Mit einem 24:17 (7:12)-Erfolg bei Koweg Görlitz II gelingt den ungeschlagenen HSV-Männern der nächste Sieg in fremder Halle.

Doch der Erfolg über die Görlitzer Sachsenliga-Reserve war diesmal nicht überzeugend. Mit Blick auf die Aufstellung der Neißestädter schien nur die Höhe des positiven Spielausgangs in Frage gestellt. Bei den arg dezimierten Gastgebern mit nur sieben Feldspielern und einem Keeper fehlten sogar die etatmäßigen Oldies wie Krause, Brendler, Meißner, Kuhnt und andere. Die hatten sonst den Pfefferkuchenstädtern oft das Leben sehr schwer gemacht. Nun hatten sie jedoch ein Team als fast unbeschriebenes Blatt vor der Brust und das schien neben etwas Überheblichkeit auch zu falscher Unterschätzung zu führen. Dabei war der Spielbeginn für die Gäste nach dem gleich in der ersten Minute verworfenen Siebenmeter so schlecht nicht. Da wurde auch bis zur zehnten Minute mit vier Toren plus der schon für das Spiel entscheidende Vorsprung herausgeworfen. Auf mehr als diesen Abstand kamen die Neißestädter, wie beim 14:18 und 16:20, nämlich nie mehr heran. Den Sack schon eher zuzubinden gelang dennoch nicht. Selbst die mit sieben Toren höchste Führung bei 4:11; 7:14; 10:17; 11:18 konnte nie entscheidender ausgebaut werden. Vielmehr wurden die Gastgeber mehr und mehr aufgebaut, ohne dass zu erkennen war, dass die Partie gar zu verlieren drohte. Aber nach 45 Minuten wurde es vor allem auch durch eigene Fehler enger und kampfbetonter. Erst zwischen der 50. und 55. Minute wurde der höchste Toreabstand wieder hergestellt. Die letzten fünf Minuten waren durch unnötige Nicklichkeiten und nur je ein Tor der Kontrahenten geprägt. Vor allem der sattelfesten Abwehr und einem sich später gut steigernden Colin Herms im Tor sind die relativ wenigen Gegentore zu verdanken. Im Zug nach vorn aber wurde neben drei Siebenmetern einfach zu viel weggeschmissen. Dennoch war Coach Michael Schwenke mit den zwei Punkten zufrieden: „Heute zeigte sich, dass wir nicht in jeder Begegnung mit der jungen Truppe ‚Hurra spielen‘ können. Anfangs hatten wir Probleme, kamen dann aber gut rein. Da haben wir den nötigen Abstand aufgebaut. Den haben wir dann allerdings nicht erweitert. Wir hatten uns dem gegnerischen Tempo angepasst und nur wenig Lichtblicke. Aufgefallen ist besonders Marco Schulze als guter Kreisläufer und unser Torhüter steigerte sich und kämpfte sich ins Spiel rein. Positiv ist, dass wir gewonnen haben und nie wirklich in Bedrängnis gerieten. Trotz insgesamt durchwachsener Leistung sind vor allem nur 17 Gegentore richtig gut. Im Angriff haben wir nicht das geforderte Tempo gespielt. Die nur sieben Gegenspieler schienen auch keine große Motivation zu erzeugen. Einigen schien auch vor allem bei den Abschlüssen das nötige Selbstbewusstsein zu fehlen. Es bleibt für mich unerklärlich, dass wir phasenweise richtig gut spielten und dann wieder lange Durststrecken zu überstehen hatten. Vieles blieb zu langsam ohne den richtigen Zug zum Tor. Wir haken das Spiel ab und das nächste wird wieder besser. Wenn trotz allem und unterdurchschnittlichem Spiel auswärts mit sieben Toren gewonnen wird, dann ist das in Ordnung. Ich denke auch, dass das ausgefallene Spiel gegen Sohland etwas Rhythmus gekostet hat.“ Dem gibt es wenig hinzuzufügen. Dass es schwer ist, immer auf höchstem Level zu spielen, zeigte unter anderen auch die Heimpleite der Hoyerswerdaer gegen NSV Görlitz. Damit hat sich erst einmal ein harter Kontrahent um den Titel aus diesem Kampf etwas verabschiedet. Aber vielmehr müssen die Pulsnitzer weiter auf sich selbst fokussiert bleiben. Immerhin sind sie die Gejagten und da müssen auch im nächsten Spiel auswärts gegen Radeberg II und einen weiteren unbequemen Gegner alle Register gezogen werden. Und nur mal so zur Erinnerung, das Heimspiel gegen Görlitz wurde auch nur mit fünf Toren gewonnen. In diesem Quervergleich steht das Ergebnis an der Neiße auch in einem besseren Licht.

Pulsnitz spielte mit: Herms, Bauer; Liese (3), Jung (1), Thomschke, Johne (1), Lüttke, Eppendorfer (4/2), Schöne, Kasper (3), Küster, Schulze (10) und Richter (2).

Eberhard Neumann


Einen Kommentar schreiben