Mit einem knappen und zudem letztlich recht glücklichen 35:34  (17:16)-Auswärtssieg bei RSV II entgeht der HSV gerade so und glimpflich dem Punktverlust.

So wie erwartet, war die Partie der Pulsnitzer Männer in Radeberg eine auf des Messers Schneide. Die immer stärker werdenden RSV-Youngsters forderten den Tabellenzweiten bis zum Ende viel mehr als dem lieb sein konnte. Waren die Pulsnitzer durch die letzten Ergebnisse der Gastgeber gewarnt – wie der Sieg gegen Schleife oder die knappe, erst in den letzten Minuten entschiedene Niederlage in Kamenz – so wurden sie noch mehr überrascht als gedacht. Dabei verlief von Beginn an noch einiges ganz planmäßig und die Gäste zogen schnell mit 4:2 in Front. Zwei klare Chancen wurden wieder nicht genutzt und schon war die immer enge Partie auf Augenhöhe. Die nächsten vier Minuten verliefen ähnlich und eine abermalige Zwei-Tore-Führung konnte nicht ausgebaut werden. Auch Mitte der ersten Hälfte blieb es beim ausgeglichenen Spiel und Ergebnis. Nach 20 Minuten schien langsam die spannende Partie zu kippen und es folgte das erste Ein-Tore-Plus für den RSV. Kurz darauf hatten die  Pfefferkuchenstädter wieder die Nase vorn, aber es folgte immer der jeweilige Ausgleich. So ging es bis zur Pause weiter. Nach dem Wechsel dann das gleiche Spiel, ehe die Gäste in ihre obligatorische Schwächephase einbogen. Innerhalb von vier Minuten drehten die Gastgeber das Ergebnis vom 18:20 zum 22:20. Pulsnitz schlug zurück und nach mehrmaligem Unentschieden in Hälfte zwei zum 25:26 Mitte auf. Bis zu vier Tore Abstand setzte es sich nachher ab. Eine Reihe von Fehlern gästeseits brachten die Bierstädter wieder in Schlagdistanz und in letzter Minute zum 33:33-Ausgleich. Der an diesem Tage überragende Franz Johne vollendete 21 Sekunden vor dem Abpfiff zum 33:34. Die folgende RSV-Auszeit sollte das Remis sichern, das drei Sekunden vor dem Ende auch gelang. Im Überschwang der Freude machten die Gastgeber aber den einen und damit spielentscheidenden Fehler, der mit Ablauf der Spielzeit mit Siebenmeter geahndet werden musste. Wer anderes als Johne nutzte den zum schmeichelhaften HSV-Sieg. Die enttäuschten Gastgeber hatten sich Remis und Applaus verdient, aber die Gäste kamen mit einem dicken blauen Auge davon. Selbst von Interimscoach Markus Scholze fiel der Ballast ab und er sagte erleichtert: „Ich bin froh, das ohne Verlustpunkte überstanden zu haben. Dem Gegner muss ich ein Kompliment machen. Mit guter Struktur und Ausbildung hat der uns wahnsinnig gefordert. In der Abwehr war heute keiner fehlerlos, aber Colin Herms hat auch in der letzten Viertelstunde eine Reihe wichtiger Bälle gehalten. Vorn klappt das Zusammenspiel Florian Drabant und Kreisläufer auch immer besser. Ansonsten hatten wir heute mit Franz Johne einen starken Werfer und nutzten auch die Fehler des RSV konsequenter. Ungewohnt war unsere Fehlwurfquote von außen und anfangs agierten wir insgesamt zu statisch.“ Zwar gab es diesmal in der Abwehr deutliche Lücken, die zu zu vielen Gegentoren führten, aber dafür lief es im Angriff recht ordentlich. Lediglich zehn technische Fehler und zwei Fehlwürfe gab es zu registrieren, was natürlich zu Gegenstößen führte, waren außerordentlich bemerkenswert und wichtig. Die neun klaren Chancen, die nach freien Würfen vergeben wurden, blieben noch im Rahmen, zumal durch die eigenen Keeper sechs frei Bälle pariert wurden. Was jetzt folgt, sind vier Wochen Pause, unterbrochen durch das Bezirkspokal-Halbfinale Pulsnitz gegen Pulsnitz am 28. Februar. Ein Pulsnitzer Team steht damit schon im Finale. Die Zeit muss dennoch zur weiteren Fehlerminimierung genutzt werden.

Pulsnitz spielte mit: O. Scholze, Herms; Jung (1), Thomschke (1), Johne (16/7), Lüttke (4), Drabant (1), Schöne (2), Kasper (4), Schulze (7), Richter und D. Schwenke (0).

Eberhard Neumann


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