Mit dem 28:26 (17:20) verliert der HSV in dieser Saison zum dritten Mal gegen den OHC mit nur zwei schmeichelhaften Toren.

Ja, berauschend sind das Ergebnis und die abermalige Niederlage gegen die Bernstädter für die Männer von Michael Schwenke nicht. Dafür gibt es auch keine Entschuldigungen. So wurde die Schiriansetzung bemängelt, denn immerhin war Hoyerswerda für das Spitzenspiel angesetzt. Die Zusestädter hatten tags zuvor interessanterweise verloren und fast die Tabellenführung eingebüßt. Bernstadt scheint kein ernsthafter Aufstiegskonkurrent zu sein, da nach deren Aussagen nicht aufstiegsbereit. Doch Aufstiegsambitionen sollten auch für Pulsnitz noch weit hinten an stehen, denn die fehlende Stabilität und Sicherheit über die laufende Saison unterstreicht die Unzulänglichkeiten im Umbruch. Ein Aufstieg käme sicher zu zeitig. Die HSV-Männer sind einfach nicht in der Lage, ihr Zwei-Halbzeitgesichter-Image abzulegen. Einer vernünftigen ersten Hälfte folgte eben auch diesmal eine absolut indiskutable zweite. So sah das auch Trainer Michael Schwenke: „Wir sind noch nicht reif für die Verbandsliga. Vorher war ich noch guter Dinge, aber jetzt bin ich sehr enttäuscht. In der zweiten Halbzeit gelangen uns nur sechs Tore und wir konnten nicht an die gute erste anknüpfen. Wir sind nicht stabil genug, machen in einem ansonsten ordentlichen Spitzenspiel zu viele Fehler. Es reicht noch nicht für ganz vorn. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht annähernd so viel Druck wie davor gemacht. Da lief nicht mehr viel zusammen und einige schienen keinen richtigen Bock zu haben, um zu gewinnen. Wir können die individuellen Schwächen und Ausfälle einfach nicht kompensieren. Vielleicht waren wir auch zu reserviert, weil es sich wie ein Auswärtsspiel anfühlte. Zwar lief die erste Halbzeit recht ordentlich, aber wir bekamen da schon zu viele Gegentore eingeschenkt.“ Bis zum Wechsel zeichnete sich in einem schnellen Spiel beider Teams ein permanenter Schlagabtausch ab. Nach dem Wechsel herrschte aber nur noch viel Gewürge mit beiderseits wenigen Toren. Dass die Partie in den Schlussminuten wieder aus den Händen gegeben wurde, ist bedauerlich, aber symptomatisch für das HSV-Spiel. Lediglich Kenny Kasper bot ein gutes Spiel, aber auch er ging nach dem Wechsel mit unter. Ob die Partie bei anderer Anfangs-Konstellation anders gelaufen wäre, bleibt auch wieder fragwürdig. Leichtgewicht Oliver Lüttke traute sich wohl, nachdem er rotwürdig im Konter in der 25. Minute abgeräumt wurde, nichts mehr zu. Symptomatisch auch, dass die in dieser Situation echauffierte Bank erst bestraft wurde und danach der foulende nur zwei Minuten bekam. Die ständig auf totale Fairness plädierenden Bernstädter jedenfalls zogen diesmal den jungen Pulsnitzern mit einigen Unsauberkeiten die Zähne. Für Pulsnitz heißt das für die Zukunft aber auch, intensiver gegenzuhalten, als sich hängen zu lassen. So war jedenfalls die zweite Hälfte nicht annähernd so positiv gelaufen wie die davor und trübte den ersten Eindruck eines schönen, flotten Spitzenspiels. Die Pulsnitzer Youngsters müssen noch mächtig zulegen, um dem Team den nötigen Rückhalt zu geben. Alle, außer mit Abstrichen Kasper, blieben diesmal torlos, mehr stagnierend als vorwärts kommend. Aber auch die älteren hatten scheinbar anderes im Kopf. Wenn Aufstiegsambitionen aus den Köpfen verdrängt werden, dürften auch durch das gesamte Team wieder mannschaftlichere Geschlossenheit und Spielfreude gelingen. Die nächste Partie bei den Obergurigern muss einfach nur lockerer genommen werden.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (7/4), Kasper (4), Drescher, Thomschke, Lüttke (1), Eppendorfer (9/2), Schöne (2), Liebschner, Drabant, Schulze (2), M. Scholze (1) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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