Gastgeber nach etwa sechs Minuten recht ordentlich ins Spiel und übernahmen die Führung. Doch nach weiteren sechs Minuten war es mit der Offensive vorbei und der HSV verfiel in sein schon gewohntes Schema. Die Angriffe wurden nicht präzise und zwingend genug abgeschlossen und in den 18 Minuten bis zur Pause waren mit lediglich noch drei die Tore Mangelware. So sahen sich die Hausherren mit fünf Treffern im Hintertreffen. Auch für Trainer Michael Schwenke war das frustrierend und unbefriedigend: „Die Partie war unsererseits  von Beginn an eine schwere Geburt. Wir kamen mit der erwarteten Robustheit der KJS nicht klar. Dennoch bearbeiteten wir den Gegner schon da mit einer aggressiven Abwehr, was wir in der zweiten Hälfte fortsetzten. Da trug der Einsatz schnell Früchte bei der schmalen Personaldecke der Gäste. Wir haben von Beginn an im Angriff unser Heil in der Flucht nach vorn gesucht. Wir wollten schnell spielen und das funktionierte dann immer besser. In der eigenen Abwehr standen wir extrem gut und hielten voll dagegen. Vor allem der junge Kenny Kasper hatte da keine Berührungsängste. Und nachdem wir im Angriff anfangs nicht besonders klar kamen, zahlte sich auch der Wechsel auf die jungen Spieler aus. In der zweiten Hälfte lief mit William Thomschke und Felix Richter das Spiel nach vorn immer besser, wobei auch Marco Liese viel Tempo und Druck machte. Mit unserem schnellen Spiel konnten wir die wachsende konditionelle Überlegenheit super ausspielen. Mit wenig Fehlern trotz Tempospiel kamen dann auch die nötigen Tore.“ Nicht zu vergessen ist, dass mit Oliver Scholze ein Wahnsinns-Rückhalt im Tor stand, der den Gästen reihenweise den Schneid abkaufte. In den entscheidenden Phasen war der erfolgreich zur Stelle und leitete die Konter ein. Die Dresdener verzweifelten fast und versuchten immer mehr durch Liegenbleiben das Spiel zu verzögern. Das war wohl auch den Schiris zu viel, denen eine tadellose Arbeit zu bescheinigen ist. Schade, dass das nicht die Regel in der Liga ist. Dennoch war die Partie bis zur 50. Minute nicht entschieden und dem KJS gelang auch noch der Anschluss zum 26:25. Die HSV-Auszeit in der 52. Minute war wohl das letzte Zeichen zum Sturm und die Gastgeber setzten sich wie im Rausch sukzessive ab. Nun gelang beinahe alles und vier Treffer in Folge sicherten den Heimsieg. Der wurde trotz verworfenem Strafwurf aber bei größerer Überzahl für die Gastgeber besonders konditionell festgehalten. Auch das Fehlen von Liebschner, Schöne und Kuban wurde gut überspielt. Nun geht es mit viel Selbstvertrauen zum Auswärts-Highlight nach Bernstadt.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (7), Kasper, Drescher (2/1), Thomschke (5), Lüttke (2), Eppendorfer (6/1), Schulze (2), Richter (4), M. Scholze, D. Schwenke (5/3) und Drabant.

Eberhard Neumann


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