Mit einem am Ende doch noch klaren 34:24 (13:10)-Heimsieg bleiben die Pulsnitz-Männer in der Bezirksliga weiterhin ohne Punktverlust ungeschlagen.

Es mutet an wie eine Odyssee, der Weg der Pulsnitzer in der laufenden Saison führt derzeit von Sieg zu Sieg. Doch für höhere Aufgaben scheint die Performance noch nicht reif. Immer noch zu ungleichmäßig und auch stotternd werden die Erfolge eingefahren. Der Jugend geschuldet, sind diese Wechselbäder sicher weiter ein Begleiter, und die schwereren Partien kommen noch. Das wäre mit einem Ausrufezeichen zu versehen, da in der Liga beinahe jeder jeden schlagen kann. Das musste am Wochenende auch das aufstrebende Bernstädter Team erfahren bei der unerwartet klaren 26:21-Pleite bei LHV Hoyerswerda II, was somit schon den vierten Minuspunkt im Aufstiegsrennen bedeutet. Dass es den eigenen Verein so treffen kann, musste auch die Pulsnitzer Zweite mit jugendlichem Ungestüm gegen Kamenz II beim 27:28 mit der ersten Niederlage in der Bezirksklasse hinnehmen. Das bedeutet ersten Punkt- und Spitzenplatz-Verlust. Auch die Männer der ersten Mannschaft konnten gegen Obergurig lange nicht an vorangegangene Spiele anknüpfen. Teilweise zu zaghaft, unkontrolliert und drucklos wurden vor allem die Angriffe gegen einen kämpferisch starken und zudem noch ersatzgeschwächten Gegner vorgetragen. Für den Lerneffekt jedoch war diese Partie goldwert. Die jungen Spieler mussten sich ohne die ideenreiche  und druckvolle Führung des fehlenden Marco Liese selbst beweisen und durchsetzen. Anfangs fiel das recht schwer, nur gut dass Marco Schulze und Oliver Lüttke stark drauf waren. Die für Bezirksligaverhältnisse sehr faire Partie– lag wohl auch am Schirigespann – hielten die Gäste lange erfolgreich offen. Anfangs gingen sie sogar in Führung. Ehe sich die Gastgeber sortiert hatten, mussten sie für längere Zeit einem Rückstand hinterher laufen. Erst nach acht Minuten fiel mit Glück der Ausgleich zum 2:2. Danach gelang es trotz sichtbar besserer Spielanlage nicht, sich abzusetzen. Bis zum 8:7 nach 18 Minuten blieben die Oberguriger in Schlagdistanz. Erst in den letzten zehn Minuten vorm Wechsel konnte sich Pulsnitz etwas befreien und absetzen, ohne zu überzeugen. Helfend war da schon der Kräfteabfall der Gäste klarer zu erkennen. Auch nach dem Wechsel gelang es nicht, den Drei-Tore-Vorteil weiter auszubauen. Erst nach der 37. Minute vom 16:14 zum 20:14 gelang das vorübergehend.  Nach einem unglücklichen Einsteigen des Gäste-Keepers in der 43. Minute, mit Rot geahndet, war die Begegnung entschieden. So richtig zum Erwärmen war auch die Schlussphase nicht, da sich immer wieder den beschränkten gegnerischen Mitteln angepasst wurde. So war auch Trainer Michael Schwenke zufrieden mit den Punkten, aber nicht mit dem eigenen Spiel: „Das war eher eine durchwachsene Leistung. Ich hatte das schon so in etwa erwartet, vor allem durch das Fehlen von Liese. Zudem hatte der junge Florian Drabant vorher schon ein Jugendspiel in den Beinen. Wir wurden erst spät sicherer, nachdem wir lange ziemlich inkonsequent agierten. Wir wussten, dass es ein Kampfspiel würde und hatten das auch trainiert. Das schnellere von hinten Rausspielen gelang nur phasenweise, wenigstens am Ende etwas konsequenter. Viele Aktionen hatten zu wenig Druck. Am Ende war der Gegner platt. Wenn wir künftig ballorientierter spielen, funktioniert alles besser und das wird sich auch gegen stärkere Gegner auszahlen. Wir müssen einfach unsere Schnelligkeit mehr ausspielen. Nachdem wir nicht gut ins Spiel kamen, funktionierte später auch das Kurzpassspiel besser.“  Nun gilt es, bereits in der nächsten Partie  bei Sagar mehr Gas zu geben und mehr Stabilität hinsichtlich der kommenden Spitzenspiele zu gewinnen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Herms; Thomschke (2), Johne, Lüttke (9), Drabant (2), Eppendorfer (7/3), Kasper (4), Küster, Schulze (5), Richter (5) und M. Scholze.

Eberhard Neumann


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