Mit einer eher schwächeren Leistung gegenüber den ersten Saisonspielen kann der HSV mit 29:24 (15:13) die Gäste von der Neiße auskontern.

Durch ihre Auftaktsiege und -Auftritte sind die Gegner gewarnt und versuchen konzentriert gegenzuhalten. Die jugendliche Power ist dabei zwar entscheidend, aber für die Gastgeber immer noch nur mit der Erfahrung der älteren Mitspieler in den Grenzen des Möglichen und Machbaren zu kanalisieren. Diese Symbiose war diesmal die wichtigste Erkenntnis, um wieder erfolgreich zu sein. Einige der jungen Wilden waren nicht so effektiv wie gefordert, was auch an der erfahrenen Gegenwehr der Gäste lag. So hatte auch Trainer Michael Schwenke auf der Bank allerhand zu tun, ums zu richten. Ergebnis waren einige notwendige Umstellungen, auch um die doch vorhandene Heim-Nervosität wichtiger Akteure zu minimieren. Eine Reihe von Umstellungen im Spiel vorn wie hinten mussten so her, um die Gäste zu verunsichern. Die ließen sich allerdings über weite Strecken wenig beeindrucken und spielten ihren Stiefel runter, die Gastgeber so oft in Bedrängnis bringend. So lange auch bei ihm die Kräfte reichten, war vor allem John Eppendorfer in Erfahrung und Cleverness ebenbürtig. Einige seiner Mitspieler dagegen ließen sich mehr beeindrucken. Bereits der Spielbeginn zeigte, dass die Partie kein Spaziergang würde. Erst in der zehnten Minute drehte Pulsnitz das Spiel zum 5:4 und zwischen der 15. Und 18. Minute konnte die Schnelligkeit zu einer Vier-Tore-Führung genutzt werden. Bis zur Pause blieb der Vorsprung zwar erhalten, schrumpfte aber da auf zwei Treffer Differenz. Nach dem Wechsel, auch mit erholten Kräften der Gäste, ging es eng weiter und der Gastgeber sah sich bereits in der 39. Minute wieder im Rückstand. Die Umstellung auf 4:2 im Angriff brachte auch nicht die erhoffte Wirkung, da sich die ohnehin sehr defensiven Görlitzer damit gut anfreundeten. So dauerte es bis zur 45. Minute, ehe sich der Gastgeber wieder einen Drei-Tore-Vorteil erarbeitet hatte. Der wurde zwischen der 52. Und 57. Minute vor allem dank der Treffsicherheit Eppendorfers entscheidend auf 27:20 ausgebaut. Danach wurde der erkämpfte Heimsieg ordentlich über die Zeit gebracht. Insgesamt war Schwenke zufrieden, obwohl auch er einiges zu bemängeln hatte: „Das war das erwartet schwere Spiel für uns nach den bisherigen Ergebnissen der Görlitzer. Es ist das eingetreten, was ich vorausgesehen und der Mannschaft mitgegeben habe. Wir trafen auf eine erfahrene und ausgebuffte Mannschaft. Deshalb wollten wir vermeiden, dass sich die ältere Truppe in der zweiten Welle zurückziehen und auf unsere Pässe lauern  konnte. Zudem verfügten sie über einen guten Torhüter, der es uns schwer machte. Ich bin aber zufrieden, dass wir jetzt auch solche Spiele im Gegensatz zum Vorjahr gewinnen können, in denen es nicht so bei uns läuft. Als wir klarer führten, konnte ich Systemumstellungen vornehmen mit dem Ziel, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen. Auch wenn diesmal nicht alles passte, so sind wir insgesamt einen Schritt weiter gekommen und haben einen großen Sprung nach vorn gemacht. Wir machen weniger Fehler, auch wenn wir heute einige Ausfälle hatten. Das entsteht auch durch übermotiviertes Auftreten meiner jungen Spieler. In der zweiten Hälfte wollten wir ballorientierter zu mehr Ballgewinnen kommen, nutzten aber die daraus entstandenen Möglichkeiten unzureichend. Das gilt es nun weiter zu hinterfragen, auch wenn die Schwächen der rechten Seite durch die linke diesmal problemlos ausgeglichen werden konnten. Nachdem wir wieder ins Hintertreffen geraten waren, wurde die Partie auch gut gedreht. John Eppendorfer wuchs dabei heute über sich hinaus.“ Am Ende waren wohl alle Mitwirkenden rundum zufrieden. Die Gäste, auswärts nicht unter gegangen zu sein, die Pulsnitzer, trotz Schwächemomenten dominiert zu haben und die Fans, ein rassiges, kämpferisch gutes Spiel gesehen zu haben. Für Pulsnitz könnte es gut und gerne jetzt so weiter gehen. Aber mit der Tabellenführung und den bisherigen Spielen, werden andere auch aufmerksamer und versuchen, alles entgegen zu setzen was geht. Die nächste Hürde sollte aber gegen Radeberg II eine einfachere und wieder machbare am kommenden Sonntag sein.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Herms; Liese (3), Thomschke, Johne (3), Lüttke (5), Drabant, Eppendorfer (12/2), Schöne, Kasper (2), Küster, Schulze (4), M. Scholze und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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