Mit einer 28:26-Niederlage bei KJS Club Dresden sind die HSV-Männer in die letzten Spiele gestartet. Ein Podestplatz wird nun aber eher unwahrscheinlich.

Mit gemischten Gefühlen waren die Pulsnitzer um Trainer Michael Schwenke nach Dresden gestartet. Es fehlten mit Tobias Liebschner, Ronny Schöne, John Eppendorfer, Markus Scholze und dem Keeper Oliver Scholze immerhin gleich fünf der erfahrenen Akteure. So musste Christian Weißenfeld sich fürs Tor bereit halten, kam aber wegen guter Leistung von Kevin Hoppe nicht zum Einsatz. Zudem wurde erstmals neben den anderen mit Erik Forke ein weiterer Jungspund aufgeboten. Und etwas vorweggenommen, die beiden Letztgenannten machten ihre Sache super. Die nötigen Umstellungen aber spielten vorerst den Gastgebern in die Karten. Zudem konnten die anfangs noch voll im Konditionssaft stehend ihre Erfahrung ausspielen. Die jungen Gäste hatten da bis zur 15. Minute mehr mit sich als mit dem Gegner zu kämpfen. Der nutzte vor allem durch den guten Torhüter Niegos Radeosevic individuelle Vorteile zur schnellen 7:1- und 12:4-Führung. Erstaunlich und richtungsweisend auch für die Zukunft, wie die Mannschaft das wegsteckte und die jungen Wilden den Fight annahmen. Bis zur Pause wurde so der Rückstand schon fast halbiert. Nach dem Wechsel wurden die stark aufspielenden Youngster immer frecher und auch erfolgreicher beim Abschluss. Allen voran zeigte Kenny Kasper, was mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen alles möglich ist. Dabei nutzten die Pulsnitzer mehr und mehr ihre Schnelligkeitsvorteile und die deutlich bessere Kondition zum 26:26-Ausgleich. Nur ihrem Keeper und ein wenig fehlender Cleverness der Gäste hatten es die Gastgeber zu danken, dass letztlich doch noch die Punkte in Dresden blieben. Nach dem Ausgleich versagten den Pulsnitzern wohl auch ein wenig die Nerven, so dass sie bei zwei klaren Einwurfmöglichkeiten hintereinander die Führung wegwarfen. Die von da an weiter von ihrer Individualität lebenden Dresdener nutzten durch Gewaltwürfe die letzte Chance auf den Sieg. Schwenke war am Ende mehr enttäuscht als zufrieden mit der tollen Leistung seines Teams: „Schade, schade, schade, dass wir am Ende nicht gewinnen konnten. Leider haben wir die Partie in den ersten zehn, 15 Minuten verloren und haben hinten nicht so gut wie vorgenommen begonnen. Da vor allem hatten wir gegen die Einzelkönner des Gegners das Nachsehen gehabt. Hinten raus hat es dann nicht ganz gereicht, die Begegnung noch zu drehen.“ Damit war er bereits wieder ruhiger und von den Spielemotionen runter. Immerhin war es zeitweise ein Spiel auf Biegen und Brechen. Dabei versuchten die Gastgeber immer wieder mit der Brechstange zum Erfolg zu kommen, außer Viktor Markow, der über außen seine Athletik nutzte. Später kam auch der nicht mehr so zum Zuge und verfiel in Schauspieleinlagen. Für die Härte sprechen auch die Verletzungen des Dresdeners Julian Arndt mit Cut am Kopf und dem Ausfall von HSV-Routinier Daniel Schwenke wohl mit gebrochener Nase. Die jungen Spieler allerdings hielten nach anfänglichem Zögern ordentlich dagegen und brachten den Favoriten fast ins Straucheln. Schwenke meinte dazu noch: „Sehr positiv zu bewerten ist die Stabilisierung des jungen Teams gegen eine solch erfahrene Truppe. Es gelang mit der Zeit auch immer besser, hinten gut zu blocken. Durch die bessere Physis kamen wird Ende der ersten Hälfte ran. Wir hatten uns auch vorgenommen, schnell zu spielen, was immer besser gelang. Unser Konzept ist ja dann beinahe aufgegangen. Gefreut habe ich mich über die gute Wurfleistung von Kenny Kasper, der sich immer wieder ins Spiel brachte und gut angelaufen ist. Insgesamt war es eine gute mannschaftliche Leistung, wobei auch Kevin Hoppe seine Sache im Tor gut gemacht hat. Erik Forke, bisher in der zweiten und dritten eingesetzt, fügte sich als erst 19-jähriger nahtlos ein. Hinten raus ist und bleibt es schade, dass es nicht gereicht hat. Dennoch werden wir die letzten beiden Spiele konzentriert und kampfstark angehen.“ Damit gibt Schwenke schon eine Vorschau auf das Saison-Halali. Zunächst steht dann das Derby in Pulsnitz mit Stadtnachbar Oberlichtenau an. Das dürfte in der Halle des Sportforums nochmals ein richtiges Highlight werden. Immerhin geht es für beide noch um einen besseren Platz als Rang fünf. Danach stehen zuletzt noch die entscheidenden Spiele von Oberlichtenau gegen KJS und von Pulsnitz gegen Hoyerswerda an.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Weißenfeld; Liese (9/1), Kasper (7), Forke (2), Drescher (1), Thomschke (1), Lüttke (3), Drabant, Schulze (1), Richter (2) und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


Einen Kommentar schreiben