Mit einer guten Phase zu Beginn des Spieles legen die Pulsnitzer für den 28:19 (15:7)-Sieg den Grundstein.

Die Gäste der neu formierten Spielgemeinschaft Sohland/Friedersdorf traten mit einer gut besetzten Bank und viel Optimismus das Spiel in Pulsnitz an. Immerhin hatten sie in der Vorwoche bereits Neugersdorf, einen der Mitfavoriten der Liga stark gefordert. Die Ambitionen der SG wurden aber schnell zerstört, da die Hausherren ihre Aufgabe konzentriert und mit Tempo angingen. Natürlich wollten sie gleich zu Beginn die richtigen Akzente setzen, ohne zu ahnen, dass später viel Sand ins Getriebe kommen würde. Aber mit ihrer Anfangsoffensive zogen sie den Oberländern erst einmal die Zähne und beherrschten die wohltuend faire Partie bis zu den ersten Wechseln. Was in den vergangenen beiden spielen vorbildlich funktionierte, ging diesmal fast in die Hosen. Die zweite Reihe hatte zuletzt immer nahtlos an die erste angeknüpft und jeweils das fortgesetzt, was aufgebaut wurde. Doch diesmal schienen die Einwechsler nicht richtig Fuß zu fassen. Da zahlte sich aus, dass der stark spielende Anfangssechser zur elften ein 9:2 und bis zur 17. Minute das 12:3 vorlegte. Danach kann der so genannte Getriebesand ins Spiel und der Motor der Pfefferkuchenstädter lief nicht mehr so rund. Dennoch wurde das Spiel nie aus den Händen gegeben. Immerhin hatten die Gäste 20 Minuten lang nur magere drei Tore erzielt und in zehn vor der Pause wenigstens vier. Beide Teams schienen nun auf Augenhöhe zu sein und Pulsnitz gelang es nicht mehr den Vorsprung noch deutlicher auszubauen, aber da war ja das Polster vom Anfang. Bei fast bestehender Gleichwertigkeit leisteten sich die Gastgeber zu viele Fahrkarten. Das nutzten die Gäste ab der 46. Bis zur 53. Minute zu vier Treffern und damit Ergebniskosmetik. Gerade in dieser zweiten kleineren Schwächephase kamen die Männer von Michael Schwenke mit dem dann praktizierten 4:2-Angriff des Gegners nicht zurecht. Der Coach war so auch nicht voll zufrieden mit dem Auftritt seiner Männer: „Wir legten einen ganz guten Anfang hin, konnten uns absetzen und klären, wer Herr im Hause ist. Da wurde schon alles klar gemacht. Später sind wir in viel zu lethargisches Spielen verfallen, was sich auch dumm für die Torhüter gestaltete. Diesmal hat auch die zweite Garde nicht so wie zuvor gestochen. So kam von den Halben nicht genügend Druck und Torgefahr. Positiv für unser Spiel war nur der super Einsatz von Franz Johne und Maximilian Krahl. Zum Ende der Partie hat auch unsere Abwehr nicht mehr gut genug gestanden. Ja, und dummerweise passten wir uns in der zweiten Halbzeit dem Niveau zu sehr an. So können wir gegen Top-Gegner auch Probleme bekommen. Dann ist eine bessere Einstellung vonnöten. Ich bin vor allem froh, dass sich keiner bei der rustikalen Spielweise der Gäste verletzte.“ So brachte es Schwenke auf den Punkt. Spiel gewonnen, Pflicht erfüllt, abhaken, die nächsten Aufgaben konsequenter angehen. Dass es diesmal kein mögliches Schützenfest wurde, lag vor allem an der schwachen Chancenverwertung Insgesamt 17 Hundertpro-Chancen wurden bei insgesamt 22 Fehlwürfen vergeben. Dazu gesellten sich 16 technische Fehler. Das geht in manch anderem Spiel sicher daneben. So muss Schwenke weiter intensiv mit seinem Team arbeiten, um die frei Luft nach oben weiter zu komprimieren. Als nächster Gegner steht Sagar bereit. Das bot immerhin wieder erstarkt den Neugersdorfern einen Fight mit knappem 26:24-Ausgang in fremder Halle. Wieder mit Tommy Erlitz, neun Tore, wird es auch in Bad Muskau nicht so einfach.

Pulsnitz spielte mit: O. Scholze, Herms; Liese (6/2), Forke, Krahl (5), Jung (1), Thomschke (1), Johne (7), Lüttke (1), Eppendorfer, Schöne (3), Kasper, Schulze (2) und Richter (2).

Eberhard Neumann


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