Die HSV-Männer stehen im Heimspiel gegen Schleife sehr unter Druck, meistern das mit dem 29:25 (15:10)-Sieg zu Hause aber ganz gut.

Die Schleifer sind für die Pulsnitzer weiterhin eine äußerst rätselhafte und auch unbequeme Mannschaft. Da treten die zu Hause mit voller Bank, größter Motivation und Spielstärke an und laufen auswärts gerade mal mit einem spielfähigem Team auf. Schon in der vergangenen Saison war das für die Männer von Michael Schwenke ein Knackpunkt. In Schleife wurde praktisch die Meisterschaft verloren. In Pulsnitz wurde dagegen die sehr arg  dezimierte Truppe klar beherrscht. Diesmal schien das wieder möglich, aber die wenigen Gäste mit nur einem Keeper und zwei Wechslern taten dem Heimteam nicht den Gefallen, die Partie einfach so herzuschenken. Die Gastgeber legten los, als wollten sie das Gegenteil beweisen und lagen nach 13 Minuten bereits mit 8:2 vorn. Dann jedoch stotterte unverständlicherweise der Angriffsmotor und bis zur Pause verkürzten die Gäste schon mal auf knappere fünf Tore, nachdem der HSV schon mit 15:7 geführt hatte. Das setzte sich zum Leidwesen  auch der Zuschauer nach dem Wechsel so fort. Die Lok dampfte sogar mehrfach bis auf drei Tore heran. Auch Schwenke war zwar froh über den Erfolg, aber nicht so recht mit dem Zustandekommen: „Wir haben nach der schmerzlichen Niederlage der Vorwoche gegen Kamenz von den drei wichtigen Spielen zum Jahresausklang das erste gewonnen. Phasenweise schüttelte die Mannschaft die Unsicherheiten der letzten Spiele ab. Olli Scholze präsentierte sich zwischen der zehnten und 35. Minute gut im Tor und Kevin Hoppe knüpfte mit guten Paraden an, hatte aber auch etwas unglückliche Aktionen dabei. Youngster Franz Johne zeigte weiterhin starke Phasen und war unser bester Mann. Marco Schulze organisierte die verbesserte Abwehr gut. Da war deutlich mehr Blockarbeit zu sehen und das Schleifer Kreisläuferspiel wurde ganz abgemeldet. William Thomschke war bei ansteigender Form wieder als Aktivposten dabei. Im Angriff agieren wir weiterhin zu lethargisch, obwohl die zweite Welle besser lief als zuletzt. Das spielerische Vermögen ist noch nicht zufriedenstellend gegenüber dem zu Saisonbeginn. Die Anzahl der individuellen und der technischen Fehler ist noch immer deutlich zu hoch. Die Chancenverwertung war gegenüber dem Kamenz-Spiel – schlechter geht ja kaum noch – heute etwas besser. So konnten wir uns bis zum Ende nicht weiter absetzen und es blieb ein enges Spiel. Was bleibt, ist ein knapper Sieg gegen einen unbequemen Gegner. Wir wollen den Aufwärtstrend vom Training aufnehmen und künftig dem Publikum wieder begeisternden Handball bieten.“ Diese umfangreiche Analyse wird im Training noch verfeinert, um schon das nächste schwere Auswärtsspiel am Sonnabend bei den Neugersdorfern besser zu gestalten. Die Partie gegen Schleife kann da auch kaum als Direktvergleich herangezogen werden, weil dann vom Gegner auch eine volle Bank zu erwarten ist. Warnung sind die Schleife-Spiele dennoch genug, auch wenn Neugersdorf dort schon mal mit 25:23 verlor. Pulsnitz muss sich einfach auf die eigenen Stärken besinnen und verlassen. Der Druck in jedem Spiel wird schon allein wegen der hohen Ansprüche an die Mannschaft nicht mehr geringer. Da muss alles passen.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Scholze; Liese (3), Forke (1), Krahl, Thomschke (3), Jung (4), Johne (11/4), Lüttke (1), Schöne (1), Kasper (1), Schulze (2) und Richter (2).

Eberhard Neumann


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