In einem teils hart umkämpftenDerby behält am Ende  die SGO mit 31:28 (20:13) die Oberhand, bleibt auch in der Abrechnung der Liga am Ende vor Pulsnitz.

Es ist und bleibt schon brisant, die neue Derbygeschichte von Pulsnitz und Oberlichtenau. Da sind zuallererst die Spiele gegeneinander zu nennen, in denen die SGO nun zweimal nacheinander in der ersten gemeinsamen Bezirksligasaison vorgelegt hat. Sie ist damit so etwas wie der Pulsnitzer Stadtmeister geworden. In der Liga selbst haben sich jetzt die Oberlichtenauer damit ebenfalls endgültig vor die HSV-Männer geschoben. Beiden Teams steht nun noch jeweils ein Spiel bevor, und beides sind Spitzenspiele. Die Männer von Ralf Moschke haben dabei sogar noch die Möglichkeit, auf Rang drei vorzurücken. Dazu benötigen sie die Schützenhilfe des Teams von Michael Schwenke. Die müssten ihre Auswärtsaufgabe beim aktuellen Dritten der Tabelle, dem LHV Hoyerswerda II aber erfolgreich mit zwei Punkten lösen. Der schwerere Part steht aber dem SGO-Team bevor. Das empfängt am letzten Spieltag den nunmehrigen und neuen Ersten KJS Club Dresden zum Showdown. Gewinnen die Gastgeber der Partie, lebt ihre Hoffnung auf Rang drei weiter. Zudem wird das Team von der Peripherie von Pulsnitz Meistermacher und Aufstiegsentscheider. Den Platz an der Spitze würde dann wieder Bernstadt einnehmen, vorausgesetzt, es gewinnt bei Koweg Görlitz. Dementsprechend sind auch nach der Derby-Partie die Rahmenbedingungen allseits spannend gesetzt und entsprechen genau dem, was auf der Platte abging.

Jedes Team gewinnt eine Halbzeit

Die Oberlichtenauer warfen da auch die größere Erfahrung, auch im Bezirksligageschehen gewachsen, in die Waagschale. Die sich neu findenden Pulsnitzer dagegen müssen sich noch, dabei vor allem auch verbal an die Bedingungen in der für sie neuen Liga mit ihren jungen Spielern gewöhnen. Da gilt es, ruhiger und fokussierter die Aufgaben jeden Spieltages anzugehen. Die Gäste in der eigenen Stadt machten das besser und so das kleine Quäntchen zum Erfolg aus. Sie spielten eher und besser das, was sie können und ließen sich vom Gegner weniger beeindrucken. Der HSV dagegen wollte das mitmachen, was der Gegner vorgab und leistete. Und das ging wieder in die Hosen. Die SGO setzte in der ersten Hälfte mit ihrem Tempospiel die Akzente und holte sich die das Spiel entscheidende klare Führung. Im Versuch, ebenfalls mit Tempo gegenzuhalten, unterliefen den meist jungen Gastgebern einfach zu viele Stockfehler und damit Ballverluste. Das konnte erst in der zweiten Hälfte verbessert werden, aber da war wie schon eine Woche zuvor in Dresden, der Zug bereits abgefahren. Auch die dann gezeigte Energieleistung reichte nicht mehr, die Partie noch zu drehen. Die Trainer stimmten beide in das Fazit des Spieles ein. Sieger Moschke meinte: „Wir hatten heute wieder ein volles Haus und gute Stimmung auf beiden Seiten. Die erste Halbzeit lief fast nach Plan. Wir konnten schön kontern und so schnell spielen. Auch die Torhüter fanden gleich recht gut ins Spiel. Die zweite Halbzeit ist mit vielen Fragezeichen zu versehen. Die Halbzeitpause war für uns zu lang, um schnell und nahtlos an die erste Hälfte anzuknüpfen. Die Pulsnitzer Abwehr war da oft einen Tick schneller und zwang uns zu etlichen Fehlwürfen. Das ging bis zum Schlagabtausch in den letzten Minuten, wo Einzelaktionen die Partie entschieden. Pulsnitz hat da auch einiges liegen lassen. Wir waren am Ende platt, haben aber noch gut die Partie runter gespielt. Es war zwar ein hartes Spiel, aber als Bezirksligapartie gut für die Zuschauer anzusehen. Wir sind glücklich, gewonnen zu haben und geben ein großes Lob an die Zuschauer weiter, besonders für die Unterstützung der Oberlichtenauer Fans. Jetzt werden wir sehen, was gegen KJS geht und wollen da den Zuschauern was bieten und die mit einem ordentlichen Spiel locken.“ Schwenke ergänzte aus seiner Sicht: „Wir haben das zweite Mal in eigener Halle gegen Oberlichtenau verloren. Da ist man natürlich unzufrieden. Es ist auch bedauerlich, dass nun mit Erik Forke und Keeper Oliver Scholze zwei Spieler mit Knieverletzungen ausfallen werden. Ansonsten bin ich froh, dass wir die zweite Halbzeit ordentlich gespielt haben. Wir kamen so schnell vom 14:20 zum 19:21 und waren wieder im Spiel. Da gelang das, was wir uns vorher vorgestellt hatten. Einen Bärendienst leisteten Spieler, die sich schon vor der Pause nicht im Griff hatten. In der zweiten Hälfte zogen wir den Kopf aus der Schlinge und machten auch von den Halben mehr Druck. Die Krux war wieder der Zwei-Tore-Abstand, die wir derzeit nicht lösen können. Vier verworfene Bälle verhinderten da, das Spiel zu drehen. Oberlichtenau war am Ende k.o., aber wir konnten den Sack nicht zubinden. Wir zeigten wieder, dass wir die Mannschaften vor uns bedrängen können, aber die Entscheidung gelingt nicht.“ So hoffen beide nun auf das jeweils letzte Spiel und wollen noch einmal beweisen, was geht.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, O. Scholze; Liese (8/3), Kasper (4), Forke, Drescher (2), Thomschke (1), Lüttke (1), Schöne (3), Liebschner, Schulze (6), Richter (1), M. Scholze und D. Schwenke (2).

Oberlichtenau spielte mit: A. Schäfer, Hallmann, König; Thieme (1), Fröhlich (2), Miehle (6), Hunger (5), Franke (2), R. Schäfer (3), Röntzsch, Hübner (1), S. Schäfer (4), Förster (3/3) und Kirste (4).

Eberhard Neumann


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