Mit einem klaren 35:19 (13:10)-Heimsieg gegen die Rot-Weißen mühen sich die HSV-Spieler fast zu lange bis zum klaren Erfolg.

Waren es wieder die Nerven oder lag es an der Einstellung, dass die gute und viel versprechende Anfangsphase nicht gleich für klare Verhältnisse genutzt wurde. Es bleibt weiter ein beinahe unlösbares Rätsel, worauf sich die Schwankungen der letzten Wochen wie auch die in dieser Partie gegen Sagar begründen lassen. Da geht es los wie bei der Feuerwehr, aber auch schon zu Beginn werden Möglichkeiten zur einer klareren Führung liegen gelassen. Dann stockt nach dem 5:2 der Fluss im Angriff,  die Gastgeber passen sich der Spielweise des Gegners an. Gute fünf Minuten lang gelingt kein eigener Treffer, während die Gäste zum Anschlusstor kommen. Durchwachsen und äußerst eng geht es bis kurz vor der Pause weiter. Aus der Ein-Tore-Differenz werden es wenigstens wieder drei plus. Das vierte gelingt erst einmal trotz genügend Zeit nicht. War das dann wenigstens die obligatorische schlechte eine Halbzeit, fragten sich auch die Fans. Die Ansprache in der Kabine war auch laut und auffordernd. Interimscoach Markus Scholze sagte dazu: „Na gut, die Ausgangssituation war nicht optimal. Wir mussten Karl Jung, Ronny Schöne, Erik Forke und John Eppendorfer ersetzen. Zudem war Trainer Michael Schwenke mit seiner Schule in den Alpen unterwegs. Sicher fehlte es uns auch deshalb ein wenig an Spielfluss. Deshalb waren wir froh, dass aus der zweiten Mannschaft Daniel Schwenke, Florian Drabant und Oliver Grafe mitwirkten. Über eine aggressive 5 zu 1-Abwehr wollten wir den Gegner zu Fehlern zwingen, in den Tempogegenstoß und zweite Welle gehen. Das gelang uns erst nach dem Wechsel und der erneuten Aufforderung eindeutiger und besser. Die Abwehr war bei zehn Gegentoren zwar okay und es wurde viele Bälle gewonnen. Das größte Manko der ersten Hälfte aber war, dass die massiv verworfen wurden. Dass so viel freie Würfe vergeben wurden, war konsternierend. Nach dem Wechsel wurde die Ansage, das zu verbessern und auch dreckige Tore zu machen, besser umgesetzt. Es kam mir so vor, dass wir ein Trainingsspiel absolvieren würden. Wir waren vorn zu weit weg und machten zu wenig Druck. Auch das passte in der zweiten Hälfte besser.“ So konnten sich die Pulsnitzer mit sieben Toren, nur bei einem Gegentor vorentscheidend auf neun Tore absetzen. Das brachte dann auch mehr Ruhe ins eigene Spiel, ohne besonders zu überzeugen. Sukzessive wurde dennoch der Vorsprung zum klaren Endergebnis ausgebaut. Der gute Eindruck wurde durch zwei schnelle Gegentore in der Schlussminute noch etwas getrübt. Sonst wäre die gegnerische Ausbeute nach der Pause bei sieben Treffern ein deutlicheres Indiz für die starke Abwehr. Aber auch so konnte Scholze zufrieden sein: „Nach der Pause haben wir den Gegner komplett überrannt. Dass der diesmal nicht die zweite Luft bekam, lag auch an der guten Leistung von Colin Herms im Kasten und dem dann gestärkten Mittelblock mit Daniel Schwenke. Nicht zu übersehen waren dennoch wieder mehrere Phasen der Fehler, an deren Überwindung wir weiter arbeiten müssen. Auch die leichtsinnigen Abspielfehler müssen nicht sein. Teilweise im 4 zu 2 angreifend, funktionierten später und nach dem Wechsel auch die Kreisanspiele viel besser. Die Mannschaft hat sich selbst aus dem Tief der ersten Hälfte gezogen. So waren auch viele Wechsel möglich und alle haben ihren Job gemacht. Florian Drabant findet auch mehr und mehr ins Team und kann zu einer guten Alternative werden.“ Damit konnte ein wichtiger Erfolg abgehakt werden und die Fokussierung auf die nächsten Aufgaben erfolgen. Zunächst folgt nun noch das Spiel in Radeberg, das durch das Erstarken der Zweiten des RSV schon wieder größere Ansprüche stellt. Die Winterferienpause sollte gut genutzt werden, ehe es am 28. Februar mit dem nicht einordenbaren Pokalspiel HSV II gegen HSV I weiter geht.

Pulsnitz spielte mit: Herms, O. Scholze; Liese (6/4), Krahl (2), Thomschke (3), Johne, Lüttke (3), Drabant (1), Kasper (6), Grafe, Schulze (6), Richter (7) und D. Schwenke (1).

Eberhard Neumann


Einen Kommentar schreiben