Die HSV-Männer stehen sich auch im Auswärtsspiel bei Neugersdorf selbst im Wege und verlieren mit 25:24 (14:19) im Spitzenspiel.

Verdient war die Niederlage nach den abgespulten 60 Minuten zwar keinesfalls, denn die Steigerung in den letzten zehn Minuten war nicht zu übersehen. Letztlich aber hatten sich die Gastgeber durch tollen Kampfgeist und Nutzung ihres Vorteils im Wettbewerb bei Wachsfreiheit den Erfolg erarbeitet. Die Steigerung der Gäste kam zu spät, machte aber auch deutlich, dass mehr drin war. Was Pulsnitz zu fehlen und bei den Gastgebern mehr zu funktionieren schien, war der gesamte Teamspirit, der Berge zu Erfolgen versetzen kann. Unverständlich, dass diesmal im Endspurt vieles richtig gemacht wurde, was 50 Minuten lang vorher nicht gelang. Die letztlich knappe Pleite schmerzt schon sehr, war sie doch ein Abbild der Situation des Vorjahres, als die wichtigsten Spiele vergeigt wurden. Dennoch ist die Weiterentwicklung zu sehen, weil sich die Mannschaft aus Tiefs herausziehen kann. Wenn es diesmal noch nicht mit Punkten fruchtete, so ist das der Ansatz für die kommenden Begegnungen. Vor allem gilt es, die jugendliche Frische und Lockerheit wieder zu finden, die besonders in den ersten Saisonspielen so begeisterte. Ähnlich sah es auch Trainer Michael Schwenke, der zwar enttäuscht, aber nicht unzufrieden wirkte: „Wir haben heute kein gutes Spiel geboten. Wir hatten große Probleme mit der Wachsfreiheit und haben den stark dezimierten Neugersdorfern nicht den Spielnerv gezogen. Die mutigeren Gastgeber machten trotz ihrer teils körperlichen Unterlegenheit das Beste aus ihren Möglichkeiten. Wir spielten eine sehr gute Abwehr, was aber nach vorn nicht belohnt wurde. Zum Ende hätten wir uns auch ein Unentschieden verdient, weil wir uns in der zweiten Halbzeit klar steigerten. Insgesamt kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben uns so die Aufstiegschancen selbst genommen. Momentan bringen wir die Trainingsleistungen nicht aufs Parkett. Ich bin unzufrieden, weil wir einen Punkt holen wollten und auch konnten. Zu wenige meiner Spieler haben Verantwortung übernommen.“ Die Verantwortung übernehmen, ist immer so eine Sache, die auch von vielen äußeren Faktoren beeinflusst werden. Zumeist ist und war es wieder eine Kopffrage. Der Aufstiegsdruck nagt wohl zu sehr, was vielfach auch blockiert. Dazu kommen die Hallenbedingungen und ein stark motivierter und unterstützter Gegner. Viele Zeitstrafen in einer trotz der Bedeutung fairen Partie hinderten beide Teams am Spielfluss, was das Heimteam aber auch besser händelte. Das gab auch ein Zeichen ab, was mit Teamwork erreichbar ist. Stückwerk ist da nicht erfolgversprechend. Die wieder einmal recht schwache Chancenverwertung war auch den ohne Wachs wegrutschenden Bällen geschuldet. Und es ist sicher, die Pulsnitzer können das besser und werden im nächsten Jahr stärker zurückkommen. Das Pokalspiel am Wochenende gegen Ohorn ist da nur eine Zwischenepisode, die ernst genommen, aber nicht überbewertet werden muss.

Pulsnitz spielte mit: Hoppe, Scholze; Liese, Krahl, Thomschke (1), Jung (6/2), Johne (6/1), Lüttke, Schöne (8/2), Kasper (2), Schulze (1), Richter und D. Schwenke.

Eberhard Neumann


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