Am Mittwoch vor Ostern begannen die Handballjugend der Spielgemeinschaft HSV 1923 Pulsnitz/SG Oberlichtenau, die jungen Leichtathleten und die Großnaundorfer Kinder/Jugend-Fußballer mit ihren Betreuern eine spannender Reise zu ihren französischen Sportfreunden in die Bretagne nach Le Relecq Kerhuon.

22 Stunden Busfahrt lagen vor uns. Alle waren sehr aufgeregt und in freudiger Erwartung, bekannte Gesichter wiederzusehen. Viele stellten sich die Frage, in welcher Gastfamilie werden wir untergebracht, werden wir die Gasteltern verstehen werden die Gasteltern uns verstehen?

Nach 23 Stunden im Bus war es nun soweit: wir wurden von den französischen Sportlern herzlich in Empfang genommen und dann auch schnell in die Gastfamilien aufgeteilt.

Unser eigentlicher erster Tag begann mit einer Fahrt zu der Festung „ Bertheaume „ mitten im Atlantik, die als Kletterfelsen ausgebaut ist. Mit Kletterausrüstung ging es an einem Seil hängend über das Wasser. Das erforderte Mut, aber der echt anstrengende Teil kam erst noch. Verschieden schwere Kletterrouten führten um den Felsen herum und aufwärts zum Gipfel. Für diese Strapazen wurden die Kletterer mit einer erneuten Seilfahrt zurück über das Wasser ans sichere Ufer belohnt.

Alle Nichtkletterer konnten natürlich den Felsen über Brücken und Treppen erreichen und die Mutigen in Empfang nehmen.

Da Klettern hungrig macht, gingen wir mit unserem Picknick an den Strand. Nach dieser Stärkung erholten sich die Jugendlichen beim Muscheln sammeln am Wasser und einem kleinen Beachhandballspiel.

Alle genossen die Sonne, den Strand und das Meer.

Danach widmeten wir uns einem sehr ernsten Thema. Wir besuchten ein Bunkermuseum des 2. Weltkrieges in der Nähe von Pointe – Saint-Mathieu. Sehr eindringlich werden dort Berichte und Gegenstände von Zeitzeugen ausgestellt. Was die Jugendlichen sehr beeindruckte, war die Simulation eines Bombenangriffs aus der Sicht Schutzsuchender in einem Luftschutzkeller.

Weil wir noch genügend Zeit hatten, die Sonne und das herrliche Wetter genießen wollten, wanderten wir entlang der Steilküste zu einem nahe gelegenen Leuchtturm mit einer wunderschönen kleinen Dorfkapelle. Von dort brachte uns der Bus zurück zum Treffpunkt, wo schon die Gasteltern auf uns warteten.

Am Abend luden uns unsere französischen Sportfreunde zu einem kleinen Empfang in die MMA Halle ein. Die Organisatoren tauschen dankende Worte und kleine Geschenke. Wir erhielten 2 Pokale für den Sportleraustausch 2019. Gemeinsam aßen wir zu Abend.

Der Samstag ist Familientag. Die meisten Gasteltern nutzen das herrliche Wetter für einen Ausflug an den Atlantik . Die Jugendlichen berichteten von Segeln, Surfen, Muscheln und Krabben fangen, um diese zum Abendbrot zu essen.

Am Sonntag startete nun endlich das sportliche Event, dem die Handballer die ganze Zeit entgegen fieberten. Das Handballturnier begann früh am Morgen. Alle Mannschaften gaben ihr Bestes. Es wurde zuerst ein Turnier der Jungen und Mädchen gespielt wobei Jeweils unsere Freunde von Handballclub PONT DE L IROISE HB gewannen. Danach wurde munter durchgemischt und gemeinsam Handball gespielt, wo jeder mitmachen konnte, Jung und Alt hatten viel Spaß.

Diese Zeit nutzten unsere Leichtathleten für einen Trainingslauf über 8 km am Strand entlang. Für die Mädchen war dieser Lauf durch den Sand, bei strahlendem Sonnenschein, anstrengend, aber sehr schön.

Abends trafen wir uns mit den Fußballern zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem uns auch der Bürgermeister von Le Relecq Kerhuon herzlich begrüßte. Er machte deutlich, dass ihm der Sportleraustausch sehr am Herzen liegt und unbedingt fortgesetzt werden muss. Dieser Meinung sind wir ebenfalls.

Am Montag hatten unsere französischen Freunde eine gemeinsame Fahrt in den nahe gelegenen Freizeitpark „ Les Trois Cures“ organisiert. Ausgerüstet mit Picknickkorb und guter Laune startete der Bus um 10 Uhr. Dieser Tag hat allen viel Spaß gemacht.

Den letzten Abend ließen die Jugendlichen in Ihren Gastfamilien ausklingen, denn so langsam hieß es Abschied nehmen.

Dienstag, unser letzter Tag war angebrochen. Alle Jugendlichen wurden von Ihren Gasteltern mit dem Gepäck zum Sportplatz gebracht. Ein Bus brachte uns zum Hafen von Brest. Nachdem wir dort mehreren Anglern zugesehen und den Hafen besichtigt haben, sind wir zur neu gebauten Seilbahn gelaufen. Mit dieser sind wir dann auf die andere Seite gefahren, wo der Bus schon auf uns wartete, um uns zurück zum Sportplatz zu bringen.

Nach dem gemeinsamen Imbiss nutzten fast alle die Gelegenheit, in den nahe gelegenen Supermarkt zu laufen und noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Ein reichhaltiges Picknick für die Rückfahrt hatten uns unsere Gasteltern eingepackt.

Unsere Busse rollten auf den Platz und nachdem alles Gepäck verstaut war, hieß es nun leider Abschied nehmen. Das fiel allen sehr schwer, hatten sich doch neue Freundschaften gebildet und bestehende gefestigt.

Mit Tränen in den Augen und vielen schönen Erlebnissen im Gepäck traten wir unsere lange Rückreise an. Auch unsere französischen Freunde waren traurig, dass wir uns nun wieder für ein Jahr trennen müssen. Sie bildeten eine Menschenkette, hinderten damit erst einmal den Bus an der Abfahrt. Aber es gibt im kommenden Jahr ein Wiedersehen. Auf den Besuch der französischen Sportler im April 2020 freuen wir uns schon jetzt.

Wir danken dem Deutsch- Französischen Jugendwerk (DFJW), dass diese Reise unterstützt und fördert. Ohne diese Förderung und den persönlichen Einsatz aller Beteiligten wäre der Sportleraustausch sicherlich nicht möglich. Die Reise ist ein Gewinn für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie lernten dabei Land und Leute kennen und wurden an die französische Sprache herangeführt bzw. diese gefestigt.

30.04.2019

Anett Thomschke

www.dfjw.org


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