Mit einem klaren 27:18 (13:12) Heimsieg gegen Koweg Görlitz II kann der HSV Rang zwei festigen.

So richtig klar war vor der Partie im Pulsnitzer Sportforum keinem, was da passieren würde. Die Gastgeber hatten mächtigen Respekt vor den teils auch Sachsenliga-Erfahrenen Neißestädtern. Bisher hatten die auch noch gute Ambitionen auf einen der Spitzenplätze der Liga. Dabei hatten sie in der Woche zuvor nach souverän geführter Partie im Stadtderby gegen NSV Görlitz noch knapp mit 24:23 gepatzt. Den verlorenen Boden wollten sie in Pulsnitz wieder gut machen. Und der NSV hatte tags zuvor zu Hause gegen Oberlichtenau auch mit 29:26 verloren, sollte also zumindest tabellarisch wieder überholt werden. Die nächste Unbekannte für die Gastgeber war, wie sich vor allem die Jungspunde des HSV gegen die alten Füchse aus der Grenzstadt bewähren würden. Und gerade denen gab Trainer Michael Schwenke sehr viel Vertrauen und Einsatzzeiten. Dahingehend wurden er und die Fans schon mal nicht enttäuscht. In Halbzeit eins waren die immer im harten und engen Fight zur Stelle. Was sie dann nach dem Wechsel zeigten war a la Bonheurs. Die Abwehr stand super und dahinter knöpfte ein souveräner Oliver Scholze den Gästen den Schneid ab. In den letzten sechs Minuten tat es ihm der junge Kevin Hoppe dann gleich. Dass nach dem 27:14 dem Gegner mit vier Treffern noch Ergebniskosmetik zugelassen wurde, geht nicht auf seine Kappe. Das war dem schluderhaften Schlussauftritt seiner Vorderleute geschuldet und den vorn leichtfertig vergebenen Chancen im Gefühl des sicheren Sieges. Auch Schwenke sah das als verzeihbaren Misston im erfolgreichen Jugendkonzert: „Die Schlussminuten spiegeln den Spielverlauf wenig wider. Normalerweise mussten wir noch höher gewinnen, aber die Fehler nach unserem Tempolauf sind zu verschmerzen.  Am Anfang war es für uns eher eine schwere Geburt. Da spielten wir viel zu statisch und hatten leichte Ballverluste nach vorn. So blieb Koweg immer dran. Die Jugend machte das dann auf der rechten Seite immer besser. Vor allem Kenny Kasper wird da immer stabiler. Und Oliver Scholze war wieder stark im Tor. Wir arbeiten weiter konsequent an der Vorwärtsbewegung. Denn immer, wenn wir schnell spielen, spielen wir auch besser und erfolgreicher. Heute zeigte sich, dass wir keine Bange um die Zukunft haben müssen. So werden weitere erfolgreiche Spiele folgen.“ Wie recht er damit hatte, zeigt ein Blick auf die Torstatistik. Da netzten die jungen Kasper, Richter und Thomschke mehrfach ein, während erfahrene wie Eppendorfer oder Schöne leer ausgingen. Oldie Tobias Liebschner glänzte gar mit einem erfolgreichen Konter, was beweist, der Teammix ist intakt. Der wurde maßgeblich auch von den älteren Spielern wie Marco Liese, Marco Schulze und Daniel Schwenke mitgetragen. Wie super das funktioniert, wurde besonders zwischen der 34. und 53. Minute klar aufgezeigt. Da demontierte der HSV den Gast mit einem fast sensationellen Lauf vom 14:13 bis zum 26:13. Selbst zwei Auszeiten in dieser Phase brachten die gestandenen Meißner, Kuhnt und Krause nicht zurück ins Spiel. So konnte deren Aufbäumen im Schlussgang nichts mehr bewirken, zeigt aber auch, dass solche Spieler vom alten Schlag nie aufgeben. Gut also, dass es für Pulsnitz davor die tollen 19 Minuten gab. Jetzt geht der gesamte Focus schon wieder auf die nächste Partie. Die bringt schon am Sonntag das obligatorische Stadtderby in der Pulsnitzer Halle mit Gastgeber Oberlichtenau. Werbung dafür sollten beide Teams mit ihren Auftritten an diesem Wochenende gemacht haben. Damit ist auch der Bogen zu Görlitz wieder gespannt denn da stieg wie schon gesagt das städtische Derby bereits in der Vorwoche mit dem knappsten aller Ergebnisse. Mal sehen, wie das in der Pfefferkuchenstadt sein wird.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (9/4), Kasper (2), Drescher, Thomschke (2), Eppendorfer, Schöne, Liebschner (1), Schulze (5), Richter (2), M. Scholze und D. Schwenke (2).

Eberhard Neumann


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