Mit einer am Ende noch etwas versöhnlichen 24:28 (11:16)-Pleite bleiben die HSV-Männer Tabellenfünfte.

Die Pfefferkuchenstädter wollten in der Vor-Adventszeit ihrem Anhang noch einmal einen Sieg schenken. Dazu kam es allerdings nicht, weil der Tabellenführer LHV Hoyerswerda II nicht nur zu Gast war, sondern sich in Pulsnitz sehr wohl fühlte. Der Jahreszeit angemessen wollte der auch keine Geschenke verteilen und solche nicht zurücklassen. So begannen die Gäste wie das eigentlich die Gastgeber vorhatten. Die dazu größere Erfahrung und Routine auf Seiten des LHV gab den Ausschlag über den Ausgang der Partie. Bereits von der ersten Minute an wurden die Weichen gestellt. Die Gastgeber verordneten dem gefährlichsten LHV-Angreifer Nico Pollack gleich mal Manndeckung, die dem nur geringe Entfaltungsmöglichkeiten über alle 60 Minuten bescherten. Auf Pulsnitzer Seite wurde gleich in den ersten Sekunden Abwehrspezialist Tobias Liebschner seinerseits durch die erste gelbe Karte gebremst und in seinem gewohnt ‚hart aber fair‘ gehemmt. Zwar ging es erst einmal 13 Minuten munter hin und her, aber es war nicht zu übersehen, dass besonders die jungen HSV-Spieler noch einiges an Weiterentwicklung brauchen, um solchen Gegnern erfolgreich Paroli zu bieten. Der wegen Verletzung aus dem letzten Spiel geschonte Marco Liese fehlte auf der Mittelposition augenscheinlich. So kam nicht die nötige Angriffsstruktur zustanden, die dem LHV Kopfzerbrechen gemacht hätte. Bis zur besagten 13. Minute beim 5:5 unterliefen dem HSV schon fünf Fehlwürfe, darunter zwei Strafwürfe und drei technische Fehler. Die auch nicht überzeugenden Gäste nutzten ihre Möglichkeiten effektiver und zogen danach erstmals mit fünf Toren in Folge weg. Pulsnitz ermöglichte das innerhalb von nur vier Minuten durch je drei weitere Fehler und Fehlwürfe. Das resultierte aus zu hektischem und unkontrolliertem Anrennen. Die Fehlerstatistik ließe sich fortführen, verdeutlicht sie doch nur die eigenen Möglichkeiten, liegen gelassene Chancen und das Lernpotenzial der Jugend. Der Gegner war indes eben nicht so überwältigend gut wie er das im Ergebnis der Folgezeit ausdrückte. Die Hypothek des Fünf-Tore-Rückstands konnten die Gastgeber nie so abbauen, dass sie möglichst in Schlagdistanz kamen. Im Gegenteil, die Gäste kontrollierten weiter die Partie und setzten sich zeitweise bis auf zehn Tore Differenz ab. Zum Ende hin ließen sie noch etwas die Zügel schleifen und die HSV-Jungs kamen besser ins Spiel, konnten aber lediglich Ergebniskosmetik betreiben. Trainer Michael Schwenke war sauer, besonders wegen einigen Auslegungen, die sein Team hemmten. Mit dem war er „heute auch unzufrieden mit dem Spiel gegen nicht überzeugende Tabellenführer. Dem hat seine Stabilität gereicht, die uns zurzeit fehlt. Wir befinden uns derzeit in einem kleinen Tief und es ist bitter, dass gerade in diese Delle die Spiele gegen Oberlichtenau und Hoyerswerda fielen. Es ist typisch für einen Umbruch, dass vieles noch nicht so zusammen passt wie es soll. Nach vorn werden zu viele einfache Bälle verloren. Anfangs haben wir dazu den Torhüter berühmt geworfen, dann wurde auch die Chancenverwertung etwas besser. Der LHV hat zum Ende hin nicht voll durchgezogen und den Vorsprung verwaltet. Bei unseren Spielern muss vor allem das Selbstvertrauen wachsen, dann wird vieles besser. Wir haben jetzt noch zwei Spiele, werden über den Jahreswechsel daran arbeiten, um besser im nächsten Jahr rein zu kommen. Dann kann einiges einfacher werden. Heute überzeugte nur Oliver Scholze im Tor und auch Kevin Hoppe kam das zu Schluss besser rein.“ Positiv zu bemerken, dass außer Oliver Lüttke alle im Angriff eingesetzten Spieler am Torewerfen beteiligt waren. Lüttke seinerseits rieb sich in der Manndeckung auf Pollack auf und konnte wenig für den Angriff beisteuern. Nach einer Woche Pause steigen das Spiel gegen Sagar und danach der Pokalknüller in Bernstadt.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Kasper (3), Drescher (4/1), Thomschke (3), Lüttke, Eppendorfer (3/2), Schöne (5), Liebschner, Drabant (1), Schulze (2), Richter (1) und D. Schwenke (2).

Eberhard Neumann


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