Mit einem ordentlichen Beginn legen die HSV-Männer den Grundstein zum 22:25 (6:15)-Auswärtssieg gegen den Rivalen Sagar bereits in der ersten Halbzeit.

Im Vorfeld der Begegnung gegen Sagar in Bad Muskau wurden die Pulsnitzer gewarnt, dass die Gastgeber wieder erstarkt seien. Sie schienen das auch sehr ernst zu nehmen und begannen konzentriert und einsatzstark das Auswärtsspiel gegen einen bekannt unbequemen Gastgeber. Die Gäste legten los, als wollten sie einen neuen Startrekord hinlegen und überraschten damit die Heimmannschaft sichtlich. Die Ankündigung des Hallensprechers „wir wollen heute einen Sieg“ schien völlig daneben zu liegen. In der gut gefüllten Halle blieb aber die Euphorie bestehen, die die Sagaraner mit laufender Spielzeit immer intensiver vorwärts trieb. Manch einer konnte schon ahnen, dass zu einem interessanten Spiel insgesamt 60 Minuten gehören und diese viele Unwägbarkeiten bereithalten. Nachdem die Gäste ihren Gegner mehr als deutlich im Griff hatten und im ersten Durchgang lediglich sechs Treffer zuließen, leisteten sich die nach dem Wechsel einfach zu viele Fehler. Das ging als Schuss nach hinten los. Zehrten die durchschnittlich 19-jährigen noch vom Neun-Tore-Vorsprung aus Hälfte eins, so deutete sich bis zur 40. Minute schon an, dass die jungen Wilden gegen die kompakten und robusten SV-Männer mehr und mehr den Kürzeren ziehen würden. Da mit zunehmender Spielzeit auch die Treffergenauigkeit sank, kam was kommen musste. Bis zur 47. Minute hielten beide die Trefferquote gleich und es stand 11:21. Zwei Tore der Gastgeber und eine Doppel-Zeitstrafe waren der Start zur rot-weißen Aufholjagd. Von der 48. bis zur 56. Minute netzten die sieben Mal nacheinander ohne HSV-Treffer ein. Inzwischen, vielleicht fast etwas zu spät, wechselten die Gäste ihren Stamm zurück, um die Partie wenigstens noch erfolgreich über die letzten Runden zu bringen. Manch Sagaraner sah im Fehlen ihres Tommy Erlitz eine vertane Siegchance. Der hatte im Spiel vor einer Woche gegen Mitfavorit Neugersdorf immerhin neunmal getroffen und großen Anteil an der mit zwei Toren knappen Auswärtsniederlage. Letztlich schienen bei den Pfefferkuchenstädtern die Vorwarnungen doch verhallt zu sein, so dass zum Ende noch ein unnötiger Kraftakt her musste. Interimscoach und Schwenke-Vertreter Markus Scholze meinte nachher auch etwas angesäuert, aber froh: „Zur ersten Halbzeit gibt es wenig zu sagen. Da wurde das geboten, was wir in der Woche üben. Mit aggressiver Abwehr in die zweite Welle zu gehen, war uns gut gelungen. Auf Grund des Spielstandes wollten wir allen jungen Spielern ihre Zeit im Spiel geben. Da haben wir aber gesehen, dass Sagar nie aufgegeben hat. Über unsere Zeitstrafen fanden die zurück ins Spiel. Unsere vier Minuten in Unterzahl gaben denen viel Aufwind. Am Ende haben wir den Erfolg noch nach Hause geschaukelt. Jugend forsch, bleibt auch weiter unser Ansatz, auch wenn wir vielleicht mit dem ersten Sechser 30 Tore oder mehr gemacht hätten. Der Gegner war unseren jungen Spielern körperlich überlegen. Ansonsten machten wir zeitweise zu wenig Druck aufs gegnerische Tor.“ Sei es wie es sei, es ist gut gegangen und der dritte Sieg bedeutet einen Super-Saisonstart. Der könnte mit dem nächsten Heimspiel gegen Radeberg II weiter veredelt werden. Dann könnte es auch ein Schützenfest geben, auch wenn wieder auf die Jugend gesetzt wird. Immerhin unterlagen die kommenden Gäste zu Hause Neugersdorf mit 23:37., aber sie verloren in Schleife auch nur mit 27:24. Das bedeutet, Achtung ist auch hier geboten.

Pulsnitz spielte mit: Herms; Liese (6/2), Forke (1), Krahl (3), Thomschke (1), Johne (4/1), Lüttke (3), Drabant,  Eppendorfer, Schöne (1), Kasper (2), Schulze (3) und Richter (1).

Eberhard Neumann


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