Sonntag, 18.03.2018. Bei eisigem Wetter (-10°C) starteten wir kurz nach 10 Uhr in Richtung Radebeul. In der dortigen Elbsporthalle empfing uns heute das Team des Radebeuler HV. Unser unmittelbarer Tabellennachbar und die Truppe, die uns den zweiten Tabellenplatz streitig machen können und natürlich wollen. Es mag sein, dass wir die Radebeuler im November letzten Jahres hier in Pulsnitz recht deutlich schlagen konnten, aber Radebeul hat sich ganz sicher auch weiterentwickelt und war uns ja auch die ganze Zeit auf den Fersen geblieben. Radebeul bräuchte die zwei Punkte, um noch eine Chance auf Rang zwei der OSL-Tabelle zu haben und wir wollten heute natürlich genau das verhindern. Aus unserer Sicht musste dazu mindestens ein Unentschieden her. Das war eine Konstellation die Spannung versprach. Keine leichte Aufgabe. Personell waren wir gut besetzt- 12 Spieler + 2 Torhüter, mehr geht nicht. Aber waren auch alle gut drauf? Waren alle genug motiviert, um die Aufgabe zu meistern? Naja… bei der Spielplanung vorm Spiel in der Garderobe fehlte den Trainern ein wenig der „Biss“ der Mannschaft, auch wurde bei der Erwärmung dann in der Halle nicht so richtig „zugepackt“. Aber vielleicht wollte man sich ja auch nur schonen?

Und wie schon so (zu) oft waren natürlich auch heute wieder die angesetzten Schiedsrichter nicht angereist. Das ist eine Sache, die endlich einmal härtere Strafen verlangt. Den Radebeulern gelang es aber Ersatz zu organisieren. Zwei junge Frauen mit noch sehr wenig Erfahrung als Schiri. Und so hatten wir heute quasi gleich vier Gegner:  1. die Jungs des Radebeuler HV, 2. die etwas „seltsame“ Halle (wenig Licht, kürzer, schmaler, niedrig, verdammt glatt), 3. Haftmittelverbot und 4. die Schiris…

Nachdem das Spiel vor uns verspätet angefangen hatte und wir deswegen nur ca. 20 Minuten zur Erwärmung hatten, war pünktlich 12 Uhr Anpfiff.

Wir hatten Anwurf und konnten auch in der ersten Minute in Führung gehen. 1:0 … 2:0 … 2:1 … 3:1 … 4:1, ein Start, wie er hätte kaum besser aussehen können. Unsere Abwehr stand recht sicher und auch im Angriff unterliefen uns bis hierher kaum Fehler. Und das, obwohl wir ohne Harz spielen mussten.  Das hielt so auch bis etwa zur 12. Minute an. Es stand 7:2, unser größter Vorsprung im ganzen Spiel. Und, wie erwartet, Radebeuls Gegenwehr wurde immer stärker. Dazu kam, dass wir unkonzentrierter agierten, wieder viel zu viele sichere Torchancen liegen ließen und dass sich die Schiris mehr und mehr auf die Seite des Radebeuler HV schlugen. So kämpften sich die Radebeuler nach und nach heran und unser Vorsprung schmolz dahin. In Minute 24 stand es 12:11 und weitere sechs Minuten später ertönte die Pausensirene bei einem Spielstand von 14:13.

Halbzeit. Ganz klar, dass die Trainer unsere miese Chancenverwertung ansprechen mussten. Aber auch an unserer etwas löchrigen Abwehr mussten wir in der zweiten Halbzeit arbeiten. Ein Tor Vorsprung ist im Handball gar nichts. Der Radebeuler HV wollte die zwei Punkte unbedingt in ihrer Halle behalten.

Genau das zeigten sie uns dann auch gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Bereits in der ersten Spielminute glich Radebeul aus und in der 36. Minute gelang es ihnen dann sogar in Führung zu gehen. Das konnten wir so natürlich nicht hinnehmen und begannen die Gegenoffensive… Und es gelang uns, das Ruder wieder rumzureißen. In der 44.Minute lagen wir wieder mit 3 Toren vorn. Klar, kein Polster, schon gar kein sicheres Polster, denn Radebeul kämpfte und bekamen eine Menge Schützenhilfe durch die Schiris. Und dass bei so einem Spiel schon ein… zwei Fehlentscheidungen das Zünglein an der Waage sein können, weiß jeder. Da wurden Schrittfehler nicht erkannt, Tore für Radebeul gegeben, obwohl der Werfer deutlich im Kreis stand, da wurden Freiwürfe quasi auf Zuruf des Spielers gepfiffen… Klar waren es junge Schiris, klar übersieht man mal was oder trifft mal eine falsche Entscheidung, alles völlig okay. Aber, wie gesagt: „mal“!!! Und wenn man ein Spiel leitet, in dem es so knapp zugeht, muss man einfach darauf achten, dass man als Schiri wirklich unparteiisch bleibt. So hatte Radebeul zu Beispiel keine (!) Zeitstrafe! Wir hatten drei plus drei gelbe Karten. Bei diesem Spiel?

Es blieb ein hart umkämpftes Spiel bis zum Schluss. So fielen in der letzten Spielminute, bei einem Stand von 29:29, noch zwei Tore: eins für Radebeul und eins für uns. 30:30 mit der Schlusssirene… oder doch 30:31? War der Ball unseres Schlussmannes vor, mit oder nach der Sirene im gegnerischen Tor? Egal! Uns genügt ein Unentschieden zur Sicherung des zweiten Tabellenplatzes.

Nun steht am nächsten Sonntag das alles entscheidende Spitzenspiel an.  Am 15.03.2018 ist um 14:45 Uhr in der Sporthalle Hempelstraße in Pulsnitz Anwurf des Spieles mJA der SG Pulsnitz/Oberlichtenau gegen HC Großenhain.  Wir haben in dieser Saison bisher erst ein Spiel verloren: gegen den HC Großenhain. Und der HC Großenhain hat auch erst ein Spiel verloren. Nein, nicht gegen uns, sondern gegen den Radebeuler HV. Was dieses Spiel für beide Teams bedeutet, kann sich sicher jeder selbst ausmalen. Und jeder, der an diesem Tag Zeit hat, sollte in die Sporthalle kommen, um uns anzufeuern!!!

Bis dahin!!!

 

Es spielten: Felix Richter (2), Maurice-Pascal Ludwig, Franz Johne (9), Felix Thieme (3), Florian Drabant (2), Lucas Hommel (1), Kenny Kasper (4), Sebastian Weißbach (6), Erik Forke (2), Oliver Grafe (1), Dan Schäfer, Stefan Lembke

In Tor: Colin Herms, Robin Oswald


2 Kommentare zu “mJA: Können wir den zweiten Platz heute sicher machen?”

  1. Zuschauer sagt:

    Kurzer Hinweis: die beiden jungen Mädels waren angesetzte SR, zudem war auch Ralf Petzold in der Halle mit anwesend.

    LG

  2. Zuschauer2 sagt:

    Wer 7:2 führt sollte seine Überlegenheit nutzen und das Spiel konsequent und ohne Mätzchen zu Ende spielen. Alles auf die Schiedsrichter zu schieben ist zu einfach und wiederspiegelt nicht den Spielverlauf. Die Schiedsrichterinnen haben konsequent, fair und besser als manch Anderer gepfiffen. Wenn man von der ersten Minute an überhart spielt darf man sich über mehr Strafen auch nicht beschweren.

    Mit sportlichem Gruß

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