Mit einer wieder ganz schwachen ersten Hälfte gewinnt der HSV mit 29:18 (9:11) nach starker zweiter noch klar gegen Sagar.

Dieses letzte Spiel der Hinrunde war für die Pulsnitzer Männer wie eine Offenbarung ihrer durchwachsenen Auftritte nicht nur in dieser Saison. Immerhin bot die Partie gegen Sagar noch einmal die Möglichkeit der Erinnerung an die gemeinsame Verbandsligazeit. Dabei hatten die Gäste deutlich größere Baustellen und Probleme zu beackern. Nur ein Keeper und acht Feldspieler machten besonders deutlich, unter welchen Personalproblemen das Team leidet. Einige Spieler schienen zudem mit ihrem Einsatz auch leicht überfordert. Jedenfalls machten sie aus diesen schlechten Vorzeichen noch das Beste, während sich die Gastgeber der eher vorherrschenden Langeweile anpassten. Das zuvor geplante Frauenspiel war ausgefallen und auch das Männerspiel hatte recht wenige Interessenten auf der Tribüne gefunden. Und die trauten ihren Augen kaum, denn der HSV spielte wie zu Anfängerzeiten. Die Abwehr stand überhaupt nicht und war ohne Tobias Liebschner und Marco Schulze wie ein Tiger ohne Biss. Und vorn schien überhaupt nichts klappen zu wollen. Selbst beste Möglichkeiten auch aus Kontern wurden regelrecht verdaddelt. Dazu kam eine Strafwurfausbeute, die schlimm war. So konnte Trainer Michael Schwenke dem Pulsnitzer Spiel nichts Positives abgewinnen, lagen seine Männer schon mit 1:4, 2:6, 3:8 und 5:10 zurück, ehe wenigstens ein kleiner Ruck durchs Team ging. Ab der 20. Minute verließen die Gäste bereits die Kräfte und Pulsnitz begann aufzuholen und nur noch ein Gegentor wurde bis zur Pause zugelassen. Nach dem Wechsel folgte ein Lauf von acht Toren ohne weiteres Gegentor und die Partie war entschieden. Da machte sich bemerkbar, dass endlich in der Defensive aggressiver und bedingungsloser zugegriffen wurde. Inzwischen sorgte da auch der angekommene Marco Schulze hinten für mehr Stabilität. Alles Weitere war dann beinahe Formsache. Die Gäste kämpften weiter um ein achtbares Ergebnis, mussten aber auch zweifach nach je drei Zeitstrafen weitere Schwächungen hinnehmen und zuletzt ohne Wechsler auskommen. Schwenke war dann endlich zufriedener und wollte die erste Hälfte vergessen wissen: „Wir hatten die beiden letzten Niederlagen in den Köpfen. So wurden oft die falschen Entscheidungen getroffen, Fehler über Fehler produziert, nicht so gespielt wie wir wollten und hinten wurde nur gepatzt. So nehmen wir besser die zweite Halbzeit mit, bei Steigerung aller und den folgenden positiven Aktionen. Der Gegner hatte in der zweiten Halbzeit auch nicht mehr viel zuzusetzen. Nach dem 5:10 ging es wie ein Ruck durchs Team und vor allem die zweite Welle sah besser aus. In der Pause appellierte ich daran, mehr an Selbstbewusstsein und größerer Ballsicherheit zu bekommen. Das Positive ist, dass wir uns selbst aus dem zwischenzeitlichen Leistungstief gezogen haben und zu normalem Handballspiel übergegangen sind.“ Nach dem kurzen Aufbäumen der Sagaraner bis zum 19:15 wurde die Partie dann für Pulsnitz fast noch zum Selbstläufer. Schwer in Tritt gekommen, wurden dann die nachlassenden Gäste ausgekontert. Für das letzte Spiel in diesem Jahr sollte das wenigstens neue Motivation sein. Am kommenden Sonnabend folgt dann das ganz schwere Pokalspiel in Bernstadt. Die Steigerung kam so hoffentlich zur rechten Zeit, zumal die Gastgeber dann wohl auf einer Euphoriewelle schwimmen werden. Seit der letzten Pleite bei KJS Dresden gab es fünf  Siege in Serie. Immerhin fügten sie im parallelen Punktspiel dem verlustpunktlosen LHV die erste Niederlage bei.

Pulsnitz spielte mit: Weißenfeld, O. Scholze; Liese (6), Kasper (1), Drescher (6/1), Thomschke, Lüttke (5), Eppendorfer (2), Schöne, Drabant (1), Schulze (4) und D. Schwenke (4/1).

Eberhard Neumann


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