Die Pulsnitzer Männer gewinnen ihr Heimspiel gegen den RSV II mit 32:24 (19:11) zwar deutlich, aber nicht so souverän wie von allen erwartet werden durfte.

Die Serie der nicht voll überzeugenden Spiele und Ergebnisse für die Pulsnitzer Männer setzte sich auch gegen den punktlosen Tabellenletzten fort. Einerseits zeigten die Hausherren, dass sie noch immer viel Luft nach oben haben, andererseits trafen sie auf einen gut motivierten und sicher nicht so stark erwarteten Gegner. Von der Papierform deutete alles auf einen sehr deutlichen Heimsieg hin. Aber den Gefallen taten die Gäste dem HSV nicht, sondern versuchten mit den vorhandenen Mitteln Paroli zu bieten. Beide Bänke waren zudem sehr gut besetzt – ein ziemliches Novum in dieser Liga – und das gab den Trainern beider Seiten viele Spielräume und Wechselmöglichkeiten. Beim Gastgeber fiel dabei auf, dass diesmal mehr auf punktuelle Wechsel gesetzt wurde, was auch die Flexibilität und Variationsmöglichkeiten stark befeuerte. Bei geringerer Gegenwehr war so auch eine klare zweistellige Tordifferent möglich. Da aber mit Marco Schulze und William Thomschke zwei für die Abwehr äußerst wichtige Akteure geschont wurden, kamen die Radeberger auch mehrfach zu zuvielen Torerfolgen. Dass es in der Defensive besonders am Anfang etwas haperte, konstatierte auch Coach Michael Schwenke; „In der Abwehr musste ich einiges umbauen, was zu Abstimmungsproblemen führte. So kamen wir nur zu einem Arbeitssieg gegen einen im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbesserten Gegner. Ansonsten war die Mannschaft gut eingestellt und drauf. Nachdem wir nach 15 Minuten auch durch erneute Umstellungen besser verteidigten, funktionierte unser gesamtes Spiel auch besser. Trotzdem zeigen sich gegen leichtere Gegner immer noch unnötige Probleme. Beide Torhüter boten solide Leistungen, ansonsten konnte ich allen wieder Spielzeiten geben. Wir müssen uns weiter einspielen, wobei das Ziel bleibt, junge Spieler auszubilden. Letztlich haben wir den Gegner doch beherrscht.“ Ja, zum Einspielen gibt es jetzt erst einmal einen Knick, denn es folgen nach dem nächsten Auswärtsspiel bei Obergurig vier Wochen Pause. Die werden lediglich durch das Sachsen-Pokalspiel am 26. Oktober gegen Riesa/Oschatz unterbrochen. So muss vor allem über das Training an der weiteren Herausbildung und Förderung der eigenen Stärken gearbeitet werden. Für den Spielverlauf und die eigene Performance war wichtig, dass der Gegner gut dagegen hielt. So wurde nicht gleich wie in den vorangegangenen Partien die vielfach zur Schludrigkeit führende klare Führung verpasst. Beim 12:9 in der 14. Minute waren die Gäste immer noch in Schlagdistanz. So mussten die Gastgeber doch mehr investieren, um sich danach etwas deutlicher absetzen zu können. Bis zur Pause wurde dann der Vorsprung bis auf acht Treffer Differenz klarer ausgebaut. Das war auch der Abstand, der bis zum Ende hielt und auch nie wirklich in Gefahr geriet. Immer wieder konnten die Bierstädter das Spiel verschleppen, so dass die Pfefferkuchenstädter nie in ihr sonst erfolgreiches Tempospiel fanden. Das machten die Gäste recht clever und verhinderten so, wie in der letzten Saison ins offene Messer zu laufen. Dennoch überzeugten die HSV-Männer nicht so wie möglich beim Abschluss. Wieder zu viele Fehler und einen verbesserungswürdige Chancenverwertung verhinderten den deutlicheren Heimerfolg. Damit kamen die Pulsnitzer auch nur zu einem wie von Schwenke eingeschätzten Arbeitssieg. Das dürfte auch im vor den Ferien kommenden Spiel in Bautzen gegen Obergurig nicht anders werden. Da die Gastgeber zudem ein für Pulsnitz immer unbequemer Partner sind, ist auch wieder mit Krampf und Kampf bei klarer Favoritenstellung zu rechnen.

Pulsnitz spielte mit: O. Scholze, Herms; Liese (6/1), Forke (4), Krahl (2), Thomschke (n.e.), Jung (3), Johne (2), Lüttke (3), Drabant,  Eppendorfer (4), Schöne (2), Kasper (4), und Richter (2).

Eberhard Neumann


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