Mit einer klaren 26:18 (16:10)-Niederlage ist auch gegen den LHV Hoyerswerda II für die Pulsnitzer Männer im Saison-Endspiel nichts zu holen.

Es ist fast tragisch zu nennen – da spielen die Pulsnitzer eine beinahe überragende Saison 2018/19 und stehen vor großen Erfolgen, können die aber nicht einfahren. Für die bisherige Saisonleistung belohnen sich die Männer von Michael Schwenke trotz aller Möglichkeiten nicht, da sie in den drei wichtigsten Partien einfach nicht zu ihrer vorherigen Form finden. Alle drei werden gegen Bernstadt, Schleife und nun im Pokalfinale klar vergeigt. Sicher ist es der noch fehlenden Reife der meisten jungen Spieler zuzuschreiben, dass die Nerven unter höchster Belastung nicht hielten.

Waren die Pleiten der Punktspiele im Wesentlichen selbst gemachte, so haderten die HSV-er in Hoyerswerda mit dem Umstand, dass der LHV U21-Spieler mit Sachsenliga-Erfahrung von Beginn an einsetzte. So verschob sich das Kräfteverhältnis und wir hatten leider das Nachsehen.“ Mag das sein wie es will, die Pulsnitzer verstanden es wieder nicht, als es darauf ankam, Nerven und spielerisches Vermögen so einzubringen, dass sie den Gastgebern ebenbürtig wie in den gewonnenen Punktspielen sein könnten. Der Sieger hatte natürlich auch eine volle Halle und die dementsprechende Unterstützung auf ihrer Seite. Der HSV begann zerfahren, aber bis zum 5:5 auf Augenhöhe. Da hatte er am kurzweiligen Spiel der ersten Hälfte auch seine positiven Anteile. Nachdem die Gastgeber aber ihre Führung leicht ausbauten, fehlte den Gästen nicht nur Glück, sondern auch das Vermögen, die guten spielerischen Akzente in Tore umzumünzen.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie fast zum Langweiler. Hoyerswerda verwaltete seine deutliche Führung, während Pulsnitz keine geeigneten Mittel fand, sich entscheidend durchzusetzen. Dass die Gastgeber in der letzten Viertelstunde dann die etatmäßigen Bezirksligaspieler einsetzte, änderte auch nichts mehr, waren dem HSV der Nerv gezogen und ein klareres Aufbäumen nicht mehr anzumerken. Jetzt gilt es die Pleiten in der Sommerpause zu verdauen und mit dem Einbau weiterer junger Spieler zu mehr Stärke zu finden. Schwenke versuchte noch, die vertane Möglichkeit auf den Pokalsieg zu begründen: „Ohne unsere Jugendspieler wegen den diffusen Regelungen war es schwer, unser Spiel zu finden. Wir konnten im Gegensatz zum Gegner nicht unsere beste Formation aufbieten, haben aber unser Möglichstes getan. Wir konnten auch die Unsicherheiten nach den letzten Spielen nicht ablegen. Mit dem von vorn bis hinten harten Spiel kamen wir auch nicht zurecht. So unterliefen uns zu viele technische Fehler und wir boten insgesamt kein gutes Spiel. Auch wenn wir uns phasenweise zusammenrissen, so reichte es heute wieder nicht. Nach der guten Saison wäre ein Erfolg ein guter Abschluss gewesen. So werden wir unser Augenmerk auf die Saisonvorbereitung richten. Da müssen wir versuchen, ballorientierter abzuwehren und unseren Rückraum wieder in Form bringen, der in Hoywoy zu zahm agierte.“

Sein Gegenüber Robert Schwarzbach war natürlich nach einer eher durchwachsenen Saison glücklich und zufrieden: „Wir waren heiß auf den Sieg, hatten wir doch im Vorjahr gegen Schleife noch verloren. Die jungen Spieler haben uns von Anfang an gute Dienste geleistet. Wir waren nach der vergebenen Möglichkeit im Vorjahr deutlich fokussierter und die Einstellung des Teams war sehr gut.“

Glücklos zu Spielbeginn und immer nervöser mussten die Pulsnitzer die Dominanz des LZHV akzeptieren. Die Partie war zu schnell entschieden, so dass keine wirkliche Pokalstimmung aufkam. Der HSV wird sich nun so vorbereiten, um noch stärker zurückzukommen. Beispiel dafür sollten die Bernstädter sein, die aus den Problemen des davor liegenden Jahres auch stärker hervorgingen.                                                                                                                                                                                                      

Pulsnitz mit: Colin Herms, Oliver Scholze; Marco Liese (3/1), William Thomschke, Oliver Lüttke (3), Florian Drabant (1), John Eppendorfer (5/2), Kenny Kasper (2), Marco Schulze (4), Felix Richter und Markus Scholze.

Eberhard Neumann


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