Beinahe souverän siegt der HSV mit 30:24 (15:11) gegen Lok Leipzig-Mitte und ist eine Runde weiter.

Das war in der Pfefferkuchenstadt so ein richtiger Auftakt nach Maß. Mit Lok Leipzig-Mitte war gleich zum Erstrunden-Landes-Pokalspiel kein Geringerer als der Siebente der Verbandsliga-Weststaffel der Vorsaison erschienen. Schon beim Warmmachen erschlichen die Gastgeber ob der Körperlichkeit der Gäste mulmige Gefühle. Sollte die Verbandsliga tatsächlich noch eine Nummer zu groß sein, auch nach dem unnötigen Nichtaufstieg der letzten Saison. Doch Michael Schwenke hatte seine HSV-Männer nicht umsonst in der Vorbereitung, auch gegen höherklassige Teams geschunden. Das sollte sich hier gleich auszahlen. Sein Team ging so auch entsprechend selbstbewusst in die Partie. Anfangs rieben sich noch viele Zuschauer die Augen ob der scheinbaren Gleichwertigkeit ihres Teams. Zwar gingen bis zur zehnten Minute auch die Gäste zweimal in Führung, aber die Pulsnitzer hielten voll dagegen und setzten schon in der Anfangsphase einige Glanzpunkte. Vor allem spielerisch schienen sie sogar leicht überlegen. Das münzten sie dann auch in die entsprechenden Treffer zur deutlicheren Führung um. Bis auf fünf Tore Differenz wurde die bis zur Pause sogar ausgebaut. Natürlich war nach dem Wechsel zu erwarten, dass die Gäste sich nicht geschlagen geben und um ihren Nimbus als Verbandsligist fighten würden. Bereits sieben Minuten nach der Pause gelang denen dann auch der Anschlusstreffer – weg war die klare Führung. War damit auch die Wende eingeleitet, fragten sich die Fans. Nichts dergleichen, die Gastgeber legten nach und holten die Fünf-Tore-Führung bis zur 44. Minute wieder heraus. Am Ende wurden die Gäste beinahe vorgeführt und kamen nie mehr richtig ins Spiel. Hier machte sich die großartige Wechselmöglichkeit mit je zwei Spielern pro Position klar bemerkbar. Selbst beim Vierer-Wechsel etwa zehn Minuten vor dem Abpfiff der souveränen Jung-Schiris gab es keinen Abbruch. Vielmehr schienen die Messestädter beeindruckt von der Schlagkraft und Spielfähigkeit des HSV. Trainer Michael Schwenke konnte die Auswertung diesmal nicht selbst vornehmen. Schnell zu einem anderen Termin rennend, überließ er das seinem neuen Co. Markus Scholze. Der ließ sich nicht herauslocken, wer nach seiner Meinung der Beste seines Teams auf der Platte war und sagte: „Von der Ausgangsituation war uns nicht bewusst, was da aus Leipzig auf uns zukommt. Durch viele Zeitstrafen der Gäste in der Vorsaison allerdings rechneten wir damit, dass es gut zur Sache gehen würde. Dennoch haben wir hinten mit einer 5:1 begonnen, um zu stören und schnelle Ballgewinne zu machen. In Training und Trainingslager hatten wir geübt, konsequenter und eher gegen den gegnerischen Rückraum zu attackieren. Zudem kamen wir auch immer besser ins Spiel. Zu bemängeln ist allerdings, dass nicht so wie vorgegeben, die Angriffe durchgespielt wurden und es zeitweise an der Chancenverwertung haperte. Unser Vorteil war, dass wir auch mit den Wechseln bis zum Ende das Tempo hoch halten konnten. Für uns ist es ein Gradmesser, solche Gegner zu schlagen. Das Team hat in geschlossener Art bewiesen, was geht und zu erwarten ist.“ Zuletzt freute sich der Co-Trainer aber auch über die Steigerung von William Thomschke, der das schon in der Vorbereitung bewies, was ihm auch den langen Auftritt in der Startformation einbrachte. So kann es weiter gehen, dann ist der HSV auch weiter auf einem guten Weg. Für die Punktspiele sollte die gewachsene Spielstärke und Komplexität der Mannschaft ausschlaggebend sein. Der Auftaktsieg im Pokal muss weiteres Selbstvertrauen geben, was zum Ende der letzten Saison etwas verloren gegangen war. Die Fans können sich auf eine tolle Saison freuen, zuerst gegen LHV II in Hoyerswerda.

Pulsnitz spielte mit: Oliver Scholze, Colin Herms; Marco Liese (4/3), Erik Forke, Maximilian Krahl (2), William Thomschke (5), Franz Johne (4), Oliver Lüttke (4), Florian Drabant, John Eppendorfer (5/2), Eric Küster (1), Marco Schulze (3), Felix Richter (1) und Oliver Grafe (1).

Spielfilm: 0:1; 2:3; 7:4; 9:5; 14:9; Hz. 15:10; 15:14; 19:15; 22:19; 27:20; 30:22; End. 30:24.

Eberhard Neumann


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