Mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten und dem 43:27 (18:18)-Auswärtserfolg beim SV Obergurig holt der HSV einen klaren Sieg.

Die Klarheit des Erfolgs gegen die Oberguriger soll nicht über die besonders in der ersten Halbzeit offenbarten Schwächen der Männer von Michael Schwenke hinwegtäuschen. Da wurde dermaßen viel liegen gelassen, dass er die Halbzeitpause nutzen musste, um besonders lautstark an seine Jungs und Männer zu appellieren, in Bautzen nichts mehr liegen zu lassen. Dass der Halbzeitauftritt zu verstärkten Emotionen und Motivationen führen musste, war nicht nur nötig, sondern letztlich auch erfolgreich. Deshalb seien die Aussagen des Coaches vorangestellt: „Wir kamen gut rein ins Spiel mit einem Gegner, der uns einigen Respekt abnötigte. Immerhin hatten die anderen beiden Spitzenteams nur mit jeweils zwei Toren gewonnen. Zehn Minuten lang schien sich unsere Marschrichtung durchzusetzen bis zur Sieben-Tore-Führung. Durch schnelles Spiel gelang es besonders über Felix Richter, uns abzusetzen. Aber schon da ließen alle anderen vieles liegen, was sich danach noch deutlicher fortsetzte und die nötigen Konsequenzen auch nicht fruchteten. So wurde der Gegner stark gemacht. In der Abwehr ließen wir zu viele Würfe zu und standen gegen das 1:1 nicht gut im Block. Letztlich retteten wir uns mit einem Remis in die Halbzeitpause. Ich war stinksauer und ließ das alle spüren. Sehr laut forderte ich, in der Abwehr mehr zu ackern und besser zu werfen. So kamen wir noch engagierter in die zweite Hälfte und es wurde gut und deutlich besser geworfen. Die jungen Spieler kamen immer besser ins Spiel rein. So erhielten Youngster wie Maximilian Krahl und Oliver Grafe ihre Einsatzchance. Am Ende bin ich mit der zweiten Halbzeit zufrieden, auch weil gemacht wurde, was ich gefordert hatte. Es wurde konsequent durchgezogen, stark verteidigt und die Chancen endlich gnadenlos verwertet. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was wir auch bei nicht optimaler Variante können.“ Dass vieles von dem Super-Auftritt eines der Jüngsten abhing, soll nicht vergessen werden. Felix Richter lief und lief. Er war nach abgefangenen Bällen und der schnellen Mitte meist der Schnellste Richtung gegnerischem Tor. So erzielte er mit 17 allein 40 Prozent der Gäste-Tore. Kurios auch noch zu vermerken, dass Richter mit Nummer 17 auflief und das in Toren zahlenmäßig toppte. Das Projekt ‚Jugend forscht‘ verkörperte nicht nur er allein. Der Altersschnitt war diesmal mit 21,5 Jahren besonders jugendlich, nur gedrückt durch die 28-jährigen Liese, Schulze und Lüttke. Neben Richter ragte nur noch Colin Herms heraus, der in brenzligen Situationen viele Bälle entschärfte, die die Deckung passierten. Ansonsten verteilte sich die Torausbeute auch paritätisch auf weitere acht Werfer. Nachdem die erste Halbzeit die Schwächen offenbarte, wurde die zweite zu einem Rennen auf ein Tor. Innerhalb von acht Minuten wurde mit sieben Toren in Folge schnell die Vorentscheidung herbeigeführt. Die Gastgeber waren sichtlich platt und konnten nur noch sporadisch gegenhalten und Treffer erzielen. Im Temporausch des Gastes mussten die ihrem eigenen Spiel der ersten Hälfte Tribut zollen und brachen zuletzt noch völlig auseinander. Da machte sich auch deren Unterbesetzung deutlicher bemerkbar. Insgesamt drei gute Werfer mit 23 Treffern auf Gastgeberseite verdeutlichten das Manko an Ausgeglichenheit. Nach dem Wechsel konnten das die Pulsnitzer zur weiteren Verbesserung ihrer Torstatistik nutzen. Jetzt folgen noch zwei vermutlich leichte, aber trotzdem ernst zu nehmende Heimspiele gegen Cunewalde/Sohland und Sagar, ehe es in die heiße Schlussphase geht. Da stehen im April noch die Partien mit Bernstadt, Oberlichtenau und Schleife an. Erst dann werden Meisterschaft und Aufstieg entschieden.

Pulsnitz spielte mit: Herms; Liese (2), Ludwig, Krahl (3), Jung (3/1), Thomschke (3), Lüttke (4), Drabant, Kasper (4), Grafe (1), Schulze (6) und Richter (17).

Eberhard Neumann


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