Mit einem mageren 30:28 (17:14)-Auswärtssieg beim SV Obergurig bekommt der HSV 1923 Pulsnitz gerade noch so die Kurve zum Erfolg.

Wieder einmal konnten die Pulsnitzer Männer ihr vorhandenes Potenzial nicht voll zur Entfaltung bringen. Von der Konstitution und Spielanlage her sollten sie immerhin den gastgebenden Obergurigern überlegen sein, aber weit gefehlt. Da wurde nicht nur über die gesamte Spielzeit außer positiven Ansätzen das vorhandene größere Leistungsvermögen nicht auf die Platte gebracht. Vor allem in der hitzigen Schlussphase wurde es noch eine Zitterpartie, die wieder so wie gegen Bernstadt ins Auge gehen konnte. Da kämpften die Gastgeber bis zum Ende unverdrossen und straften die Lügen, welche ihnen fehlende Kondition unterstellten. Zu Beginn der 58. Minute jedenfalls gingen sie beim 28:27 erstmals in der Partie nach dem 1:0 wieder in Führung. So stellten sie den bis dato  bestehenden Spielverlauf mit permanenter HSV-Führung fast auf den Kopf. Dem vorausgegangen waren vier Treffer des SVO in Folge vom 24:27 in der 52. Minute. Danach jedoch konnten die Gäste in Kürze mit einem Dreierpack noch das Ruder herumreißen – vielleicht doch Konditionsmängeln zu Lasten der Gastgeber-Konzentration geschuldet, war da die Frage. Sei es wie es sei, letztlich war Coach Michael Schwenke froh und erleichtert, aber trotzdem angefressen: „Das war unsererseits ein grottenschlechtes Spiel, das zum Glück hinten raus noch umgebogen werden konnte. Vorgenommen hatten wir uns einfache Tore und schnelles Spiel. Aber dann unterliefen uns zu viele Fehler. Damit nahmen wir uns selbst die Chancen, mehr durchzuwechseln. In der zweiten Halbzeit ging das so weiter und wir brachten Obergurig in Schlagdistanz. Es sollte spielerisch umgesetzt werden, was ich vorgegeben hatte. Das gelang gegen diese langsame Truppe einfach nicht.“ Dabei verlief die erste Hälfte noch etwas nach Plan, aber nicht mit der geforderten Dominanz. Nach dem üblichen Anfangsgeplänkel und Abtasten schien der HSV ins Laufen zu kommen. In der 13. Minute wurde durch einen erfolgreichen Konter von Oliver Lüttke zum 5:9 erstmals ein Vier-Tore-Plus markiert. Doch nach dem 7:12 kam der SVO zu drei eigenen Toren und die Partie war wieder offener. Innerhalb von acht Minuten wurden da fünf Fehlwürfe, davon drei freie, und drei technische Fehler produziert. Zwischen der Gastgeber- (14. Minute) und Gäste-Auszeit (21.) wurde so die Pulsnitzer Kalamität des gesamten Spieles besonders deutlich. Nur in kürzeren Zeiträumen fanden danach die Einbrüche statt. Wurde die Führung wieder etwas ausgebaut, so gestatteten die Gäste den Gastgebern immer wieder Anschluss und sogar Ausgleich. Selbst ein 23:26 und das 24:27 brachten keine Ruhe und Sicherheit in die Pulsnitzer Aktionen. Wenigstens war dann die Schlussphase noch einmal ein kleines Highlight mit erhobenen Häuptern. Schwenke war letztlich zufrieden und fand noch lobende Worte für einige seiner Akteure: „Wenn wir unser Können konstanter anbieten, kann weniger schief gehen. Die beiden Torhüter hielten uns immer im Spiel. Mit ansteigender Form hat William Thomschke am Ende wichtige Tore eingeleitet und Kenny Kasper überzeugte vor allem in Halbzeit eins. In der Abwehr machte sich das Fehlen der Spezialisten Marco Schulze und Tobias Liebschner mehr als erwartet bemerkbar.“ Trotz aller Schwächen hat der HSV in den letzten fünf Spielen noch alles selbst in den Händen. Zuerst erwartet er am Sonntag Schleife zum Tabellen-Nachbar-Duell, Fünfter gegen Sechster.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (5), Kasper (5), Drescher (1), Thomschke (3), Lüttke (7), Eppendorfer (2), Schöne (3), Drabant, Richter und D. Schwenke (4).

Eberhard Neumann


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