Trotz der knappen 29:27 (14:14)-Auswärtspleite sind die Pulsnitzer beim OHC nicht chancenlos.

Dem Wechsel guter und sehr guter Leistungen mit schwächeren ist in der vom Umbruch begleiteten Phase der laufenden Saison beinahe nur Positives abzugewinnen. Licht und Schatten werden weiter wechseln denn das neue Teamgefühl und Fortschritte müssen hart erarbeitet werden. So gesehen, ist die Niederlage in Bernstadt kein großer Beinbruch und hat ihre eigenen Lerneffekte. Immerhin hatten die Pulsnitzer ihren Anteil an einem ordentlichen Spitzenspiel in der Ostsachsenliga. Vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die Gastgeber keinesfalls so deutlich wie zu erwarten. Da entwickelte sich viel eher ein sehr ausgeglichenes Spiel zweier auf Augenhöhe agierender Teams. Hatten anfangs die jungen Gastgeber etwas mehr vom Spiel, drehten die Gäste Mitte der ersten hälfte die Partie, während  der OHC dann bis zur Pause kleinere Vorteile hatte. Dabei konnte sich kein Team mit mehr als zwei Toren absetzen, meist folgte dem jeweiligen Führungstreffer der prompte Ausgleich. Nach dem Wechsel blieb es beim gleichen Spiel. Da legte Bernstadt vor, Pulsnitz glich bis zum 19:19 aus. Anschließend holten die Oberländer einen kleinen Drei-Tore –Vorteil heraus, der schon vorentscheidend schien. Bis zum 25:22 wurde der behauptet, ehe es wieder enger wurde. Nach dem 27:25 glichen die Gäste nochmals mit zwei Treffern aus. Aber in der heißen Schlussphase versagten ihnen die Nerven hinten wie vorn und Bernstadt konnte sich doch noch über einen sehr knappen Erfolg freuen. Dabei war auch hier wieder einmal ein Remis gerechter. Dass es nicht dazu kam, sah Trainer Michael Schwenke in eigenen Fehlern: „Das gesamte Spiel war knapp. Im Angriff waren wir ganz gut drauf, aber es wechselten ganz gute Phasen mit schwächeren. Dabei spielten wir auch nicht so zwingend wie nötig. Besonders im linken Rückraum hatten wir Probleme. Ab der 39. Minute fehlte uns auch noch John Eppendorfer auf Halbrechts durch Rot. Grund war ein dummes Revanchefoul. Ansonsten fehlten in der harten, gut zur Sache gehenden Partie beiderseits ein wenig mehr Strafen, auch für Bernstadt. Im Angriff agierten wir zu statisch und nicht so zwingend wie im letzten Spiel. Auch die Torhüter konnten an das nicht anknüpfen. Alle Umstellungen fruchteten diesmal nicht.“ Erst der Torhüterwechsel Mitte der zweiten Hälfte brachte wieder mehr Ruhe ins HSV-Spiel. Dann kam der auch wieder heran und konnte angriffsseitig zulegen. Dabei ist der diesmal mit neun Toren sehr treffsichere Ronny Schöne hervorzuheben. Auch Felix Drescher gelangen zum Ende hin noch einige wichtige Treffer, aber letztlich reichte es dennoch nicht zum Punktgewinn. Schwenke resümierte deshalb noch einmal: „Vom Niveau her sind wir in der Liga gut dabei, zeigen aber zum Teil zu durchwachsene Leistungen. Unser Potenzial müssen wir ständig und stabiler abrufen. Im Umbruch gibt es eben auch dann und wann Rückschläge.“ Die gute Stimmung in der Halle wurde auch durch den Heimsieg des OHC befeuert. Für die Pulsnitzer Männer sollte das im nächsten Heimspiel gegen Obergurig auch wieder die entsprechenden Früchte tragen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Weißenfeld; Liese (3), Kasper, Drescher (5/2), Thomschke, Lüttke (1), Eppendorfer (1), Schöne (9), Liebschner, Schulze (4), Richter, M. Scholze und D. Schwenke (4/3).

Eberhard Neumann


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