Die HSV-Männer tun sich mehr als schwer, um den LHV II zu Hause mit 30:26 (17:11) zu besiegen, obwohl da viel mehr drin war.

Die Warnungen, dass sich die jungen Gäste aus Hoyerswerda auf dem aufsteigenden Ast befinden, wurden wohl von den Gastgebern erhört, aber eben zwischenzeitlich doch vergessen. Mit den eigenen Fehlern und der wieder schludrigen Chancenverwertung wurden die Zusestädter immer wieder aufgebaut. Schienen die bereits am Boden, so standen sie immer wieder auf, weil der HSV den Sack nicht zuband. Nach dem guten Testspiel unter der Woche gegen Verbandsligist ESV Dresden wurde das Ausspielen des eigenen Leistungsvermögens abermals vergessen. Der rote Faden der schwachen Chancenverwertung war gegen einen starken, niemals aufgebenden Gegner einfach nicht zu zerreißen. Schon die Anfangsphase im Spiel machte deutlich, dass ein Erfolg nicht selbstverständlich sein würde. Die Gäste gingen mit viel Einsatz zu Werke und hielten bei einer zweimaligen Führung in den ersten zehn Minuten voll dagegen. Dann schien der Knoten geplatzt und Pulsnitz setzte sich innerhalb von acht Minuten mit vier Toren in Folge vom 6:5 zum 10:5 ab. Dass die Differenz nicht größer und vorentscheidend ausgebaut wurde, lag auch an bis dahin sechs vertanen Hundertprozentigen. Das sollte aber auch in der Folgezeit nicht besser werden. Die Auszeit der Gäste rüttelte die eher wach als dass die Gastgeber sich besser auf den Gegner einstellten. Der LHV kam bis zur 25. Minute sogar wieder auf zwei Tore heran. Danach gelang bis zur Pause wenigstens noch ein guter Vier-Tore-Lauf, der die zweite Hälfte beruhigter angehen ließ. Allerdings kamen die Gäste ausgeschlafener aus der Kabine, während dem HSV sieben Minuten lang kein Treffer gelang. Hoyerswerda war da wieder bis auf vier Tore Differenz auf Tuchfühlung gekommen, konnte aber ebenfalls mit nur zwei Treffern nicht überzeugen. In der folgenden besten Pulsnitzer Phase wurde die Überlegenheit besser ausgespielt und genutzt. Aber Mitte der zweiten Hälfte folgte nach dem 24:16 ein völliger Einbruch, was wohl niemand schlüssig beantworten kann. In sechs Minuten am Stück warfen die Gastgeber die Bälle weg und der LHV die Tore. Beim 24:22 waren Letztere wieder in Schlagdistanz. Auch wenn es danach weiter eng blieb, wurde der nötige Abstand gehalten und zum Erfolg runter gespielt. So hatten nicht nur die Zuschauer und Fans am Ende neben der Siegesfreude ähnliche gemischte Gefühle wie Coach Michael Schwenke: „Wir haben gut angefangen, auch wenn der LHV gut mitspielte. Die Abwehr stand gut mit stärkerer Leistung gegenüber den letzten Spielen. Vor allem Colin Herms kam im Tor gut ins Spiel rein. Nach vor kamen wir auch trotz Fehlern besser in die zweite Welle. Marco Liese bot nach zuletzt schwächeren Partien wieder eine starke Leistung als Lenker und Treffender im Vorwärtsgang. Wir zeigten eine gute mittlere erste Hälfte und waren schlecht nach dem Wechsel. Da wurden die Bälle weggeworfen und technische Fehler brachten keine Ruhe ins Spiel. Zwischendurch wurden wir wieder besser und sicherer, auch in der Abwehr, aber danach taten wir uns selbst schwer. Wir müssen weiter viel arbeiten, vor allem damit der zweite Anzug wieder besser passt. Wir haben teilweise in der ersten und Mitte der zweiten Halbzeit gesehen was geht. Aber insgesamt war auch in der zweiten Hälfte zu sehen, was nicht geht. Und die jungen Hoyerswerdaer spielten auch gut mit.“ Viel mehr gibt es nicht zu sagen, als dass in den nächsten Partien, vorerst gegen vermeintlich schwächere Gegner wieder mehr Fahrt aufgenommen werden muss. Als nächstes steht das Auswärtsspiel in Sohland an.

Pulsnitz spielte mit: O. Scholze, Herms; Liese (9/7), Forke, Krahl, Thomschke, Jung (4/1), Johne (4), Lüttke (2), Schöne (1), Kasper (4), Schulze (4) und Richter (2).

Eberhard Neumann


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