Mit dem klaren 29:22 (15:11)-Heimsieg gegen Gelb-Weiß Görlitz holen sich die HSV-er die Tabellenführung zurück.

Ja zwischenzeitlich von Sonnabend zu Sonntag logierten die Bernstädter auf der Spitzenposition der Liga. Das kam nur dadurch zustande, dass die mit dem knappen 26:24-Auswärtssieg bei Schlusslicht Rietschen siegten. Dennoch blieben bei zwei Partien mehr drei Minuspunkte Differenz bestehen. Die Pulsnitzer legten am Sonntag nach und holten die Tabellenführung zurück. So wie sicher beim Bernstädter Spiel, blieben auch in Pulsnitz viele Fragen offen. Dort zumindest taten sich die Hausherren wieder einmal schwer gegen einen ihrer immer unbeliebtesten und unbequemsten Gegner. Der NSV setzt seine Möglichkeiten mit Kampfkraft sehr effektiv ein, was besonders den jungen Spielern wenig schmeckt. Am meisten aber unter der unbedingten  Kompromisslosigkeit der Gäste hatte Kreisspieler Marco Schulze zu leiden, der dennoch mit tollen Aktionen überzeugte. Die Gastgeber verstanden es meist nicht, ihre Vorteile zu nutzen. Da wurde vor allem im Angriff zu nahe auf die Abwehr gegangen, so den gegnerischen Zugriff und unnötige Ballverluste in Kauf nehmend. Das Tempospiel, mit dem die Neißestädter zu überrennen waren – auch bei schwachem Rückzugsverhalten – war oft fehlerhaft und ungenau. Mehrfach wurden die sich daraus ergebenden Möglichkeiten dann unkonzentriert weggeworfen. So mussten die Pfefferkuchenstädter damit leben, sich im Kampfspiel zum Arbeitssieg zu zittern, anstatt den Sack rechtzeitig zuzubinden. Einzig durch kurzes Aufflackern und wenige konzentrierte Phasen wurde der Sieg dennoch und letztlich klar sichergestellt. Das Spiel zeigte auch, die Erfolge bringen wieder mehr Zuschauer in die Halle, aber dadurch steigt auch deren Erwartungshaltung. Da ist es immerhin bemerkenswert, dass bei manchen Ausfällen formschwacher Akteure ein Spiel dennoch dominiert wird. Das führte in der Vergangenheit noch oft zu umgekehrten Ergebnissen. Und gerade gegen den NSV gab es in den vergangenen drei Spielen eine Pleite und zwei knappe Drei-Tore-Erfolge. Da ist der diesmal deutlichere Gewinn umso höher einzuschätzen, was auch für Trainer Michael Schwenke ausschlaggebend war: „Natürlich, das war kein schönes und ein kampfbetontes Spiel. Der Gegner liegt uns einfach nicht. Mit dessen Spielweise haben wir immer Probleme. Der Sieg war aber sicher und nie in Gefahr. Wir spielten angepasst nicht dominant genug und teilweise zu langsam, obwohl wir schneller spielen wollten. Wenn wir das taten, zogen wir auch weg. Diese wenigen guten Phasen reichten. Zudem zeigte unser Torhüter Colin Herms eine sehr gute Leistung. Insgesamt müssen wir weiter aufpassen und torhungrig bleiben. Negativ für mich ist, dass wir heute über die Zeit eine lange Verletztenliste führen mussten, wobei auch der eine oder andere schon angeschlagen ins Spiel ging. Marco Schulze, Ronny Schöne und in Ansätzen Marco Liese machten ihr Ding, das war in Ordnung. Die Abwehr und da der Block waren ebenfalls gut. Durchgängig höhere Leistungen sind ansonsten eben noch kein Standard. Aber solche Partien wollen auch erst einmal gewonnen werden.“ Dem gilt es nichts hinzu zu fügen. Zwei Punkte waren Pflicht und die wurde erfüllt. Das nächste Spiel am Sonnabend in Bautzen gegen Obergurig dürfte ein ähnliches werden, in dem mit Tempo rechtzeitig die Weichen auf Sieg gestellt werden müssen.

Pulsnitz spielte mit: Weißenfeld, Herms; Liese (4/1), Jung (3), Thomschke, Johne (1), Lüttke (1), Drabant, Eppendorfer (2), Schöne (6/2), Kasper (3), Schulze (8) und M. Scholze (1).

Eberhard Neumann


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