Mit einem klaren 32:24 (14:8)-Auswärtssieg in Sohland untermauern die Pulsnitzer Männer ihren guten vierten Rang.

Die Begegnung der Pulsnitzer und Sohlander hatte so etwas wie ein Novum. Mit Tobias Liebschner – musste diesmal nicht einmal eingesetzt werden – konnte sich nur einer der Gästespieler an eine Partie mit den Sohlander Gastgebern erinnern. Die stieg vor gut 18 Jahren, als der HSV seinen Aufwärtstrend in Liga fünf bis vier begann. Die Oberländer dagegen verblieben in Liga sechs und sieben. Für Pulsnitz hatte die Partie eher den Beigeschmack eines Neuanfangs. Der Umbruch des Teams von Michael Schwenke und Start in der Bezirksliga sind auf Perspektive ausgerichtet. Auch für Sohland hat die Saison Neues parat. Erstmals spielt das Team von Peter Westerbek jetzt nur als zweite Mannschaft. Ursache dafür ist die HVO-Spielgemeinschaft mit Cunewalde, deren erste Mannschaft Sachsenliga spielt. Spielerisch hat das auch für die zwei Kontrahenten des Sonnabends unterschiedliche Ausgangslagen. Pulsnitz ist um Heranführung der Jugend und um steigende Stabilität bemüht, bei Sohland sind kaum Fortschritte erkennbar. Dem Rechnung tragend, begann Schwenke diesmal auch nicht mit der Stammformation und es ließ sich trotzdem recht gut für die Gäste an. Zuvor aber mussten sie ihren ersten Angriff beenden und zurück auf Null. Die Anzeige lief trotz Anpfiff des Spiels noch nicht mit. Sukzessive setzten sich dann die jungen Pulsnitzer ab und hatten bereits ein Polster von neun Toren erarbeitet, ehe die Gastgeber bis zum Wechsel  wieder etwas heran kamen. Beide gingen optimistisch in die Pause und wollten danach Besseres bieten. Immerhin hatten die Pfefferkuchenstädter schon eine Menge guter Gelegenheiten liegen lassen. War diesmal trotz Haftmittelverbot die Fehlerquote bis dahin mit drei unsagbar gut, so war das Wurfergebnis fast verheerend. Wenn nicht Torhüter Oliver Scholze mit schon elf Paraden bis zum Wechsel geglänzt hätte, konnte die Partie in die Hosen gehen. Unter 14 HSV-Fehlwürfen befanden sich sage und schreibe elf Hundertprozentige. Gut, dass Sohland so schwach war und das nicht für sich nutzen konnte. Das war auch der Ansatzpunkt von Schwenke bei seinem Resümee: „Das war heute ein mehr oder weniger lockerer Sieg gegen einen schwächeren Gegner.  Der war allerdings auch besser besetzt als im Hinspiel. Unser Problem war, dass wir viel zu schlecht geworfen haben. Spielerisch haben wir alles ganz gut gelöst, aber der Abschluss war teilweise fast katastrophal. Immer wieder hatten wir durch Fehlwürfe Stockungen im Getriebe. Aber glücklicherweise hatten wir mit Oliver Scholze auch einen starken Keeper im Kasten. Der brachte den Gegner teilweise fast zur Verzweiflung. Insgesamt mussten wir die Partie noch deutlicher machen.“ Die zweite Halbzeit ähnelte vielfach der ersten, wurde aber konzentrierter gespielt. Statistisch änderte sich aber wenig. Vor allem bis zur 38. Minute herrschte wieder Schlendrian, prompt kam Sohland auf vier Tore Differenz heran, konnte aber keinen weiteren Bodengewinn erzielen. Bis dahin hatte der Gast schon wieder fünf Fehlwürfe und nur zwei Torwartparaden produziert. Danach wurde es zwar besser, aber der Vorsprung konnte auch nach dem 14:22 in der 45. Minute nicht deutlicher ausgebaut werden. Vielmehr ließen sich die HSV-Männer auf offenen Schlagabtausch ein und vergaben zudem eine Möglichkeit nach der anderen. Insgesamt 27 Fehlwürfe, davon 18 Hundertprozentige, sind in einem Spiel gegen stärkere Gegner sicher mit Punktverlust verbunden. Dann müssen auch gute 18 Torhüterparaden her, um das auszugleichen. Schwenke war trotzdem zufrieden und blickte nach vorn: „Unsere späte Umstellung zum 4:2 im Angriff begann erst schlecht. Als die Kreisläufer besser eingesetzt wurden, lief das optimaler. Schade, dass der Angriff nicht so zielgerichtet wie gewünscht lief. Auf der Platte boten wir Unsicherheiten, die nicht notwendig waren. Trotz allem bin ich der Meinung, dass wir in Abwehr und Angriff gut aufgestellt sind und nur unsere Chancen besser nutzen müssen. Das nächste Spiel ist nun erst in vier Wochen. Dann kommt Bernstadt zu uns. Nach bisher zwei Niederlagen gegen den OHC in der Saison werden wir einen heißen Kampf liefern.“ In der Schlussphase wechselte Schwenke wieder auf die Stammsieben zurück. Nach auf fünf Tore geschmolzenem Vorsprung wurde der Sack zugebunden und das noch klarere Ergebnis gesichert.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (2), Kasper, Drescher (2), Thomschke (2), Lüttke (4), Eppendorfer (5/2), Liebschner, Drabant (1), Schulze (7), Richter (5), M. Scholze (2) und D. Schwenke (2)

Eberhard Neumann


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