Der HSV revanchiert sich mit 24:21 (10:10) im Rückspiel und einer starken kämpferischen Leistung gegen den NSV Görlitz für die 27:22-Hinspielpleite.

Da mussten die Männer von Michael Schwenke schon an die Reserven gehen, um am Ende mit dem NSV Görlitz  einen eher gleichwertigen Gegner im Heimspiel zu bezwingen. Möglicherweise waren es diesmal neben den immer wieder aufblitzenden tollen spielerischen Fähigkeiten die nötigen Körner mehr, die das Plus und die Punkte bedeuteten. Aufblitzen deshalb, weil trotz allem weiterhin die Stabilität über volle 60 Minuten fehlte und so die Vorteile im gebundenen Angriffsspiel nicht kontinuierlich Früchte trugen. So mussten die beiden Abwehrreihen Schwerstarbeit leisten, um hinten dicht zu machen und die Angriffe einzuleiten. Auf beiden Seiten blieben wieder einmal Torerfolge eher Mangelware. Vor allem in der ersten Hälfte schenkten sich beide Parteien nichts und so gelang es keinem, zählbare Vorteile zu erzwingen. Trotz aller Kampfspiel-Rivalität blieb die Partie durchweg fair, wenn auch hart. Bestes Beispiel dafür war eine Aktion in der 19. Minute bei einem schnellen Gegenstoß der Gäste. Miteinander Richtung Pulsnitzer Tor sprintend, kamen beide Spieler zu Fall. Die Schiris hatten bereits Rot für Marco Liese gezogen und wollten mit Blau veredeln. Den diesjährigen Fairness-Preis verdienend, bestätigte der Görlitzer Robert Kubitz, nicht derart schwer behindert und getroffen zu sein, so dass Rot und Blau gestrichen wurden. Eine tolle Geste des sonst auch ab und an eher als bissiges Raubein bekannten Kubitz. Einer der wichtigsten Pulsnitzer blieb so im Spiel und vielleicht sogar einer der Matchwinner. Die Aktion brachte beim 5:6 zwar eine längere Pause für alle, änderte am engen Spiel der ersten Halbzeit aber nicht viel. Erst nach dem Wechsel kam in die schon vorher gute Abwehrarbeit der Gastgeber noch etwas mehr Stabilität durch den Einsatz von Oldie Tobias Liebschner. Die Gäste kamen dann nicht mehr zu so einfachen Abschlüssen, vornehmlich über die linke Seite wie zuvor. Und hinter dem Bollwerk stand noch ein Keeper, der wieder reihenweise auch todsichere Gegentore verhinderte. Oliver Scholze hielt mit seinen 15 Paraden die Gastgeber im Spiel. Darunter vereitelte er bis zur 30. Minute fünf Hundertprozentige. Die gewonnenen Bälle wurden aber einmal mehr oft nicht in eigene Tore umgemünzt. So unterliefen in der ersten Hälfte acht und in der zweiten neun Fehlwürfe. Die technischen Fehler hielten sich dagegen diesmal, wohl auch wegen dem insgesamt geringen Tempo mit zehn in Grenzen. Nach dem Wechsel dominierten die Pfefferkuchenstädter die Partie eindeutiger, ohne sich aber entscheidend absetzen zu können. Die Gäste gaben nie auf, auch wenn langsam bei einigen die Kräfte zu schwinden schienen. Bis zum 15:15 blieb die Partie besonders eng und auch leichte Vorteile beim 20:16 oder 22:17 konnten nicht ausgebaut werden. Der NSV kam sogar wieder bis auf drei Tore heran. Dennoch war der Coach sichtlich erleichtert und zufrieden: „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen starken Gegner. Abwehr und Torwart waren heute gut drauf. Durch eine ordentliche Abwehr des Gegners aber blieb die Partie immer eng. Es war vielfach in Ordnung, dass wir uns dabei dennoch oftmals gut durchsetzen konnten. Vor allem John Eppendorfer hat gut an den Ketten gezogen. Im Angriff hat wenigstens Markus Scholze auf Linksaußen getroffen und Kenny Kasper zeigte seine gute Entwicklung. Ich bin zufrieden mit dem Kampfsieg, auch wenn’s nicht besonders schön aussah. Zudem war ich positiv überrascht, dass Kubitz zugab, von Liese nicht hart getroffen zu sein.“ So steht eben ein wichtiger Heimerfolg und damit weiter Tabellenplatz vier zu Buche. Zunächst geht es in Sohland und danach mit drei Wochen Spielpause weiter.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (4/2), Kasper (2), Drescher, Thomschke (1), Lüttke, Eppendorfer (8/2), Schöne (2), Liebschner (1), Richter, M. Scholze (3) und D. Schwenke (3).

Eberhard Neumann


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