Erst in den Schlussminuten sicherten sich die HSV-er einen noch klaren 27:20 (12:11)-Auswärtssieg bei der Görlitzer Sachsenligareserve.

Ja,  etwas Sachsen- und Oberligaligafluidum versprach die Aufstellung der Neißestädter. Mit Krause, Brendler, Meißner und dem noch aktuellen Vogt stellte das Neißestadt-Team geballte Erfahrung auf die Platte. Dem hatten die Pulsnitzer mit Oldie Tobias Liebschner nur einen adäquaten Mann entgegen zu setzen. Und der avancierte nach seinem Einsatz ab der zehnten Minute fast zum Matchwinner. Da gab er der Abwehr die nötige Stabilität und Aggressivität, die den Erfolg vorbereitete. Doch bis zu diesem waren es eine umkämpfte Partie und ein hartes Stück Arbeit für den HSV. Dem spielte ganz sicher auch in die Karten, dass Danilo Krause nach einem unglücklichen Zusammenprall mit zu nähender Platzwunde am Knie ausfiel. Der hätte sicherlich auf der Angriffsseite von rechts für viel Druck und Tore gesorgt. So aber musste er bereits nach drei Minuten passen. Die ohnehin schon gute zehn Minuten später als geplant angepfiffene Begegnung schien bereits zu Beginn mit angezogener Handbremse anzulaufen. Kein Team fand den zündenden Funken, um den Motor heiß laufen zu lassen. Vor allem die Gastgeber spielten eher bedächtig nach vorn und die Konter spielenden Flitzer fehlten ihnen einfach. Zudem hatte Vogt wohl wenig Zielwasser intus und eine Menge seiner Würfe fanden nur den Weg gegen die Wand. So konnten die Gäste immer wieder einen kleinen Vorsprung erzielen, obwohl auch sie eine Menge auch an freien Würfen und Bällen liegen ließen. Dazu verloren sie durch rot gleich zwei Akteure frühzeitig. Das war bei Kenny Kasper äußerst umstritten und der fehlte im Angriff nach der 31. Minute sichtbar. Beide Teams ließen sich von ihren Schwächungen aber nicht beeindrucken und versuchten die Partie an sich zu reißen. Die Pfefferkuchenstädter ließen allerdings auch nicht mehr als einen viermaligen Ausgleich zu. Selbst waren sie aber auch nicht in der Lage, die guten Vier-Tore-Vorteile bei 9:5 (20. Minute) oder 20:16 (46.) zur Vorentscheidung zu bringen. Nach dem Koweg-Anschluss zum 20:21 (51.) war die Partie wieder völlig offen. Dann aber mussten die Gastgeber ihrem Einsatz wohl doch Tribut zollen und bei sinkender Kondition schwand auch die Konzentration. Die Gäste nutzen ihr immer noch vorhandenes Personal-Übergewicht zu einem hart erkämpften Sieg. Vor allem das ließ HSV-Trainer Michael Schwanke freudig feststellen: „Das war das erwartet schwere Auswärtsspiel gegen ausgebuffte ältere Gegenspieler. Wir aber konnten unser schnelles Umkehrspiel oftmals erfolgreich spielen, hatten jedoch im Positionsspiel so einige Hänger. Zwischen der 20. und 28. Minute haben wir unseren Vorsprung zu leicht weggegeben. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, ordentlich gegenzuhalten und wollten weniger Zeitstrafen hinnehmen. Das ist uns jedoch nicht ganz gelungen. Alle, die eingesetzt wurden, haben dann aber schlauer gespielt und auch Körner in der Abwehr gespart. Es war ein hartes Spiel, in dem wir zum Ende hin die bessere Kondition hatten und bessere Chancen herausspielten und verwerteten. Oliver Lüttke hat auf der Spitze ein Top-Spiel und einen super Job gemacht. Dazu kam auch die gute Torwartleistung von Oliver Scholze. Die Abwehr stand recht ordentlich, nur Brendler bekamen wir kaum in den Griff. Am Ende haben wir alles gut gemacht und konzentriert gespielt.“ Das Manko von nur vier Schützen der Gastgeber konnten die Pulsnitzer mit neun erfolgreichen Werfern voll toppen und so war der Auswärtssieg auch gerechtfertigt. Einfacher wird es in den drei letzten Top-Spielen nicht, die ebenfalls alle als Auswärtsspiele zu werten sind. Auch die Heimpartie gegen Oberlichtenau ist als solche zu sehen, da die SGO immer eine tolle Unterstützung und Fankulisse von den Rängen aufbietet. Zudem geht es mit KJS Dresden und Hoyerswerda insgesamt noch gegen drei der Spitzenteams der Top fünf der Liga. Einen dieser Plätze belegen die Pulsnitzer noch mit Rang fünf. Der sollte am Ende aber auch mindestens stehen bleiben. Nur bei weiteren Erfolgen kann es besser werden.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (8/4), Kasper (2), Drescher, Thomschke (1), Lüttke (2), Eppendorfer (6/1), Schöne (2), Liebschner, Drabant (1), Schulze (2) und Richter (3).

Eberhard Neumann


Einen Kommentar schreiben