Das war mehr ein sehr hart erkämpfter Sieg mit dem 29:27 (13:18) beim NSV GW Görlitz als eine Top-Leistung.

Am Ende der Partie an der Neiße stand nach einem intensiven Schlagabtausch doch noch ein Erfolg für die Pulsnitzer Männer zu Buche. Doch eigentlich lohnten nur die letzten zehn Minuten der Erwähnung in der Berichterstattung. Zuvor taten sich die Gäste schwer, die unkompliziert und manchmal mehr als rustikal auftretenden Gastgeber in die Schranken zu weisen. Da ließen die Liese und Co. nur selten erkennen, dass sie eigentlich als Favorit mit der Zielstellung, weiße Weste zu behalten, zur Auswärtspartie angereist waren. Die Pulsnitzer ließen über weite Strecken ihre sonst so erfolgreiche Spielgestaltung vermissen. Vielmehr setzten die Gastgeber die Akzente und brachten das Gästeteam mehr als bedrohlich in die Bredouille. War schon der Beginn nicht optimal für den HSV, so war es noch viel schlimmer, dass der permanent einem mehr oder weniger deutlichen Rückstand hinterher lief. Nachdem der Rückstand immer noch in vertretbarem Maße gehalten wurde, nahm der ab der 22. Minute auch noch bedenkliche Züge an. Auf sechs Tore Differenz schraubten dir Görlitzer ihren Vorsprung, damit aber auch den größten Abstand markierend. Doch erst das Treffen der Pulsnitzer in der Kabine schien das Nebenher der ersten 30 Minuten aufzulösen. Die HSV-er wurden daran erinnert, dass sie nur gemeinsam zum Erfolg kommen könnten. Sukzessive fanden sie dann auch ins Spiel. In der 36. Minute gelang endlich der ersehnte Anschlusstreffer. Die Siegerstraße wurde aber auch in der Folgezeit teilweise noch klar verfehlt, das Schwimmen ging weiter. In der 41. Minute waren es bereits wieder vier Tore Abstand, die es aufzuholen galt. Durch steigendes Engagement schienen sich die Schwenke-Männer gegen das Ertrinken zu wehren. Das Wasser der Neiße floss weiter, das Spiel auch. Hier aber staute sich langsam manches an. Mit einer NSV-Zeitstrafe und Siebenmeter für den HSV bahnte sich doch noch die Wende an. Marco Liese besorgte das 26:23 vom Punkt und Erik Forke sowie wieder Liese vom Punkt schafften den abermaligen Anschluss. Nun ließen sich die Gäste nicht mehr so aus ihrem Konzept bringen. Das danach 27. Gastgebertor in der 51. Minute war auch deren letztes, während die Pfefferkuchenstädter die Köpfe hoch bekamen und noch vier Treffer zum Sieg einnetzten. Da machte sich auch die Erfahrung von Liese und Ronny Schöne bezahlt, während Gelb-Weiß spät an der eigenen Rustikalität scheiterte. Trainer Michael Schwenke war froh, mit blauen Augen, aber keinem Ko. über die Runden gekommen zu sein: Wir waren ganz schön schlecht und sind heilfroh, das überstanden zu haben. Die Halbzeitpause gestaltete sich so auch viel lauter als sonst. Das war der Weckruf und danach wurde es langsam besser. Am Ende war es ein Kampfsieg. Die Mannschaft war gewarnt, hatte das aber offensichtlich nicht ernst genommen. Gegen das 1-1 des Gegners wurde zu lasch verteidigt und zu viele einfache Aktionen zugelassen. Das schnelle Umschalten fehlte und es ging ohne Tempo nach vorn. Auch die beiden Torhüter hatten keinen guten Tag. Vorn waren wir verunsichert und keiner rief sein Leistungsvermögen ab. In der Halbzeit haben wir auf die 6:0-Abwehr und den 4:2-Angriff umgestellt, was sukzessive Wirkung zeigte. Oliver Scholze hat sich auch mit besser werdender Abwehr später ins Spiel gebissen. Am Ende hat es gereicht, weil vorn mehr Bewegung drin war. Zum Schluss taten die Minuten von Ronny Schöne gut, nach dem wir das Spiel drehen und entscheiden konnten.“ Was bleibt, ist festzuhalten, dass so ein Spiel vor einem Jahr noch verloren wurde. Das zeigt, das Team ist weiter gereift und gefestigt. Jetzt gilt es, nochmals gegen Koweg Görlitz II Selbstvertrauen zu tanken, um dann in die vorentscheidenden Partien zu starten

Pulsnitz spielte mit: Scholze,  Herms; Liese (6/3), Forke (2), Krahl, Thomschke, Jung (1/1), Johne (6), Lüttke (5), Schöne (3/1), Kasper (4), Schulze (2) und Richter.

Eberhard Neumann


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