Mit einem klaren 35:20 (14:11)-Heimsieg gegen die Radeberger Zweite gelingt den HSV-Männern Einstand nach Maß in die Rückrunde.

Besser als mit dem letztlich deutlichen ersten Sieg im neuen Jahr konnte der Start für die Pulsnitzer Männer von Michael Schwenke nicht verlaufen. Dennoch konnten die Gastgeber auch diesmal gegen die Radeberger Verbandsligareserve ihre zwei Gesichter nicht ablegen. Endlich mal 60 Minuten Erfolgshandball am Stück zu liefern, blieb auch am Sonntag in der ersten Halbzeit versagt. Dass bei den Gästen wirklich von Reserve zu sprechen war, ließ deren Besetzung schon zu. Immerhin liefen sie mit Stammkräften der ersten wie Rathmann und Stein auf. Damit waren eigene Ausfälle allemal kompensiert. So war nicht verwunderlich, dass sich die diesmal optimal besetzten Gastgeber erst einmal ihre Hausnummern hart erarbeiten mussten. Entsprechend eng verlief die erste Halbzeit mit Anfangsführung der Gäste. Immer, wenn es den Anschein hatte, Pulsnitz könne sich nun absetzen, schloss der RSV wieder auf. So geschah es nach dem 6:3 zum 7:6 oder danach vom 10:8 zum 11:10. Erst nach dem Wechsel kamen die Pfefferkuchenstädter richtig ins Laufen. Sofort wurde der bis dahin knappe Vorsprung ausgebaut und vom 17:13 nach 34 Minuten durch vier Treffer in Folge zum 21:13 vorentscheidend erhöht. Schwenke hatte dazu plausible Erklärungen: „Anfangs hat der RSV gut gegengehalten. Später als die Gästetruppe k.o. war, konnten wir unsere Vorteile ausspielen und schnell die Entscheidung herbeiführen. In der zweiten Halbzeit wurde von uns auch das gemacht, was wir gewollt hatten. Gelangen vor dem Wechsel noch zu wenige Tore, so wurde das in der starken zweiten Hälfte besser gemacht. Von der Mitte wurde das Spiel gut gelenkt, die Halben liefen entsprechend ein und mit Marco Schulze, einem heute top Kreisläufer, ging der Kapitän erfolgreich und vorn wie hinten beispielhaft voran. Insgesamt gesehen, war auch unsere Abwehr stabil und hatte dahinter zwei gute Torhüter.“ So konnte der Coach fast nur loben, vor allem auch, weil vieles nach seinen Vorstellungen lief. Er testete mehrere Systeme und sah ein Niveau seines Teams, in das sich beim Durchwechseln jeder nahtlos einfügte. Als die Radeberger hinten immer offener wurden, klappten auch viele gute Spielzüge, die die Fans in der sehr gut gefüllten Halle oft sogar raunen und staunen ließen. Darunter war auch ein als Tor des Jahres verdächtiger Rückhandwurf von Schulze, der zudem die Spielfreude der HSV-Spieler verdeutlichte. Dass alle Pulsnitzer mit vollem Engagement dabei waren beweisen auch die drei Tore von Youngster Felix Richter zwischen der elften und 14. Minute. Außer den beiden Abwehrspezialisten Daniel Schwenke und Tobias Liebschner waren alle anderen zehn Feldspieler torhungrig und erfolgreich. Die Fans honorierten die guten Leistungen mit Applaus, ehe es zum  Ende hin durch die Überlegenheit beinahe langweilig wurde. Für Schwenke war jedenfalls „der Start ins neue Jahr ein Schritt auf dem richtigen guten Weg. Jetzt müssen wir weiter an der Stabilität arbeiten, um kontinuierlich solche Spiele anbieten zu können.“ Dass trotzdem noch vieles würdig für  Verbesserungen ist, zeigen die vielen technischen Fehler und die unkonzentrierte Chancenverwertung. Zwar sind 14 Fehler verschmerzbar, aber nicht derer allein zehn inklusive drei Konter in der guten zweiten Hälfte. 15 Fehlwürfe, darunter sieben Hundertprozentige, sind ebenfalls noch einige zu viel. Stärkere Gegner bestrafen das auf dem Fuße. Trotzdem sieht Schwenke dem nächsten Auswärtsspiel entspannt entgegen. Auch wenn er am kommenden Sonnabend wegen Skilager mit der Schule nicht gegen Sagar dabei sein kann, erwartet er in Bad Muskau ein ähnliches Spiel und einen klaren Sieg. Doch auch der muss erst einmal erkämpft werden und dazu ist eine solide Leistung abzurufen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (5/1), Kasper (1), Drescher (4), Thomschke (1), Lüttke (2), Eppendorfer (7), Schöne (3), Liebschner, Schulze (8), Richter (3), M. Scholze (1/1) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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