Die HSV-Männer gewinnen mit 54:20 (23:11) bei der Verbandsligareserve in Radeberg im Tempolauf.

Die Partie in der Halle des Radeberger BSZ mutete schon an wie der Kampf gegen Windmühlenflügel oder zwischen David und Goliath. So überlegen und zudem in einen Rausch spielten sich die Gäste. Die tapferen Gastgeber konnten nicht an die Sage anknüpfen, in der der kleinere David den riesen Goliath mit einer Steinschleuder zu Boden streckte und besiegte. Da fehlte es den Radebergern eben an diesem Steinewerfer, der die Pulsnitzer wirklich hätte ärgern können. Die RSV-Männer spielten solide vor der Deckung, konnten die aber nicht entscheidend bezwingen. Deutlich anders lief es auf der gegnerischen Seite. Die Gäste waren schwer ausrechenbar und trafen von allen Positionen. Dazu kam das erfolgreich aufgezogene Tempospiel, mit dem sie immer wieder einnetzten und so zum immer beruhigenderen Vorsprung kamen. Beruhigung war tatsächlich angesagt, denn in der Anfangsphase hielten die Bierstädter noch ganz gut mit und überraschten ihrerseits die Pfefferkuchenstädter mit engagiertem Auftreten. Den Willen und Kampfgeist konnte auch keiner den Männern von Jörg Skawran bis zum Ende absprechen. Ehe die Gäste richtig in Schwung kamen führten die RSV-er mit 2:1 und 3:2 und hielten bis zur zwölften Minute bei 6:7 mit. Dann legten die Männer von Michael Schwenke zu und kamen in einen ungeahnten Torrausch. Sukzessive, mit Torstaffetten von zuerst vier, fünf Toren und dabei minutenlang ohne Gegentreffer setzten sich die Gäste ab. Nur zwischen der 24. Und 30. Minute stockte der Tempolauf auf Pulsnitzer Seite etwas und Radeberg konnte drei Treffer dagegensetzen. Letztere setzten auch den Anfangstreffer der zweiten Hälfte. Dann aber dauerte es bis zur 41. Minute, ehe der nächste Einnetzer gelang. Da hatten die Pulsnitzer mit ihrerseits 34 Treffern schon lange die Partie entschieden. Dennoch ließen sie nicht locker und rannten von einem Erfolg zum nächsten Rekord. Diese zehn Tore am Stück vom 12:24 zum 12:34 waren auch die größte Leidenszeit des RSV. Ansonsten wurden solche torlose Phasen kürzer gehalten, ohne jemals die Schwenke-Männer in Bedrängnis zu bringen. Der Coach war am Ende auch sichtlich erleichtert, entspannt und absolut ruhig. Fand er sonst manchmal keine Worte ob schlechten Spieles, so war es diesmal wegen der großen Dominanz: „Tja, was soll ich sagen, das war allzeit dominant. Nach dem Hinspiel war das nicht zu erwarten. Es zeigte sich, wenn wir konzentriert und mit wenigen Fehlern spielen, geht mehr und es klappt vieles besser. Die Abwehr traf auf wilde Angriffe und wurde immer sicherer. Auch Colin Herms im Tor zeigte eine gute Leistung. Der Gegner war heute einfach kein Maßstab. Der Torrekord vom Vorjahr gegen Cunewalde/Sohland wurde auch noch geknackt. Der Sieg ist nicht überzubewerten, aber wenn wir ruhig bleiben, zeigen wir was geht. Auch in der Pause hatte ich die weitere volle Konzentration gefordert. Wir haben wieder bewiesen, dass wir uns weiter entwickelt haben, dürfen uns aber auch keine Ausrutscher erlauben. Die Spiele gegen Oberlichtenau und Bernstadt werden die entscheidenden sein.“ Beim Spiel jung gegen jung lag der Vorteil deutlich auf Seiten der Gäste. Bei denen führten die erfahreneren Spieler, während die RSV-Jungspunde ziemlich auf sich allein gestellt blieben. Bei denen erzielten immerhin zehn  Mann Tore, in der Breite also gut aber in der Quantität zu wenig. Da ragten auf gegnerischer Seite Franz Johne mit zehn Toren sowie Ronny Schöne, Marco Liese und Kenny Kasper mit je acht heraus. Nicht zu vergessen die sieben Treffer beim Wiedereinsatz von Markus Scholze, was ihm wohl zwei Kästen Radeberger? Kosten wird. Und John Eppendorfer fehlte sogar noch. Immerhin kann statistisch noch ergänzt werde, dass sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintrugen und insgesamt wieder eine Menge fürs Torverhältnis getan wurde. Das hat zwar für den Saisonausgang wenig Bedeutung, aber 490 Tore die meisten der Liga, sind beachtlich. Und der Schnitt von fast 33 pro Partie bei einer Differenz von 142 sind von anderen nicht erreichte Marken. Jetzt ist Winterferienpause, aber die soll auch gut genutzt werden, um den Rhythmus nicht zu verlieren. Messen werden sich da die Pulsnitzer auch mit höherklassigen Teams wie HSV Dresden und evtl. der ersten des RSV. So scheinen sich die weiterhin aufstrebenden Pfefferkuchenstädter schon etwas auf die höhere Liga einzustimmen zu wollen, falls der Aufstieg gelingen sollte. Nächster Punktspielgegner ist am 10. März der NSV Görlitz, eine erfahrene und sehr unbequeme Truppe. Zuvor steigt noch eine Woche eher das Bezirkspokal-Derby gegen Oberlichtenau.

Pulsnitz spielte mit: Herms, Bauer; Liese (8/3), Jung (2), Thomschke (2), Johne (10), Lüttke (1), Schöne (8), Kasper (8), Schulze (4), Richter (4) und M. Scholze (7).

Eberhard Neumann


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