Die Pulsnitzer Männer können im Heimspiel gegen Schleife mit 30:25 (17:11) klar siegen, aber dabei wenig überzeugen.

Die Gastgeber hatten sich für dieses nächste Spitzenspiel nach der Bernstadtpartie wieder viel vorgenommen und standen unter hohem Erwartungsdruck. Doch für ein Top-Spiel fehlten am Sonntag sehr viele Dinge. Da war vor allem die Resonanz auf den Rängen, die zu wünschen übrig ließ. Vom Gegner gar war im Gegensatz zum letzten Match nur eine recht kleine und ruhige Abordnung zugegen. Selbst auf der Platte konnten die Schleifer kein einem Spitzenspiel adäquates Aufgebot aufweisen. So mussten wegen Spielermangel sogar fünf schon im Vorspiel eingesetzte Akteure abermals voll einsatzbereit sein. Und schon in diesem konnten sich die jungen Lok-Spieler kaum Selbstvertrauen holen. Gegen die Pulsnitzer Zweite wurde klar mit 27:22 verloren und dabei mussten sie sich bereits voll auspowern. Selbst Routinier Ronny Gurlit musste wieder einmal auflaufen, um die in der ersten angestammten Richard Masula, Marcel und Steven Becker – zu dritt 21 Tore – zu unterstützen. Die Vorlage schienen die Gastgeber gut nutzen zu wollen und zu können. Ständig wurde vorgelegt und der Vorsprung ausgebaut. Doch viele eigene Ungereimtheiten verhinderten ein deutlicheres Absetzen. So wurden durch Fehler und Überhast viele Ballverluste verzeichnet, die die Gäste jeweils clever zur Korrektur nutzten. Schon nach 18 Minuten wurden sie weiter dezimiert durch eine dritte Zeitstrafe. Erst nach der 23. Minute nach dem 13:10 setzten sich die Gastgeber deutlicher ab. Sechs Tore Differenz waren es da und zur Pause auch nicht mehr. Nach dem Wechsel sollte es besser werden, doch auch zwischenzeitliche acht Tore plus wurden mehrfach aufgebrauch. Und mit ihrem tollen kämpferischen Einsatz erzielten die Lok-Spieler letztlich noch ein sehr achtbares Ergebnis, vor allem auch dank der Treffsicherheit von Marcel Becker (10 Tore). HSV-Coach Michael Schwenke wusste nachher auch nicht so richtig, wie er diesen Fünf-Tore-Sieg einschätzen sollte: „Grundsätzlich bin ich zufrieden, dass wir die Punkte geholt haben. Die waren im Spitzenspiel auch in keiner Minute in Gefahr. Die ersten 15 Minuten haben wir gut gespielt. Aber die begrenzten Möglichkeiten des Gegners haben wir nie richtig genutzt. Wir haben den nicht wie gewollt ausgespielt und spielten selbst nicht mit 100 Prozent. Vielleicht haben das einige zu leicht genommen. Vor allem die zweite Welle haben wir erst spät hinbekommen. Dass die nötige Einstellung nicht da war, musste nicht sein. In der Hinrunde sind wir jetzt zu Hause ungeschlagen. Das war noch das Beste. Die Partie wurde unspektakulär runtergespielt, aber gewiss nicht schön anzusehen. Da wurde auch zu wenig fürs Torverhältnis getan. Das kann sich im Rückspiel für uns noch negativ auswirken. Das Spitzenspiel hat jedenfalls nicht gehalten, was es versprochen hat.“ Schwenke konnte zumindest froh sein, dass einige seiner Akteure aus der Gesamtleistung etwas herausragten. So lobte er Marco Schulze, der „gut am Kreis arbeitete und in der Abwehr ackerte. Franz Johne und Felix Richter bis zu seiner dummen roten Karte machten ihre Sache auch ordentlich. Vorgezogen war auch Oliver Lüttke wieder eine gute Spitze und Kevin Hoppe bot im Tor wieder mal eines seiner besseren Spiele.“ Das war’s dann auch fast an Positivem. Eins jedoch hatte Seltenheitswert: Alle Feldspieler waren am Torereigen beteiligt. Mit angezogener Handbremse allerdings können andere Spiele schnell auch vergeigt werden. Diesmal reichte es. Aber laut Schwenke bleibt weiterhin noch sehr viel Arbeit. Das erste Rückrundenspiel am kommenden Wochenende ist gleich wieder ein Heimspiel und das sollte gegen Rietschen II weniger Bauchschmerzen bereiten. Ein richtiger Hammer wird dann noch das heimische Auswärtsspiel eine Woche später gegen Oberlichtenau.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Weißenfeld; Liese (2), Thomschke (1), Johne (3), Lüttke (3), Eppendorfer (3), Schöne (4), Kasper (2), Küster (1), Schulze (7) und Richter (3).

Eberhard Neumann


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