Trotz Bedenken siegen die Pulsnitzer in der BSZ-Halle in Hoyerswerda mit 28:18 (15:12) gegen den LHV II.

Die Hoyerswerdaer sind für die Pulsnitzer Männer seit Jahren so etwas wie ein Angstgegner. Vor allem, da oft nicht bekannt ist, wer da wirklich aufläuft, wird dieser Eindruck untermauert. So geschehen, war auch das letzte Spiel gegen die Zusestädter eine Pleite, als der Ostsachsenpokal der letzten Saison in Hoywoy verloren ging. Entsprechend motiviert gingen die Pfefferkuchenstädter in die möglicherweise wieder vorentscheidende Auswärtspartie mit den Männern um Robert Ide, Felix Socke, Coach Mario Stephan und den anderen jungen Wilden des LHV. Vorentscheidend deshalb, weil sich keiner der Aufstiegsanwärter gleich zu Saisonbeginn einen Lapsus leisten kann. Das beweisen auch die Erfolge von Neugersdorf und Kamenz. Für den Auftakt der Serie entsprechend nervös, aber auch vorsichtig wurde seitens der Gäste ins Spiel gegangen. Lange konnte sich kein Team befreien aus dieser Zwangslage und etwas absetzen. Bis zur 14. Minute lagen die Gastgeber vorn, ehe die Männer von Michael Schwenke erstmals vorlegen konnten. Die Führung wurde dann auch konzentrierter mit weiteren drei Treffern in Folge ausgebaut. Die energische Gegenwehr der Hoyerswerdaer schien gebrochen. Gleich nach dem Wechsel mit fünf Toren Differenz im Rücken, setzten sich die HSV-Männer bis auf neun Tore ab. Das war auch die Periode, die nicht nur spielentscheidend, sondern aus Sicht von Schwenke die effektivste seine Männer war: „Nach dem Wechsel haben wir uns aufbauend auf der schon zuvor guten Torhüterleistung deutlich gesteigert. Wir haben uns regelrecht ins Spiel gebissen. Das bedeutet, der Sieg mit zehn Toren plus am ersten Spieltag auswärts in Hoyerswerda, das ist super. So sind wir nach der nachwirkenden Pokal-Niederlage am Ende der letzten Saison noch sehr gut in die Saison gestartet. Darauf lässt sich aufbauen. Anfangs haben wir, wohl noch gehemmt ganz schlecht gespielt. Da unterliefen zu viele Fehlabspiele und es wurde zu langsam gespielt. Ab der 20. Minute agierten wir deutlich ruhiger, spielten die Angriffe besser aus und legten nach. Durch die gleichmäßig besetzte Bank konnten wir gut austauschen und sofort nachziehen. Alle erhielten ihre Spielzeiten und brachten positive Dinge ein. Es war das bestehende unheimliche Steigerungspotenzial gut erkennbar. Wir sind mit dem ersten schweren Auswärtsspiel gut gestartet. Das gibt Rückenwind für die Saison.“ Außer den Torhütern Colin Herms und Scholze-Ersatz Alexander Roth – in der Schlussphase haltend und auch noch einen Siebenmeter parierend – wollte Schwenke keinen hervorheben. Dennoch war ersichtlich, dass sich Franz Johne auf der Halbrechtsposition immer besser einbringt und mit John Eppendorfer da ein gutes Gespann bildet. Alle anderen machten ebenfalls vieles richtig, sonst wäre der Sieg nicht so deutlich und damit ein Achtungszeichen gesetzt worden. Mit der Einstellung und den möglichen Varianten sind die Pulsnitzer diesmal noch weniger ausrechenbar als letzte Saison. Die kommenden drei wohl einfacheren Partien können weiter zum Einspielen genutzt werden, ehe die schweren Gegner kommen. Allerdings darf die neu formierte Spielgemeinschaft Sohland/Friedersdorf nicht unterschätzt werden. Dabei sollte am Sonntag das Heimspiel gute Motivation bieten.

Pulsnitz spielte mit: Alexander Roth, Colin Herms; Marco Liese (6/1), Maximilian Krahl (3), Karl Jung (1), William  Thomschke, Franz Johne (6/2), Oliver Lüttke (2), John Eppendorfer (3), Ronny Schöne, Kenny Kasper (3), Marco Schulze (2) und Felix Richter (2).

Eberhard Neumann


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