Dez 18

Trotz einer ansprechenden Leistung und permanenter Führung verliert der HSV mit 27:25 (13:15) noch knapp bei den starken Bernstädtern.

Es war auch in Bernstadt wieder einmal das Spiel der zwei Seiten der Pulsnitzer mit Licht und Schatten. Seit langem sind die Pfefferkuchenstädter nicht in der Lage, 60 gleichwertige Minuten auf die Platte zu bringen. Das ist auch nicht nur mit Umbruch und Einbau junger Spieler zu begründen. Sicher, diesmal fehlten mit Schöne, Lüttke, Liese und anderen gleich mehrere wichtige Spieler. Vor allem auf der Mitte haperte es so mächtig. Hinten wurde Oliver Lüttke auf der Spitze im 5:1 vermisst, inklusive seiner Konter. Vorn waren es die Ideen und auch die nötigen Tore von der Aufbau-Mitte, für die sonst Marco Liese verantwortlich ist. Auch die Anspiele zum Kreis fehlten deshalb fast gänzlich. So verpuffte vielfach das erfolgversprechende 4:2-System. Daniel Schwenke und Marco Schulze erhielten kaum ein verwertbares Anspiel. Da fiel es kaum auf, dass John Eppendorfer nach langer Durststrecke endlich wieder einmal zu gewohnter Form auflief. Aber bei dem waren nach 45 Minuten auch die Kräfte am Ende, was Übungsleiter Michael Schwenke zu Änderungen veranlasste: „Da Eppendorfer noch nicht wieder bei hundert Prozent angekommen ist und nach drei Vierteln des Spiels abbaute, musste ich umstellen. Das war wohl der Knackpunkt, weil wir nicht mehr so zwingend und variabel in die Angriffe gingen. In der Folge ging das Spiel weg, da wir mit Pfostenwürfen und zwei Kontern unsere Führung vergaben.“ Schon zuvor hatten sich die Gastgeber mehrfach zum Remis heran gekämpft, aber Pulsnitz setzte immer wieder als Antwort den Führungstreffer. Nach dem 22:21 aus Gäste-Sicht kippte die Partie und der OHC, super angefeuert vom Publikum der fast vollen Halle, übernahm die Führung. Die konnten sich die Scholze und Co. dann bis in die Schlussminuten nicht mehr zurück erobern. Zu viele eigene Fehler, Mängel in der Konzentration und fehlende Flexibilität ließen nicht mehr zu. Dabei steigerten sich die Gastgeber noch einmal bei neuer Luft schöpfend. Ebenfalls verbissen, kein Risiko scheuend, hielten sie den Sieg fest. Den hatten die HSV-Männer schon vorher mehrfach vertändelt, als es nicht gelang, die Führung entscheidend auszubauen. Nach guten ersten 25 Minuten mit mehrfacher Fünf-Tore-Führung, zuletzt beim 14:9, wurde der Sack nicht zugebunden. So blieb der am Ende fürs Fest leer, was für umso mehr Freude beim Gegner sorgte. Schwenke war letztlich wieder nicht unzufrieden, konstatierte er immerhin weitere Steigerungen: „Ich bin ganz zufrieden, bei einer der stärksten Mannschaften der Liga mit unserer ausgedünnten Personaldecke ordentlich bestanden zu haben. Unser Bester war heute Oliver Scholze im Tor, auch John Eppendorfer zeigte ein gutes Spiel. Hinten raus fehlten uns die wichtigen Tore, aber nicht die Fehler. Von denen machte der Gegner einige weniger, was dann spielentscheidend war. Insgesamt war es wieder eine ordentliche Leistung. Mit voller Kapelle war auch mehr drin. So müssen wir weiter am Abstellen der Fehler arbeiten, auch um in engen Phasen einen Vorsprung zu halten. Dazu muss auch noch mehr Abgezocktheit kommen. So können wir weiter optimistisch an die nächsten Punktspiele gehen.“ Jetzt ist erst einmal Weihnachtspause. Dann geht es nach dem Jahreswechsel am 7. Januar 2018 weiter mit dem Heimspiel gegen Radeberg II.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Kasper (3), Drescher (4), Thomschke, Eppendorfer (10/3), Liebschner, Drabant (1), Schulze (2), Richter (2), M. Scholze (2) und D. Schwenke (1).

Eberhard Neumann


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