Die Pulsnitzer standen in Kamenz auf der Waage und wurden bei deftiger 29:20 (14:11)-Pleite wieder einmal als zu leicht befunden.

Geplant war sicher alles ganz anders, doch dann kam es eben dicke. Erfahrung gewinnt gegen Jungspunde war die zuletzt beinahe einseitige Erkenntnis. Dabei wurde im HSV-Lager mit dem Einsatz von Jens Mager sogar auf zusätzliche Erfahrung gesetzt, aber auch das war nur Ergebnis der personellen Misere. So fehlten mit Colin Herms, William Thomschke und dem verletzungsbedingt nicht einsetzbaren John Eppendorfer immerhin drei Stammspieler. Dabei schienen das die Johne, Schulze und Lüttke kompensieren zu können. Das eher größte Problem stellte sich mit dem Fast-Total-Ausfall von Marco Liese dar, der nicht in die  gewohnte Leitfunktion fand. So beherrschten die routinierten  Kamenzer Führungsspieler Freudenberg, Oswald, Meixner oder Thomschke das Geschehen, während die auf Pulsnitzer Seite nie so richtig Zugriff zur Partie fanden. Einmal mehr war das HSV-Nervenflattern wie in der Vorsaison in Entscheidungsspielen gegen Bernstadt oder Schleife nicht zu übersehen. Auch die Gastgeber standen nach der ersten Niederlage gegen Neugersdorf unter Druck, hielten dem aber viel besser stand als die nervös auflaufenden Gäste. Das wurde besonders deutlich in der wieder einmal sehr schwachen Chancenverwertung. Es bleibt so, wenn es darauf ankommt, sind die HSV-er immer noch nicht in der Lage, den Druck aufs gegnerische Tor trotz bester Möglichkeiten zum Erfolg zu nutzen. Da wird eher der gegnerische Keeper berühmt geworfen oder das viereckige Aluminium rund geschossen. Sei es wie es sei, der Beginn war noch vielversprechend. Bis zur 20. Minute gab es mehrfach Führungen, beim 5:8 sogar mit drei Toren. Dass da nicht kräftig nachgewaschen wurde, rächte sich später. In nur vier Minuten drehten die HVH-er das Spiel, um es nicht mehr aus den Händen zu geben. Nach 40 Minuten keimte nochmals Hoffnung auf. Zeitstrafe für die Lessingstädter und Siebenmeter für die Pfefferkuchenstädter eröffneten die Chance zum 17:15. Doch vom Punkt wurde versiebt und danach zerbröselten die Pulsnitzer wie Pfefferkuchen. Was weiter zum Desaster führte, waren rot für den HSV und drei Treffer des HVH ohne Gegentor. Mit sechs Toren plus im Rücken spielten die Gastgeber die Partie herunter und holten die Tabellenführung zurück. Dennoch war Trainer Michael Schwenke nicht völlig unzufrieden, mussten seine Männer immerhin wieder Erfahrungen sammeln, die sie weiter bringen sollten: „Wir haben einfach das Tor nicht getroffen. Mit dem Spiel bin ich soweit zufrieden, aber nicht beim Torwurf. Wir haben klar gegen Thomschke verloren. 30 Fehlwürfe lassen alles erklären, denn was nicht gehalten wurde, ging ans Aluminium. Aus den aussichtsreichsten Positionen wurde verworfen, was den jungen Leuten den Zahn zog. In der Mannschaft sind die Tore trotzdem gut verteilt, nur eben in Summe zu wenige. Vor der Kulisse sind 29 Kamenzer Tore noch in Ordnung, aber es wurden unsererseits zu viele freie Würfe nicht genutzt. Das schnelle Umkehrspiel funktionierte nicht sicher genug und wir ließen uns auch sonst zu sehr beeindrucken. Im Angriff war der Wurm drin und zu viele Situationen wurden nicht mit der nötigen Ruhe gelöst. Es lief insgesamt nicht viel zusammen, auch weil es auf beiden Seiten heiß her ging. Da hätte in mehreren Situationen auch mehr Konsequenz da sein müssen, aber alle Jugendlichen ließen sich wohl zu sehr von den Erfahrenen beeindrucken. Natürlich ist die erste Niederlage enttäuschend. Angriff können wir viel besser spielen. Es gilt jetzt, die Mannschaft wieder aufzurichten und Selbstvertrauen für den nächsten Auftritt zu holen.“ Der folgt schon am Sonntag mit dem nächsten schweren Spiel gegen Schleife. Da muss der HSV Farbe bekennen, Zeichen setzen und den Frust einfach runterspielen.

Pulsnitz spielte mit: Scholze, Hoppe; Liese (2), Forke (1), Krahl, Mager (2), Jung (1), Johne (4), Lüttke (3), Eppendorfer (n.E.), Schöne (2/1), Kasper (2), Schulze (3) und Richter.

Eberhard Neumann


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