Mit einer am Ende zu hohen Niederlage von 32:27 (10:15) gegen den Verbandsligisten Riesa/Oschatz verpassen die HSV-er die Überraschung.

Letztlich waren sich alle darin einig, es fehlte nicht viel am erneuten Weiterkommen der Pulsnitzer  im Sachsenpokal gegen einen höherklassigen Gegner. Das Ergebnis am Ende spiegelt keineswegs die Verläufe der umkämpften Partie in komplexer Form wider. Zu sehr hatten zuvor die Bezirksligisten den Gast aus der Nudelstadt mehr als dem lieb war gefordert und an den Rand einer Niederlage gebracht. Schlussendlich setzte sich aber die doch größere Erfahrung auf der Gästeseite durch, die die Partie erst spät drehen konnte. Erst ab der 50. Minute gelang es den Riesaern, richtig zu zündeln. Sie packten in den letzten zehn Minuten die Zündhölzer aus – auch für die Stadt Riesa früher typisch – und kippten das Ergebnis in die eigene Richtung. Nach dem 23:21 der Gastgeber wurden die auch durch die Fehler gleich in mehreren Aktionen der bis dahin überzeugenden Heimmannschaft zusätzlich stark gemacht. Mit sechs Toren in Folge konnten die Gäste Ablauf und Restprogramm des Spieles vorgeben. Zuvor lagen sie lediglich bei 2:3 bis 4:5 zwischen der sechsten und achten Minute in Front. Ansonsten dominierten die Männer von Michael Schwenke doch mehr oder weniger eindeutig die Partie. Mehr als fünf Tore Differenz konnten aber nie herausgeworfen werden. Wie in den vergangenen Spielen brachen sie im Schlussgang wieder ein, was diesmal in der ersten Saison-Niederlage mündete. Dass die nicht so gravierend ist, betonte danach Schwenke mit zufriedenem Statement: „Ich bin ganz zufrieden mit dem Spiel, auch wenn wir gern gewonnen hätten. So boten wir eine sehr starke erste Halbzeit. In der zweiten Hälfte bekamen wir dann gegen eine Sachsenliga-erfahrenene Mannschaft größere Probleme. Wir sind da in alte Muster verfallen, die wir seit Wochen bearbeiten. Dann haben wir auch phasenweise schlecht gespielt. Positiv bleibt, dass wir ganz stark angefangen haben. Ich kann dabei schon von sehr guter Deckung sprechen, wenn die Abwehr einen Verbandsligisten ins Zeitspiel und zu unkontrollierten Würfen zwingt. Was bleibt, ist weiter daran zu arbeiten, Einbrüche in der zweiten Hälfte zu vermeiden. Manko nach dem Wechsel war, dass wir dann nicht mehr den vorherigen Zugriff in der Abwehr hatten, auch nicht schnell genug und strukturiert waren. Durch nachlassende spielerische Ideen kam zu wenig Druck im Angriff. Die Niederlage ist zu hoch, weil wir am Ende mehrere Bälle weggeworfen haben. In der zweiten Hälfte haben wir auch das Torhüter-Duell verloren. Trotzdem bleiben gute Erkenntnisse und Erfahrungen für die nächsten schweren Wochen. Wir haben inzwischen genug Lehrgeld gezahlt und müssen nur unser Leistungsvermögen abrufen. Dann werden wir es den Mannschaften des Bezirkes Ost schwer machen“. Wie gesagt, als Zwischenstation war die Partie Gold wert, die entsprechenden Analysen und Schlussfolgerungen obliegen den Trainern. Vorrang hat ohnehin die erfolgreiche Punktspielsaison, die auch den Aufstieg bringen soll. Schon da könnten sich die Erfahrungen aus den Leipzig- und Riesa-Spielen positiv bemerkbar machen.        

Ja, die nächsten Wochen werden schwer genug. Ab sofort beginnen jetzt die Wochen der Wahrheit in der Ostsachsenliga und da sollen keine Punkte liegen bleiben. Ab 24. November gibt es die Hammer-Spiele in Kamenz, gegen Schleife und bei Neugersdorf. Zuvor kommt es dann schon am nächsten Wochenende zum Stadtderby mit Oberlichtenau. Auch die Zwischenspiele mit den Görlitzer Teams sind nicht zu unterschätzen.

Pulsnitz spielte mit: Scholze, Herms; Liese (1), Forke (4), Thomschke (3), Jung (3), Johne (3), Lüttke (5), Drabant,  Eppendorfer (2), Kasper (3), Schulze (n.e.), Richter (3) und Grafe.

Eberhard Neumann


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