Mit einem am Ende doch noch ungefährdeten 23:17 (11:9)-Auswärtssieg kann der HSV 1923 die Schleifer von Rang zwei verdrängen.

Die Partie in der Lausitz wurde zu dem, was sie versprochen hatte. Ein echtes Spitzenspiel konnten die Fans in der gut gefüllten Sporthalle in der Schulstraße von Schleife erleben. Beide Teams schenkten sich von Anbeginn nichts. So wurden durch recht sichere Abwehrreihen viele Angriffe des jeweiligen Gegners unterbunden, was sich am Ende auch in der insgesamt geringen Torausbeute niederschlägt. Ähnlich wie in früheren Spielen beider Kontrahenten gegeneinander hielten sich die Torerfolge in niedrigen Grenzen. Dabei hatten die Pulsnitzer davor nur zweimal die 30-erMarke überschritten. Die Lok-Teams konnten auch nur zweimal mehr als 21 Treffer erzielen. Minusrekord an Toren war bisher eine Partie der Serie 2004/05 beim 21:20-Auswärtssieg der Pulsnitzer, die seit der Jahrtausendwende noch nie die Punkte gegen die Lok liegen ließen. Diesmal waren das also 40 Treffer, die zusammen auf beiden Seiten im Netz zappelten. Im Schnitt gelangen den Gastgebern in den bisher sieben Spielen nur 25,57 Tore, dem Gast immerhin 30,71 pro Spiel. Das Verhältnis von fast sechs Toren Unterschied wurde auch im aktuellen Spiel mit der Differenz von sechs untermauert. Dabei stellen beide Teams die jeweils besten Abwehrreihen der Liga, wobei Pulsnitz ein Tor weniger kassierte. Die Heimpleite kostete Schleife zudem den komfortablen zweiten Rang, sie wurden sogar bis auf Platz sechs durchgereicht. All das Genannte unterstreicht die Torarmut der Partie, die ziemlich verbissen, aber immer fair geführt wurde. Besonders vor der Pause verpassten die Gastgeber zudem mehrere Chancen auf ein besseres Endergebnis. Da ließen sie einige klare Möglichkeiten aus. Die Gäste bedankten sich dafür in Halbzeit zwei und zogen etwas im Tempo an und brachten ihr 4:2-System besser zum Tragen. Insgesamt war Trainer Michael Schwenke sehr zufrieden: „Wir boten eine überzeugende Leistung beim bisherigen Tabellenzweiten. Unsere Abwehr war sehr gut und vor allem Kevin Hoppe steigerte sich im Tor beträchtlich im Vergleich zu den letzten Spielen. Trotz der sehr guten Abwehr im Verbund mit dem Torhüter boten wir im Angriff zu wenig. Das war zwar so schlecht nicht, aber vielfach herrschten Ungenauigkeit und dazu ein wenig Wurfpech. So kamen wir nie richtig weg.“ In der Halbzeitpause hatte Schwenke von seinem Team noch mehr Engagement verlangt. So sollte die Abwehr weiter stabilisiert werden, denn es musste mit klareren Angriffsbemühungen der Gastgeber zu Hause gerechnet werden. Im Angriff sollte besser geworfen werden, denn letztlich bestanden im gesamten Spiel Chancen auf mindestens zehn Tore mehr. Schwenke sah den Vorwärtsgang nach einigen Umstellungen später auch besser strukturiert: „Ab der 40. Minute hatten wir vorn aufs 4:2 umgestellt. Das brachte Lücken für den Rückraum vor allem mit guten Toren von Kenny Kasper und Marco Schulze am Kreis machte seine Dinger rein. Die Fehler wurden minimiert und dann spielten wir unseren Stiefel runter.“ Durch den Erfolg rückt Pulsnitz demzufolge auf Platz zwei vor, hat aber auch schon erheblichen Rückstand zum klaren Spitzenreiter Hoyerswerda II. Im nächsten Spiel gegen Koweg Görlitz II ist ebenfalls ein Sieg geplant. Das gilt es mit einer wieder couragierten Leistung aller Mannschaftsteile umzusetzen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Weißenfeld; Kasper (3), Drescher (4/2), Thomschke, Liese (1), Lüttke (2), Eppendorfer (3), Schöne (3), Liebschner, Schulze (6), Richter, M. Scholze und D. Schwenke (1)

Eberhard Neumann


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