Die Pulsnitzer Teams holen sich die Pokale der Westlausitz

Das Zustandekommen des Bautzener Kreispokal-Finales ist schon etwas kurios. Das wohl größte Problem ist neben den fehlenden berechtigten Teams vor allem das Nichtbereitsein und das fehlende Interesse, den Pokal zu spielen. So ist die Chronik der Endspiele sehr aufschlussreich. Die Pulsnitzer dritte Männer musste im Vorfeld zwei schwere Quali-Spiele absolvieren. Ohorn dagegen kam kurios ins Finale. In der ersten Runde Freilos, folgte in Runde zwei zwar eine Niederlage gegen Kamenz III, die jedoch zwei nicht spielberechtigte Spieler einsetzen und so den Sieg aberkannt bekamen. Bei den Frauen ist es wegen der nicht vorhandenen Bautzener Kreisliga – die Teams spielen in der Oberlausitzliga mit – noch brisanter. Mit Pulsnitz und Oberlichtenau kamen Kreisteams ins Finale, auch weil Steina, das dritte Kreisteam verzichtete. So ging es ohne Ausscheidung in das Endspiel. Sinnigerweise fanden die in Pulsnitz statt.

Frauen-Endspiel ist umkämpft, sieht aber mit Pulsnitz doch klaren Sieger beim 21:15 (10:9)

Die Frauen von Heike Schimang hatten sich die Partie und den Pokalerfolg wohl doch einfacher vorgestellt. In der Oberlausitzliga holten sie Rang zwei und acht Punkte mehr aus zehn Spielen als die SGO-Damen. Damit befand sich die Favoritenrolle automatisch bei ihnen. Anfangs sah es auch nach einer klaren Sache aus und die Führungen 4:0; 7:2 und 9:4 ließen schon fast Langeweile aufkommen. Dann aber machten die Oberlichtenauerinnen ernst und pirschten sich bis zur Pause bis auf ein Tor Differenz heran. Da Pulsnitz immer nervöser wurde und vieles liegen ließ, verlief auch die zweite Hälfte auf Augenhöhe. Die besten Erinnerungen an die HSV-Pleite (25:19 der SGO) vom vergangenen März drängten sich zwangsläufig auf. Beim 11:11 kurz nach dem Wechsel stellte der vermeintliche Außenseiter schließlich erstmals auf Remis. Dem 11:11 folgte noch ein 12:12, ehe die HSV-Frauen das Zepter wieder übernahmen. Oberlichtenau ließ zwar nicht nach, hatte aber mehrfach auch Pech, so dass sich der Favorit noch klar durchsetzte. Neben den schönen Momenten der Pokalehrungen durch den Kreisvorsitzenden Michael Gräfe überwog dann auch die Freude über das Ende der Saison und den spielfreien Sommer.

Pulsnitz spielte mit: Manja Thomas, Dana Weise; Tanja Schimang (5), Alice Jordan (2/1), Luise Kühnel (1), Leonie Garten, Ivonne Schaaf, Katja Wimmer-Berndt (6/4), Vivien Richter (1), Sindy Nake (2) und Lisa Roch (4).                       

Oberlichtenau spielte mit: Bianca Mücklich, Antje Lattermann; Elisabeth Richter, Maria Schäfer (3/1), Mandy Moschke (1), Andrea Schirmer (1), Anne Großmann (1), Sina Hobrack (4/3), Nadine Paditz (2), Jennifer Kühnel (1), Christiane Röntzsch, Susen Eberhardt, Andrea Magister (2) und Leona Freudenberg.

Pulsnitz dominiert das Männerfinale mit einem 35:22 (19:11)-Erfolg über Ohorn

Die Ohorner hatten Glück mit dem Einzug ins Finale und waren dort zugleich das vorn stehende Team, aber eigentlich Außenseiter. Doch sie standen nicht gleich auf verlorenem Posten und konnten sich anfangs ordentlich präsentieren, ehe Pulsnitz sukzessive davonzog. Nicht wie bei den Frauen kam hier nie so richtige Pokalstimmung auf, obwohl beide Fanseiten sich nicht um Unterstützung bitten ließen. Die TSV-er nahmen’s locker und versuchten immer wieder selbst Chancen aufzubauen und zu nutzen. Allein von der knappen Besetzung her hatten sie es aber zunehmend schwerer gegen die personelle Übermacht von HSV III. Nach dem 5:3 der Pulsnitzer sorgte deren Neun-Tore-Lauf schnell für klare Fronten und die Entscheidung. Diese Elf-Tore-Differenz reduzierten die Ohorner wieder und wieder und ließen die erst wieder zum 13:24 zu. Erst zum Ende hin, als die Kondition völlig weg war, wurde es noch etwas höher. Dennoch überzeugten die Ohorner dadurch, dass sie nie aufgaben und weiter kämpften. Dabei ging alles sehr fair und freundschaftlich zu. Besonders auf HSV-Seite tat sich Tobias Liebschner hervor, der zum besten Werfer aus dem Feld heraus wurde und auch noch einige Konter lief.

Ohorn spielte mit: Björn Thom; Rocci Lindner (5), Daniel Schneider (5), Olaf Gräfe (10/6), Lars Garten, Sirko Mägel (2), Ronny Wendt und Sebastian Adam.

Pulsnitz III spielte mit: Holger Frenzel; Frank Gebler (2), Christopher Hommel (3), Uwe Caspar (2), Stefan Lembke (2), Jens Mager (8), Ronny Schäfer (1), Michael Rummel, Sven Poprawe (4), Robin Nickich (2), Tobias Liebschner (9) und Toni Hoffmann (2).

Das Fazit der Siegertrainer

Heike Schimang (Pulsnitz): Wir hatten einen sehr guten Beginn mit den super ersten zehn Minuten und hatten gute letzte zehn Minuten. Zwischendurch haben wir uns zeitweise schwer getan. Beide Torhüterinnen boten starke Leistungen. Am Ende haben wir das Spiel über Konter gewonnen, Oberlichtenau war da platt. Jetzt werden wir uns mit der A-Jugend noch verstärken, starten aber wieder im Kreis. In der letzten Saison haben wir schon fünf A-Jugendliche eingebaut und uns so verstärkt. Das zeigt die positive Entwicklung und wir können ein positives Fazit ziehen. Wir holten Platz zwei in der Oberlausitzliga und den Kreispokal.

Veit Eppendorfer (Pulsnitz III): Wir kamen gut rein und wollten ein entspanntes Spiel machen. Wir wussten auch, dass Ohorn nicht in Bestbesetzung antreten konnte. An erster Stelle wollten wir Spaß haben und haben auch viel gewechselt. Der Pokalsieg ist ein schöner Saisonabschluss. Wir haben insgesamt überlegen gespielt und freuen uns nun auf die heutige Abschlussfeier.

Das besondere Highlight

Um dem Pokalgeschehen noch eine besondere Note zu verleihen, hatten die Ohorner eine Überraschung parat. In der Halbzeitpause der Männer präsentierten sie mit Kelly Jensch die amtierende deutsche Meisterin im Rollschuhlauf – Show-Solo. Die überzeugte mit toller Darbietung und Kostüm. Immerhin betreibt sie den Sport bereits seit 16 Jahren und muss alles selbst organisieren und finanzieren.

Eberhard Neumann


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